Ausverkaufte Konsole Produktion der Playstation 5 lässt sich laut Sony schwer erhöhen

Allein Ende 2020 hat Sony 4,5 Millionen Exemplare seiner neuen Spielkonsole ausgeliefert. Doch die hohe Nachfrage deckt das nicht. Ein weltweiter Chipmangel ist so auch für Spielefans ein Ärgernis.
Ausgestellte Playstation 5 im Sony-Hauptquartier in Tokio: Die Nachfrage ist nach wie vor hoch

Ausgestellte Playstation 5 im Sony-Hauptquartier in Tokio: Die Nachfrage ist nach wie vor hoch

Foto: KIMIMASA MAYAMA/EPA-EFE/Shutterstock

Wird die Playstation 5 bei den Händlern bald auch mal länger als nur für einige Minuten verfügbar sein? Diese Frage stellen sich viele Spielefans, die zum Teil seit Wochen oder auch Monaten versuchen, online ein Exemplar der Next-Gen-Spielkonsole zu ergattern. Die Playstation 5 zählte schon zu Weihnachten zu dem am schwersten zu beschaffenden Geschenken, seitdem hat sich die Lage auf dem Markt kaum verbessert – was unter anderem auch am Einfluss von Wiederverkäufern liegt (mehr dazu lesen Sie hier).

Sony selbst würde wohl gern mehr Konsolen anbieten, den Launch der neuen Konsole dürfte das Unternehmen aber trotz Fanfrust als Erfolg verbuchen. Denn Sony kommt vor allem dank seiner Playstation-Sparte weiter gut durch die Coronakrise, wie neue Geschäftszahlen zeigen. Zugleich profitierte der japanische Elektronikriese im vergangenen Quartal von der Nachfrage nach teureren Fernsehgeräten – und in den Hollywoodstudios halfen TV-Produktionen über die Kinoflaute hinweg.

Die offiziell im November erschienene Playstation 5 verkaufte Sony laut eigenen Angaben Ende des vergangenen Jahres 4,5 Millionen Mal. Zugleich legten der Spieleabsatz und die Onlinedienste rund um die Playstation zu. Der Bereich steigerte den Umsatz so um 40 Prozent  auf rund sieben Milliarden Euro und den operativen Gewinn um 50 Prozent auf etwa 633 Millionen Euro.

Mit der Konsole selbst macht Sony keinen Gewinn

Für Sony sind das erfreuliche Zahlen, wenngleich das Unternehmen beim Verkauf der Playstation 5 draufzahlt: Ihr Preis wurde dem Unternehmen zufolge aus strategischen Gründen so angesetzt, dass er unter den Herstellungskosten der Hardware liegt. Das Gerät lohnt sich für Sony natürlich trotzdem: durch die Folgekosten für Spielekäufe oder Onlineabos, um die kaum ein Playstation-Besitzer herumkommt.

Wohl noch länger ausgebremst wird der Absatz der Konsole durch einen Chipmangel auf den Weltmärkten. »Es ist schwierig für uns, die Produktion der Playstation 5 angesichts des Mangels an Halbleitern und anderen Komponenten zu steigern«, sagte Sonys Finanzvorstand Hiroki Totoki (Warum der Halbleitermangel für verschiedene Branchen ein Problem ist, lesen Sie hier ).

Wann bei deutschen Händlern demnächst wieder mit Playstation-5-Kontingenten zu rechnen, lässt sich auf Basis von Gerüchten und Insiderinformationen derweil nur erahnen – eine gute erste Anlaufstelle zum Thema ist das Portal »GamesWirtschaft« .

Mehr Gewinn dank teurer Fernsehgeräte

Insgesamt stieg Sonys Umsatz im Weihnachtsquartal um neun Prozent auf knapp 21,3 Milliarden Euro. Beim Gewinn gab es einen Sprung von 62 Prozent auf knapp drei Milliarden Euro. Sony hob nach dem starken Abschneiden die Prognosen für das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr an.

Im Geschäft mit Filmen und TV-Sendungen machte das Unternehmen angesichts der geschlossenen Kinos zwar weniger Umsatz. Doch dadurch fielen auch die Marketingkosten für Kinostarts weg. Und in der Pandemie stiegen die Lizenzerlöse im TV-Geschäft sowie die Heimvideo-Verkäufe. Dadurch stieg der operative Gewinn der Sparte auf etwa 176 Millionen Euro, wenngleich der Umsatz um ein fast Fünftel absackte.

Der Elektronikbereich profitierte zugleich vom Verkauf teurerer Fernsehgeräte und Kameras, während die Stückzahlen zurückgingen. Sony hatte das Angebot auf Premiumgeräte ausgerichtet. So steigerte die Sparte ihren operativen Gewinn um fast ein Drittel auf rund 838 Millionen Euro, während der Umsatz unverändert blieb. Der seit Jahren schwächelnde Absatz von Sony-Smartphones sank weiter.

Das Geschäft mit Kamerasensoren für Smartphones anderer Anbieter, das in den vergangenen Jahren zu einer tragenden Säule für Sony wurde, lief unterdessen mäßig. Sony setzte weniger Sensoren bei niedrigeren Stückpreisen ab. Das Unternehmen rechnet aber mit einer Besserung.

mbö/dpa
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