E-Sport-Spiel einfach erklärt Was ist eigentlich... "Overwatch"?

Im Online-Shooter "Overwatch" duellieren sich zwei Sechserteams. Dabei zählt vor allem die Taktik: Wer seine Helden klug kombiniert, gewinnt eher. Hier erklären wir Einsteigern, wie das Spiel abläuft.
Von Benjamin Braun und Benedikt Plass-Fleßenkämper
Foto: Medienagentur plassma

1. Worum geht es in "Overwatch"?

Szenario: Fiktive Zukunftswelt im Comicstil. Die Schauplätze sind in Deutschland, dem Irak, den USA und anderen Ländern angesiedelt.

Genre: Helden-Shooter

Spielmodi: Team-Matches Sechs gegen Sechs (normal und Rangliste), Angriffs- und Eskortmissionen (plus Hybrid) sowie Kontrolle und kompetitiver Arcade-Modus

Blizzards "Overwatch" ist ein sogenannter Helden-Shooter, in dem Sie als Mitglied eines sechsköpfigen Teams gegen eine gegnerische Gruppe gleicher Größe antreten. Sie eskortieren bewegliche Zielobjekte oder müssen mehrere Zonen einnehmen beziehungsweise verteidigen. Ihre Widersacher verfolgen jeweils ein konträres Ziel.

Zu Match-Beginn wählen Sie einen von aktuell 28 spielbaren Charakteren (Stand: September 2018). Die Charaktere sind jeweils einer von drei Klassen zugeordnet und unterscheiden sich spürbar in Statur, Bewaffnung sowie verfügbaren Spezialfähigkeiten. Die stärkste davon nennt sich ultimative Fähigkeit und muss zunächst in der Schlacht aufgeladen werden, bevor sie gezündet werden kann.

Sogenannte Tanks zum Beispiel sind stärker und besitzen mehr Lebensenergie, sie bewegen sich im Gegenzug jedoch tendenziell langsamer und können aufgrund ihrer Größe leichter getroffen werden. Bei der Support-Klasse liegt der Fokus auf dem Heilen und Stärken von Verbündeten. Blieben noch die Helden der Schadensklasse: Die agieren im Regelfall mit schnell feuernden Waffen und teilen dabei ordentlich aus. Scharfschützin Widowmaker, die mit Wärmesicht und Snipergewehr unterwegs ist, spielt sich dabei gänzlich anders als der flinke Reaper mit seinen Doppelshotguns.

Typisch für "Overwatch": Stirbt Ihr Charakter im Gefecht, können Sie einfach in die Rolle eines anderen, noch nicht selektierten Helden wechseln und Ihr Glück mit dessen Fähigkeiten versuchen. Freischaltbare Waffen-Upgrades oder zusätzliche Talente, die Sie sich durch tagelanges Spielen verdienen, sind in "Overwatch" nicht vorgesehen. Vielmehr geht es darum, situationsbedingt den richtigen Helden zu wählen.

2. Wie kann ich das Spiel spielen?

Plattform: "Overwatch" ist für PC, PlayStation 4 und Xbox One erhältlich.

Preis: Die sogenannte Legendary Edition kostet für PC und Konsolen 59,99 Euro. Es gibt auch eine PC-Standardversion für 39,99 Euro, der Boni wie Skins fehlen.

In-App-Käufe: Es gibt Lootboxen und offizielle Teamskins der Overwatch League, diese Käufe sind jedoch optional und haben keinen Einfluss auf die Spielbalance. Sie geben ausschließlich Zugriff auf optische Individualisierungsmöglichkeiten von Kleidung und Waffen.

Altersfreigabe: "Overwatch" ist von der USK ab 16 Jahren freigegeben.

