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"Splatoon": Alles so schön bunt hier

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Videospiel "Splatoon" Nintendo erfindet den Farbrausch-Shooter

"Splatoon" ist endlich einmal wieder ein Experiment aus dem Hause Nintendo. Mit der Mechanik eines Ego-Shooters, aber einem verrückten, gänzlich friedfertigen Spielkonzept. Und unterhaltsamen Geheimnissen, die man erst entdecken muss.

Ein Farbwirbelsturm kommt auf mich zu, ich kann gerade noch ausweichen. Schieße einen Farbball auf einen Gegner, verwandele mich in ein Fischwesen, tauche in der Farbe unter und nehme so neue Munition auf. Stelle mich hin, schieße wieder und werde von einer Farbrolle umgefahren. Nicht aufgepasst, zurück an den Anfang. Verschieße wieder Farbe. Das Spielfeld soll schließlich orange werden. Das ist die Farbe meiner Mannschaft, der Gegner hat grün. Wer zum Schluss den größten Anteil des Spielfelds in seiner Farbe bemalt hat, hat gewonnen.

"Splatoon" ist ein Spiel für Nintendos Wii U. Ein Versuch von Nintendo, eine neue Marke zu entwickeln und vor allem: Ein Versuch, ein Multiplayerspiel, einen Shooter zu machen, der nicht nur für erwachsene Spieler da ist, sondern für möglichst alle. Bunt, quietschig und grell. Das klappt erstaunlich gut, auch wenn der Anfang gewöhnungsbedürftig ist, weil man da vor allem mit einer kleinen Farbpistole rumläuft, mit der man selbst gegen Wasserpistolen für Kleinkinder verlieren würde.

Als es langweilig wird, lugt da dieser Mann aus dem Schacht

Langsam arbeite ich mich hoch, verliere ein Spiel, gewinne ein anderes. Und auch wenn ich die Mischung aus pausierendem Eintauchen in Farbe, anschwimmen und schießen flüssig und schlüssig finde: Irgendwann kommt mir die Frage, ob das nun alles ist. Da helfen auch verschiedene Spielmodi wenig, die im Grunde nur Variationen des Immergleichen sind. Ständiges Herumgeballere mit Farbkugeln ist nur eine gewisse Zeit erträglich. Auch, weil ich das Plopp-Geräusch bald über habe.

Doch dann ändert sich das Spiel für mich komplett: Ich treffe den Mann, der aus einem Schacht in der Lobby von "Splatoon" lugt. Ich spreche ihn an und entdecke ein neues Spiel. Ein wirklich großartiges. Ein Solospiel, das sich unter der Multiplayer-Oberfläche verbirgt. Und allein dafür lohnt sich "Splatoon".

Hier nämlich spielen die Entwickler des Nintendo-eigenen EAD-Studios ihre Erfahrung aus und bauen Level, die denen eines Mario-3D-Spiels in nichts nachstehen. Die Farbpistole wird zu einem Instrument, mit dem sich Wände erklimmen und Gegner wegschießen lassen. Das Eintauchen in die Farbe wird zum kreativen Spielzeug, die Bossgegner sind wirr, bunt und mit ein wenig Geschick und vor allem Köpfchen zu schlagen.

Ich schwimme Wände hoch, falle durch Gitter, werfe Farbbomben auf Gegner, schleiche mich durch Farbröhren, tauche unter, schieße hoch, ziele, lasse mich zurückgleiten in die Farbe, springe über bewegliche Plattformen. Und fühle mich an Mario-3D-Spiele genauso erinnert wie an "Jet Set Radio" oder auch "Portal". Hier, in diesen Leveln, verstecken sich Spielwitz, Innovation und Spaß. Weshalb ich den Controller kaum weglegen möchte. Und weitermache. Herumspritze, Farbduschen ausweiche, unsichtbare Wege sichtbar mache, bis zum Ende. Dazwischen macht dann auch eine Runde Mulitplayermodus mal wieder Spaß.


"Splatoon" von Nintendo für Wii U, ca. 40 Euro; USK: Ab 6 Jahren

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