Heiteres Wörterraten "Just One" ist das Spiel des Jahres 2019

Ein ganz einfaches Partygame ist zum Spiel des Jahres gewählt worden. Wer es etwas komplexer mag, sollte "Flügelschlag" ausprobieren - es wurde zum Kennerspiel des Jahres gekürt.
Spieleautor Bruno Sautter mit seinem Spiel "Just One"

Spieleautor Bruno Sautter mit seinem Spiel "Just One"

Foto: Wolfgang Kumm/ DPA

Das Spiel des Jahres 2019 heißt "Just One". Die Jury zeigte sich am Montag begeistert von der niedrigen Einstiegshürde des Wortrate-Spiels, die jeder problemlos überwinden könne. Das Spiel der französischen Autoren Bruno Sautter und Ludovic Roudy sei "durch seine Einfachheit genial".

Und darum geht es: Bis zu sieben Spieler versuchen gemeinsam, möglichst viele geheime Begriffe zu erraten und auf diese Weise einen Highscore zu erzielen. Dabei muss immer ein Spieler einen unbekannten Begriff erraten. Die Mitspieler dürfen jeweils einen Hinweis geben, der aus einem Wort besteht. Lustig wird das Ganze, weil doppelte Hinweise herausgenommen werden. Hinweisgeber müssen also abwägen zwischen einfachen (aber vielleicht doppelten und somit wertlosen) Tipps und kreativeren, bei denen der Rater aber um die Ecke denken muss.

Co-Autor Bruno Sauter erklärte, sein Ziel sei gewesen, ein Spiel zu gestalten, das so einfach zu erlernen sei, dass es sogar seiner eigenen Schwiegermutter Spaß machen würde. Herausgekommen ist dieses Partyspiel, dem man durchaus zutraut, noch lange gespielt zu werden. "Just One" ist dann auch das einzige seiner Spiele, das besagter Schwiegermutter gefällt, erklärte ein sichtlich gerührter Sauter nach der Preisverleihung.

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Neben "Just One" waren noch "L.A.M.A.", ein schnelles Kartenspiel der deutschen Spieleautorenlegende Reiner Knizia, sowie "Werwörter" des Amerikaners Ted Alspach nominiert. Auffällig ist, dass in diesem Jahr drei äußerst einfache Spiele in die engere Auswahl für den Preis kamen. Jedes der Spiele lässt sich problemlos in weniger als fünf Minuten erklären. Der Reiz der drei Nominierten entsteht demnach auch aus der meist lauten Interaktion der Spieler untereinander und nicht aus trockenem Optimieren oder konzentriertem Taktieren.

In Berlin wurde außerdem "Flügelschlag" der US-Autorin Elizabeth Hargrave als Kennerspiel des Jahres 2019 ausgezeichnet. Mit diesem zweiten Preis zeichnet die Jury seit 2011 etwas komplexere Spiele aus, die sich an Menschen richten, die tiefer in das Hobby eintauchen möchten und auch vor umfangreicherem Regelwerk nicht zurückschrecken.

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Das mit opulentem Material und 170 unterschiedlichen Vogelkarten ausgestattete "Flügelschlag" ist das erste Spiel von Hargrave überhaupt. Im Interview verriet die Amerikanerin, dass sie das Spiel entwickelte, weil sie sich bei einem Spieleabend darüber geärgert habe, dass es keine Brettspiele mit für sie relevanten Themen gäbe. Als Hobby-Ornithologin und "bird watcher" habe sie sich dann ans Werk gemacht.

Vier Jahre hat die Entwicklung des Spiels demnach gedauert, ein weiteres halbes Jahr die Überarbeitung durch den Verlag Stonemaier Games. Im Moment kommen im Spiel hauptsächlich nordamerikanische Vögel vor, eine Erweiterung mit europäischem Federvieh ist aber bereits in Planung. "Flügelschlag" setzte sich gegen die ebenfalls nominierten "Carpe Diem" von Stefan Feld und "Detective" eines polnischen Autorenkollektivs durch.

Hier stellen wir das neue Spiel des Jahres, das Kennerspiel sowie alle mitnominierten Spiele vor

Neben dem Spiel des Jahres und dem Kennerspiel des Jahres zeichnet die Jury zudem ein Kinderspiel des Jahres aus. Dieses wurde bereits im Juni in Hamburg an "Tal der Wikinger" des französischen Autorenpaars Marie und Wilfried Fort vergeben.

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Das clevere Wikinger-Spiel für Kinder ab sechs Jahren sei laut Jury ein "einzig- wie neuartiges" Spiel, das "zugleich Geschick und taktisches Denken" herausfordere und auch für Kinder geeignet, die ansonsten sehr wenig spielen.