Project Morpheus Sony kündigt Virtual-Reality-Brille für PS4 an

Auf einer Konferenz für Spieleentwickler hat Sony ein ambitioniertes Vorhaben enthüllt: Die Morpheus-Datenbrille soll es Konsolenspielern ermöglichen, regelrecht in virtuelle Realitäten eintauchen zu können. Mit dem Projekt macht der Konzern einem bekannten Start-up Konkurrenz.
Virtuelle Realität für die Playstation 4: Sony macht der Oculus Rift Konkurrenz

Virtuelle Realität für die Playstation 4: Sony macht der Oculus Rift Konkurrenz

Foto: AP/dpa

Bisher lief es sehr gut für das kleine kalifornische Unternehmen Oculus VR - dafür, dass es nur ein Produkt hat, das noch nicht einmal fertig ist. Trotzdem hat die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift schon säckeweise Preise, Auszeichnungen und positive Medienberichte bekommen. Auch wir waren begeistert, als wir den aktuellen Prototyp auf der CES in Las Vegas ausprobieren konnten.

Was Oculus geschafft hatte, war einmalig. Doch damit könnte es bald vorbei sein. Auf der Game Developers Conference (GDC) in San Francisco kündigte der japanische Sony-Konzern die Entwicklung einer Computerbrille für die Playstation 4 an, deren Funktionen und Daten denen der Rift verblüffend nahe kommen. Sony bezeichnet das Gerät als Project Morpheus und verspricht, es würde "ein Gefühl der Präsenz erschaffen, das nie zuvor in Videospielen möglich war."

Verglichen mit dem doch recht klobigen Prototyp, den Oculus in Las Vegas zeigte, wirkt Sonys Prototyp weit eleganter, schon fast edel. Das Prinzip aber ist dasselbe: Statt auf einen Fernseher oder Monitor zu schauen, setzt man sich die Brille auf, in der ein fünf Zoll großes TFT-Display mit Full-HD-Auflösung steckt.

Viele Sensoren gegen drohende Übelkeit

Fotostrecke

Computerbrille: Das neue Modell der Oculus Rift

Foto: SPIEGEL ONLINE

Die Brille ist so geformt, dass sie das Sichtfeld des Spielers komplett umschließt. So wird die Außenwelt komplett ausgeschlossen und man kann ganz in die Welt des jeweiligen Videospiels versinken. Im Gegensatz zur Oculus Rift hat Sony in das Gerät auch gleich auf den Ohren aufliegende Kopfhörer integriert, so dass man auch akustisch von der Außenwelt abgekapselt wird. Zudem soll das Headset einen Rundumklang erzeugen können, der Geräusche nicht nur von der Seite, sondern auch von oben oder unten kommend erscheinen lässt.

Ähnlich wie der Oculus-Prototyp arbeitet auch das Sony-Gerät mit einer Kombination verschiedener Sensoren, um die Kopfbewegungen möglichst genau und schnell zu erfassen. Während bei der Rift eine Webcam dazu dient, die Position des Spielers im Raum zu erfassen, nutzt Sony die Kamera der Playstation. Der Aufwand ist nötig, um Kopfbewegungen schnell in das Bild der virtuellen Realität zu übertragen. Klappt das nicht zuverlässig, kann sich beim Spieler schnell Übelkeit einstellen, so als wäre man seekrank.

Mit einem virtuellen Schwert durch virtuelle Welten wanken

Sony will auch den Move-Controller der Playstation in die virtuelle Realität einbinden. In Spielen, die dafür programmiert sind, könnte man ihn beispielsweise als virtuelles Schwert verwenden, das man in der Morpheus-Brille auch so angezeigt bekommt, erklärt der Konzern.

Teilnehmer der GDC können die Sony-Brille schon an Sonys Ausstellungsstand ausprobieren. Unter anderem soll man sie dort mit den Spielen "EVE Valkyrie", "Thief , "The Castle" und "The Deep" testen können.

Wie lange es noch dauert, bis man die Brille tatsächlich kaufen kann - und zu welchem Preis -, ist allerdings ebenso unklar wie beim Oculus-Produkt. Bisher ist noch nicht einmal die Software fertig, die Spielehersteller brauchen, um ihre Spiele an die neue Technik anzupassen. Von Sony heißt es dazu nur, man werde sie bereitstellen, "sobald sie fertig ist".

mak
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.