Abschalttermin für Stadia Google macht seinen Spiele-Streamingdienst dicht

Ohne Konsole oder teure Grafikkarte aktuelle Blockbuster spielen: Mit Stadia wollte Google das Gaming revolutionieren. Doch nach kaum drei Jahren wurde nun das Aus für den Service angekündigt.
Google-Dienst Stadia: 2023 wird das Angebot eingestellt

Google-Dienst Stadia: 2023 wird das Angebot eingestellt

Foto: Andrea Warnecke/dpa

Google zieht bei seinem wenig erfolgreichen Cloudgaming-Angebot Stadia einen Schlussstrich. Wie das Unternehmen am Donnerstagabend deutscher Zeit bekannt gab, wird der Ende 2019 gestartete Dienst im Januar eingestellt. Das Angebot habe zwar eine »starke technische Grundlage« gehabt, betont Google , es sei bei den Nutzerinnen und Nutzer aber nicht so gut wie erwartet angekommen.

Gerüchte dazu, dass Google Stadia einstampfen könnte, gab es schon seit Langem. Schon im Frühjahr 2021  sah sich das Unternehmen genötigt, öffentlich zu beteuern, dass der Dienst »lebendig und wohlauf« sei.

Das Unternehmen hatte Stadia einst als »neue Art des Gamings« angekündigt. Die Rede war von »Games in bester Qualität« und einer »Plattform für Videospiele, mit der ihr jederzeit eure Lieblingsspiele auf allen Endgeräten zocken könnt – egal, ob auf dem Fernseher, Laptop, Desktop-PC, Tablet oder Smartphone«.

Technisch setzte Google auf das sogenannte Cloudgaming: Anders als etwa beim klassischen PC- oder Konsolen-Gaming werden Spiele dabei nicht heruntergeladen und lokal ausgeführt. Stattdessen laufen sie auf Googles Servern in der Cloud und werden über das Internet gestreamt.

Am 18. Januar ist es vorbei

In seiner Ankündigung schreibt Google nun, Stadia-Nutzer hätten noch bis zum 18. Januar Zugriff auf ihre Spielebibliothek, sodass sie noch ihre letzten Spielesitzungen absolvieren könnten. Danach soll es mit Stadia als eigenständigem Dienst vorbei sein.

Gamern, die direkt über den Google Store oder den Stadia Store Geld in Stadia-Angebote wie ein Starter-Set samt Controller oder auch in einzelne Games oder digitale Zusatzinhalte investiert haben, möchte das Unternehmen ihre Ausgaben zurückerstatten. Google teilt mit, es gehe davon aus, den Großteil dieser Rückerstattungen bis Mitte Januar 2023 abgeschlossen zu haben. Schon jetzt sind keine neuen Spielekäufe über den Stadia Store mehr möglich. Dort sollte diese Woche das Fußballspiel »Fifa 23« erscheinen.

Google beteuert, das Unternehmen werde sich dem Thema Gaming auch in Zukunft widmen »und weiterhin in neue Tools, Technologien und Plattformen investieren, die den Erfolg von Entwicklern, Industriepartnern, Cloud-Kunden und Kreativen fördern«. Man sei dankbar für die »bahnbrechende Arbeit« des Stadia-Teams.

Zugleich ist Stadia eines von vielen mit großen Ambitionen gestarteten Angeboten, die Google in den vergangenen Jahren eingestellt hat. Eine Übersicht von Projekten, von denen sich der Konzern verabschiedet hat, bietet die Website The Google Cemetery , eine Art digitaler Friedhof für Google-Projekte. Ein inhaltlich ähnliches Webportal heißt Killed by Google .

mbö
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