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17. Juli 2017, 15:04 Uhr

Brettspiel-Auszeichnung

"Kingdomino" ist das "Spiel des Jahres 2017"

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"Domino" kennt fast jeder. Jetzt ist "Kingdomino", eine moderne Variante des Klassikers, zum "Spiel des Jahres" gekürt worden. Die Jury schwärmt von der schlichten Eleganz: Die Regeln sind in ein paar Minuten erklärt.

Ein sehr einfaches, vom Klassiker "Domino" inspiriertes Legespiel hat den wichtigsten Preis für Gesellschaftsspiele gewonnen. In Berlin wurde am Montag "Kingdomino" als 39. "Spiel des Jahres" ausgezeichnet.

Bei "Kingdomino" puzzeln die Spieler sich ein fünf mal fünf Felder großes Königreich zusammen und versuchen ähnlich wie bei "Domino" die neuen Plättchen passend an bereits ausliegende anzulegen. Dabei ist es entscheidend, möglichst große Flächen mit gleichen Landschaften zu bilden. Nominiert zum "Spiel des Jahres" waren neben dem Gewinner noch "Wettlauf nach El Dorado" und "Magic Maze".

In unserer Bildergalerie stellen wir das "Spiel des Jahres", "Das Kennerspiel des Jahres" sowie alle nominierten Spiele vor.

Neue Ebene mit schlichter Eleganz

Das vom Franzosen Bruno Cathala erdachte "Kingdomino" kommt mit so wenigen Regeln aus, dass es in ein paar Minuten erklärt und in weniger als einer halben Stunde durchgespielt werden kann. Die Jury des "Spiel des Jahres" hielt vor allem die spielerische Klarheit von "Kingdomino" für auszeichnungswürdig. Das Spiel hebe "das altehrwürdige Dominoprinzip auf eine neue Ebene, ohne dabei die schlichte Eleganz des Vorbilds zu verlieren", schreiben die Juroren in ihrer Begründung.

Autor Cathala, ein Veteran der Spieleszene, erklärte während der Veranstaltung, dass er "Domino" bereits mit seinen Großeltern gespielt habe. Er sei von jeher von dessen Spielmaterial fasziniert gewesen, allerdings nicht so sehr von den Regeln. Deshalb habe er versucht, ein modernes Spiel mit dem altbekannten Material zu erschaffen.

Das "Spiel des Jahres" gilt als die wichtigste Auszeichnung für Brettspiele, die den Verkauf der ausgezeichneten Spiele gehörig ankurbelt. Pegasus Spiele, Herausgeber von "Kingdomino", kann jetzt auf jeden Fall die Maschinen anschmeißen und Hunderttausende Exemplare des Spiels drucken. Von "Camel Up" etwa, dem "Spiel des Jahres 2014", ebenfalls erschienen bei Pegasus, wurden laut Verlagsangaben bereits über eine halbe Millionen Exemplare verkauft.

Diese Extrawerbung hat die "Exit"-Spielereihe des Ehepaars Inka und Markus Brand aus Gummersbach, die am Montag mit dem "Kennerspiel des Jahres 2017" ausgezeichnet wurde, vermutlich nicht mehr nötig. Immerhin wurden bereits über 250.000 Exemplare der kleinen "Escape-Räume als Brettspiel" verkauft, demnächst erscheinen "Exit"-Lizenzausgaben in 20 Sprachen. Sechs verschiedene Räume sind bereits erhältlich, weitere - darunter ein Fall für "Die drei Fragezeichen" - kommen im Herbst hinzu.

Mit dem "Kennerspiel des Jahres" werden Spiele ausgezeichnet, die vom Anspruch her leicht über dem "Spiel des Jahres" liegen. Das Kennerspiel soll Spielfreunde dazu motivieren, auch einmal ein komplizierteres Spiel auszuprobieren. Nominiert waren neben "Exit" noch "Räuber der Nordsee" und "Terraforming Mars".

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