Ärger über "Pokémon Go" "Von Update zu Update nur noch schlechter"

Noch vor wenigen Tagen schien "Pokémon Go" das beliebteste Spiel des Planeten zu werden. Jetzt bewerten es viele Spieler plötzlich mit gerade einmal einem Stern. Was ist passiert?

"Pokémon Go" in Berlin
DPA

"Pokémon Go" in Berlin


"Niantic, was ist los mit euch ?!? Diese App hätte mega Potenzial, aber wird von Update zu Update nur noch schlechter." Teile der "Pokémon Go"-Community sind derzeit in Aufruhr. In den großen App Stores und in Foren rund um das Spiel posten seit Kurzem auffallend viele Nutzer wütende Kommentare. Die Durchschnittsbewertung des Spiels ist binnen der letzten Tagen merklich gesunken.

Der Grund für den Frust ist vor allem ein aktuelles Update des Spieleherstellers Niantic. Mit der Aktualisierung wurde eine für viele Nutzer wichtige Funktion aus dem Spiel entfernt: die Fußspuren.

Mit den Spuren, die unten rechts auf dem Display zu sehen waren, sollten Spieler die Entfernung von Pokémon in der näheren Umgebung einschätzen können. Monster, die beispielsweise nur zwei Fußspuren neben ihrem Vorschaubild hatten, sollten näher am Spieler sein als welche mit drei Spuren. So richtig zuverlässig funktionierte dies von Anfang nicht, dass die Funktion nun aber komplett gestrichen wurde, halten die meisten Spieler für den falschen Weg, das Problem zu lösen.

Und die fehlenden Fußspuren sind nicht das Einzige, was die Spieler ärgert: Niantic hat mit dem Update zumindest teilweise auch den Zugriff einiger Drittanbieter-Apps auf die Spieldaten unterbunden. Die Apps hatten Nutzern beim Finden bestimmter Pokémon geholfen.

Die Änderung soll Trickser und Cheater daran hindern, schneller im Spiel vorwärts zu kommen als ehrliche Spieler, scheint Niantics' Idee hinter dem Schritt zu sein. Gleichzeitig wird es für die Spieler aber dadurch schwieriger, seltene Monster zu fangen.

Reaktion eines "Pokémon-Go"-Spielers bei Reddit

Reaktion eines "Pokémon-Go"-Spielers bei Reddit

Bei Reddit beklagen Spieler auch noch, dass sie seit dem Update mehr Pokébälle benötigen würden, um ein Pokémon zu fangen. Sie vermuten dahinter eine Strategie von Niantic, die Nutzer zum Kauf von Pokébällen zwingen soll.

Niantic hat mit einem Facebook-Post auf die geballte Wut der "Pokémon Go"-Spieler reagiert. Niantic wisse, dass viele Spieler die Fußspuren als Entfernungsangabe genutzt hätten, jedoch sei die Funktion auch "verwirrend" gewesen, man arbeite an Verbesserungen. Die Zahl der Drittanbieter-Apps sei verringert worden, um sicherzustellen, dass die App zuverlässig funktioniere. "Wir arbeiten wie verrückt, um das Spiel am Laufen zu halten", versucht Niantic seine Nutzer zu besänftigen. Nach aktuellem Stand wurde das Augmented-Reality-Spiel schätzungsweise zwischen 75 bis 100 Millionen Mal heruntergeladen.

Update, 17.45 Uhr: Wir haben den Text um die Reaktion von Niantic ergänzt.

tsi

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