3. Wie läuft eine Partie in "Overwatch" ab?

Hier erklären wir das Prinzip in Bildern:

Fotostrecke

Online-Action: So funktioniert "Overwatch"

Foto: Medienagentur plassma

4. Welche Fachbegriffe sollte man kennen?

Teamplay: Das Zusammenwirken der Helden in "Overwatch" ist enorm wichtig. Deshalb sollte jede Klasse in Ihrem Team wenigstens einmal vertreten sein. Wenn Sie etwa als Heiler unterwegs sind und nicht einen einzigen Gegner im Match ausschalten, dafür aber Ihre Mitstreiter erfolgreich am Leben halten, ist das viel wert.

Ultimative Fähigkeit: Jeder Held in "Overwatch" verfügt über eine ultimative Fähigkeit. Das Aufladen erfolgt automatisch und kann durch erfolgreiche Spielaktionen beschleunigt werden. Junkrat zum Beispiel steuert bei seiner ultimativen Fähigkeit ein Klingenrad in die Gegner, ist währenddessen aber ein leichtes Ziel.

Overtime: Die Overtime ist ein System, durch das ein Team eine mögliche Niederlage hinauszögern und ein Match am Ende doch noch für sich entscheiden kann. Overtime wird aktiviert, wenn sich ein Angreifer innerhalb der letzten drei Sekunden einer Partie am Zielort befindet, und endet erst, wenn das attackierende Team ausgeschaltet wurde.

5. Bei wem lohnt sich das Zuschauen?

  • A_Seagull - YouTube , Twitter , Twitch 
    Über 134.000 Twitter-Follower und mehr als 640.000 YouTube-Abonnenten sprechen für sich. Auf seinen Kanälen versorgt der Amerikaner Brandon Larned seine Zuschauer nicht nur mit beeindruckenden Spielszenen, sondern auch mit viel Hintergrundwissen.
  • Noserino - YouTube , Twitch 
    Der 24-jährige vom Niederrhein streamt regelmäßig eigene "Overwatch"-Partien, in denen er sein Team als Tank unterstützt. In seinem Twitch-Kanal überträgt er zudem die Profi-Nachwuchsliga Overwatch Contenders und kommentiert die Matches gemeinsam mit zwei anderen Streamern komplett auf Deutsch.
  • Kabaji - YouTube , Twitter , Twitch 
    Den Videos des Österreichers merkt man deutlich an, dass er mit Leidenschaft bei der Sache ist. Er erklärt in seinen englischsprachigen Videos zu "Overwatch" anschaulich was er macht und vor allem warum. Insbesondere in seine Guides zur Heldin Tracer können selbst erfahrene Spieler noch etwas lernen.

6. Was sind die wichtigsten Turniere?

Blizzard versucht auf verschiedenen Wegen, "Overwatch" als großen E-Sport-Titel zu etablieren. Der Hersteller organisiert eine eigene Profi-Liga und bietet auch talentierten Newcomern eine Chance, sich zu beweisen.

  • Overwatch League:  Die offizielle, weltweite "Overwatch"-Liga folgt dem Modell traditioneller US-Sportligen wie NBA und NFL. Teams aus Europa, Asien und Nordamerika kämpften in der kürzlich beendeten Auftaktsaison um Preisgelder in einer Gesamthöhe von 3,5 Millionen Dollar. In Sachen Teamzahl, aber auch was die Gelder angeht, dürfte die Liga in Zukunft noch deutlich wachsen.
  • Dreamhack Montreal:  Im kanadischen Montreal findet am 8. und 9. September die Gaming-Messe Dreamhack statt, bei der zwölf Teams um den Sieg in einem "Overwatch"-Turnier kämpfen werden. Das Preisgeld fällt mit 10.000 Dollar jedoch vergleichsweise gering aus.
  • Overwatch Contenders:  Für die Teilnahme an Blizzards Nachwuchsliga kann sich prinzipiell jedes angehende Profiteam empfehlen kann. Insgesamt werden rund 3,2 Millionen Dollar an Preisgeldern ausgeschüttet. Alle Partien der Endrunde werden zudem per Livestream übertragen.
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