Spiel "Please, Don't Touch Anything" Sie sollten doch nichts anfassen!

Alles eine Frage der Selbstbeherrschung: Im Download-Titel "Please, Don't Touch Anything" muss sich der Spieler zusammenreißen. Und das ist natürlich vollkommen unmöglich. Genau deshalb macht das Retro-Spiel viel Spaß.

Four Quarters

Der rote Knopf ist einladend. Aber: Ich darf ihn nicht drücken. Bloß nicht. Der Mensch, der ihn sonst beaufsichtigt, musste mal kurz um die Ecke, nur ein paar Minuten. Und ich bin allein mit dem roten Knopf. Ich schaue ihn an, habe die mahnenden Worte im Kopf. Aber, denke ich, vielleicht. Nur einmal. Wird schon nichts passieren. Ich grübele. Was macht der Knopf? Er könnte für alles Mögliche da sein.

Und klar: Ich drücke ihn. Ist ja nur ein Spiel, warum sollte ich da Selbstdisziplin beweisen. Kann ja nichts passieren. Außer dem Atompilz, der jetzt auf dem Monitor auftaucht. Vor Kurzem war dort eine Stadt. Kann ja mal passieren.

Das aus einem Game Jam, also bei einem Programmierwettbewerb entstandene "Please, Don't Touch Anything" ist erst einmal mehr Experiment als Spiel. Kann man Menschen tatsächlich vor ein pixeliges Bild mit einem leuchtend roten Knopf in der Mitte setzen und von ihnen verlangen, nichts zu tun? Werden sie sich an Anweisungen halten?

Natürlich nicht. Das wäre übermenschlich. Ein Knopf ist ja viel zu spannend. Wo einer ist, muss er gedrückt werden. Kennt man ja von Kindern; Erwachsene haben den gleichen Impuls, können ihn aber besser kontrollieren.

Meistens.

Bei "Please, Don't Touch Anything" aber nicht. Ich bin neugierig. Drücke den roten Knopf wieder. Diesmal einige Male hintereinander, worauf sich diverse Klappen öffnen, weitere Knöpfe erscheinen. Klapphebel, nummerierte Knöpfe, solche, die an den Spieleklassiker "Senso" erinnern. Dazu ein Schraubenzieher, ein Hammer. Und natürlich muss ich alles ausprobieren.

Was passiert, wenn? Ich teste neue Kombinationen, entschlüssele kryptische Anweisungen auf einem Poster und handle nach ihnen. Will immer wieder neue Enden für das Spiel finden. Es bleibt nämlich nicht immer dabei, dass die Stadt in einem Atompilz verglüht. Und so wird aus einem simplen roten Knopf ein richtiges Spiel, in dem man viel überlegt, sich immer wieder ärgert, sich den Kopf zerbricht, und viel Zeit mit der Suche nach neuen Lösungen verbringt.


"Please, Don't Touch Anything" von Four Quarters, Download für PC, circa 5 Euro



insgesamt 5 Beiträge
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spon-facebook-1459922526 17.04.2015
1. Kopie vom ersten Level von Postal 3?
Erinnert mich doch wirklich sehr stark an Postal 3... Dort startet man ebenfalls in einem Raum und wird aufgefordert kurz zu warten und nicht den Roten Knopf zu drücken... Erschwerend führt der Character selbstgespräche, welche das Zurückhalten noch schwieriger machen :) Also, schlecht geklaut und nichts neues.
griever 17.04.2015
2. im Ernst?!
Ich soll etwa 5? für ein Spiel bezahlen, dessen einziger Sinn es ist, solange wie möglich nicht auf den Knopf (einen linken Mausklick) zu drücken? Wer das kauft, ist in seiner Bedürfnispyramide viel zu weit oben angesiedelt. FIRST WORLD PROBLEMS...
Mac_Beth 17.04.2015
3.
Zitat von grieverIch soll etwa 5? für ein Spiel bezahlen, dessen einziger Sinn es ist, solange wie möglich nicht auf den Knopf (einen linken Mausklick) zu drücken? Wer das kauft, ist in seiner Bedürfnispyramide viel zu weit oben angesiedelt. FIRST WORLD PROBLEMS...
Na und? 5 Euro sind letztendlich ein Cocktail oder zwei Bier oder ähnliches. Manche Leute schätzen solche Psychokniffel als Spiel oder lieben das Experimentieren. Wo hätte ich denn einen Mehrwert, wenn ich diese 5 Euro stattdessen für Alkohol ausgebe? Prost.
frodosix 17.04.2015
4.
Zitat von grieverIch soll etwa 5? für ein Spiel bezahlen, dessen einziger Sinn es ist, solange wie möglich nicht auf den Knopf (einen linken Mausklick) zu drücken? Wer das kauft, ist in seiner Bedürfnispyramide viel zu weit oben angesiedelt. FIRST WORLD PROBLEMS...
Der Sinn des Spiels ist NICHT möglichst lange nicht auf einen Knopf zu drücken (das zu tun und zu warten bis der Kollege vom Pott zurück ist ist nur eines der vielen möglichen Enden). In dem Spiel müssen statt dessen immer neue Lösungen gefunden werden, die zu einem der verschiedenen "Enden" zu führen (dabei passiert meist irgendwas auf dem kleinen Bildschirm). Dazu müssen kleine Logikpuzzle gelöst werden und Dinge mit der Schalttafel ausprobiert werden. Nettes Spiel für zwischen durch, aber wenn man einmal alle Enden gesehen hat ist der Wiederspielwert gleich null. Trotzdem für 5 Euro kann man nicht meckern.
MrSnoot 17.04.2015
5.
Zitat von grieverIch soll etwa 5? für ein Spiel bezahlen, dessen einziger Sinn es ist, solange wie möglich nicht auf den Knopf (einen linken Mausklick) zu drücken? Wer das kauft, ist in seiner Bedürfnispyramide viel zu weit oben angesiedelt. FIRST WORLD PROBLEMS...
Nein, denn so funktioniert das Spiel nicht. Wer sein Hirn nicht anstrengt wird bei weitem nicht alle möglichen Enden zu sehen bekommen. Der große rote Knopf ist neben dem Restknopf zunächst nur die einzige Interaktionsmöglichkeit. So wie's auch im Artikel steht. Der rote Knopf ist jeweils nur der erste Auslöser.
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