"Resident Evil: Revelations 2" Ein wohliger Grusel

Kurze Schreckmomente statt Explosionen: Das Episodenspiel "Revelations 2" verzichtet auf das überladene Gameplay der letzten "Resident Evil"-Spiele. Das ist eine kluge Entscheidung - im Gegensatz zu Capcoms Veröffentlichungspolitik.

Capcom

Rostige Rohre ziehen sich an den Wänden entlang, Beton bricht auf, Wasser tropft. Eine alte Gefängniszelle. Kein Ort, an dem man sein möchte und doch einer, den man fast genießt - zumindest dann, wenn man etwas für morbide Stimmungen übrig hat. Und das sollte man.

Besser wird es nämlich nicht, wenn sich die Zellentür öffnet und man Claire Redfield aus ihrer Zelle führt. Sie bewegt sich in eine noch desolatere Umgebung, in der Pakete mit menschlichen Umrissen an Schlachterhaken von der Decke hängen und bald die ersten grotesken Wesen auftauchen. Wie das in einem "Resident Evil" eben so ist.

"Revelations 2" ist ein episodisch angelegtes Spiel, dessen erste zwei Teile bereits erschienen sind. Zwei weitere folgen in den nächsten Wochen. Die "Resident Evil"-Reihe des japanischen Herstellers Capcom hat inzwischen unzählbare Ableger, nicht nur als Spiel, sondern auch als Film.

Oft genug hat man das Gefühl, dass die Reihe vor allem durch die Erinnerung an die bei Spielern hoch gehandelten ersten Teile lebt. Gerade die neueren Spiele sind nicht immer gut, Ausfälle vor allem in der Hauptserie nicht selten. "Revelations 2" dagegen überzeugt, auch wenn das Spielprinzip nicht unbedingt revolutionär ist.

Eine Entführung startet das Spiel, ein Aufwachen in einem verlassenen Gefängnis folgt. Das Gefängnis bleibt bis kurz vor Schluss der ersten Episode Schauplatz, dann wechselt das Geschehen in eine stark an Ostblock-Architektur erinnernde Stadt. Sie ist verlassen von Menschen, bevölkert von Untoten. Sie sind Träger eines in Laboren entwickelten Virus, der Menschen in Zombies verwandelt.

"Revelations 2" lässt Spieler die Schauplätze aus der Sicht von zwei Menschenpaaren erkunden. Claire Redfield ist mit einer Partnerin unterwegs, Barry Burton mit einem kleinen Mädchen. Veteranen der Reihe kennen sie aus früheren Spielen.

Das Spiel ist tatsächlich mal wieder gut

Jede Figur hat einzelne und sinnvolle Fähigkeiten, die nicht aufgesetzt, sondern natürlich wirken. Burton, der eher mit dem Kopf durch die Wand will, wird von dem Mädchen Natalia mit ihren übersinnlichen Fähigkeiten und ihrer Größe gut unterstützt und gebremst. Redfield wird durch ihre Partnerin, die übrigens Burtons Tochter ist, eingefangen.

Schön an "Revelations 2" ist bislang, dass es das überladene Gameplay der letzten Spiele der Hauptreihe weglässt und sich auf ein langsameres Spiel besinnt. Es geht nicht mehr um Explosionen, sondern um kurze Momente des Erschreckens, um ein grundlegendes Gefühl des Unbehagens. Es entsteht wohliger Grusel, der einen weitermachen und auf die nächsten Folgen hoffen lässt.

Einzig die Veröffentlichungspolitik des Publishers Capcom lässt Fragen offen: Spieler können die Episoden einzeln kaufen oder eine digitale Vollversion mit Bonusleveln erwerben. Oder sie kaufen nach Veröffentlichung der letzten Episode Mitte März das Spiel im Handel und bekommen so noch einmal zusätzliche Inhalte. Wer sich das ausgedacht hat, wird sich im Klaren gewesen sein, dass er ziemlich viele Fans sauer macht.


"Resident Evil: Revelations 2" von Capcom, Download für Playstation 4 und 3, Xbox One und 360, PC, 5,99 Euro pro Episode oder 24,99 Euro für alle Episoden, ab 20. März auch im Handel; USK: Ab 18 Jahren

insgesamt 2 Beiträge
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angelauf 06.03.2015
1. Die Grafik...
könnte ja auch wirklich von einem Gamecube stammen. Sind die neuen Konsolen wirklich so schlecht? Da zaubert mir mein 2 Jahre altes Laptop ja schönere Grafiken auf das Display. Zum Spiel: Spätestens seit Resi 4 gibt es für mich kein Resident Evil mehr. Leider kann ich mit Zaubern und Telekinese und so einem Unfug nichts anfangen. Wenn ich sowas will guck ich Harry Potter. Warum hat man nicht einfach bei den guten alten Langsamen aber unheimlichen Zombies bleiben können? Naja sei es drum, Rest in Peace Resident Evil.
braindead0815 24.01.2019
2. vor dem remake des 2. teils
habe ich mir mal alle (bis auf 7) gegönnt und gespielt. bei revelations 2 war ich wieder in den 90-er. der teil - die story - war richtig RE like. die charakter - die stimmung - alleine im schlachthaus bzw. in der fabrik. der wahnsinn. und das ende mit clair - als sie aus dem turm "timer läuft" entkommen müssen.... wer sich nur blind durch alle spiele ballert, wird das RE feeling das viele fans seit dem ersten teil haben, nie erleben. das einzige sind die kapitel - kein fließender übergang oder auch die unsichtbaren insekten - auch wenn natalia sie sehen kann - sind nicht so mein ding - aber die anspannung und atmosphäre ? wahnsinn. allein die ballerei in kneipe - kettensägenmassaker - beim erstenmal ist das einfach nur geil, in der fabrik - alles brennt - timer läuft - nach RE 4 5 6 - auch wenn sie ihre qualitäten hatten - revelations 1 wieder in die richtige richtung ging - war revelations 2 dann zum abschluss der absolute höhepunkt - um sich für das remake des 2. teils vorzubereiten. jetzt wirds zeit, das capcom an RE 3 remake arbeitet. und RE 7 doch nen third person gibt (eine mit kopf
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