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Die Suche hat ein Ende: "Star Wars Jedi: Fallen Order"

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"Jedi: Fallen Order" im Test Nicht nur für Fans von "Star Wars"

Mit einer dichten Atmosphäre versucht das neue "Star Wars"-Spiel auch solche Spieler für sich zu gewinnen, die keine Fans von Jedis und Lichtschwertern sind. Unseren Autor hat dieses Konzept überzeugt.

Vor gut 20 Jahren stand ich in einem Supermarkt vor einem kleinen Regal mit VHS-Videokassetten und entschied mich dafür, "Krieg der Sterne" zu kaufen. Es war ein für mich singuläres Gefühl, diesen Film zum ersten Mal im Wohnzimmer zu schauen. Daraus entspann sich eine Verbundenheit mit vielen Höhen und Tiefen. Heute sitze ich wieder vor dem Fernseher und spiele "Star Wars Jedi: Fallen Order" und zu meiner Überraschung ist es wieder da, dieses Gefühl.

2013 wurde die "Star Wars"-Lizenz Electronic Arts anvertraut. Man hatte bis zuletzt das Gefühl, dass die Firma damit vor allem eines angestellt hat: Unfug. Denn in gut sechs Jahren brachten sie lediglich zwei Multiplayer-Shooter heraus, die mit Mikrotransaktionen und Lootboxen vollgepackt waren.

Ein gelungener Hybrid

"Star Wars Jedi: Fallen Order" spielt zwischen Episode 3 und 4 der Filme. Aus Anakin Skywalker ist also schon Darth Vader geworden und am Todesstern wird eifrig gebaut. Der Spieler steuert Cal Kestis, einen jungen Jedi-Ritter auf der Flucht vor dem Imperium und dessen Inquisitorin, der sogenannten "Zweiten Schwester".

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Dabei spielt sich "Star Wars Jedi: Fallen Order" wie ein gelungener Hybrid aus der "Uncharted"-Reihe und "Dark Souls". Der Spieler springt, rennt und klettert durch die Spielwelt, löst Rätsel und tut das mit der Gewandtheit eines Nathan Drake.

Der Aufbau der Welten wiederum erinnert an "Dark Souls": Man kämpft sich durch Höhlen, Raumstationen oder Dschungel und entdeckt schließlich Abkürzungen in Form von zunächst verschlossenen Türen oder Aufzügen. Auch das Speichersystem wurde von "Dark Souls" übernommen. An bestimmten Stellen kann der Spieler meditieren und damit speichern. Lässt er beim Meditieren jedoch seine Energie auffüllen, erschienen alle bereits erledigten Gegner wieder. Ebenso kann man hier erbeutete Erfahrungspunkte ausgeben und neue Fähigkeiten bekommen.

Die Kämpfe in "Star Wars Jedi: Fallen Order" stechen besonders heraus. Denn dabei handelt es sich nicht um simple "Hau Drauf"-Mechaniken. Auch hier sind deutliche Einflüsse von "Dark Souls" zu bemerken. Jeder Gegner bedarf einer eigenen Strategie. Schüsse aus Laserpistolen müssen mit dem Lichtschwert zurückgeschleudert werden, große Gegner sollte man mithilfe der "Macht" zu Boden bringen. Nur wer lernt, das Blocken genauso zu schätzen wie den Angriff, kann die anspruchsvollen Kämpfe bestehen.

Nicht nur für Fans

Soviel zu den Mechaniken des Spiels, die alle wunderbar funktionieren und Spaß machen. Das Besondere des Spiels ist aber die Atmosphäre, die in einem Videospiel noch wichtiger ist als in einem Film. Hier spielt es eine große Rolle, dass ich ein "Star Wars"-Fan bin.

Wenn ich mich durch die Welten des Spiels steuere, sehe ich die Umgebung, höre die Klänge wohl anders als jemand, der mit der Serie nichts anfangen kann. Ich halte an Orten an, die ich wiedererkenne, lausche der Musik und bewundere den Sound des Lichtschwerts, wo andere nur das Ende des Levels suchen. Dem Spaß daran tun auch die gelegentlichen grafischen Schwächen keinen Abbruch. Respawn Entertainment, die vor allem durch "Titan Fall" und "Apex Legends" bekannt sind, haben hier beeindruckende Arbeit geleistet.

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Allein der Soundtrack von Gordy Haab und Stephen Barton nähert sich so sehr der musikalischen Ausdruckskraft der Filme an, dass er einen großen Teil zur Atmosphäre des Spiels beiträgt. Hinzu kommen bekannte Charaktere aus den Filmen oder auch vertraut wirkende Planeten wie etwa Kashyyyk, der Planet, auf dem die Wookiees leben.

Doch das bedeutet nicht, dass Menschen, die mit "Star Wars" nichts anfangen können, dieses Spiel nicht wertschätzen könnten. Im Gegenteil, "Star Wars Jedi: Fallen Order" bietet genug Substanz, um auch Menschen anzusprechen, die einfach nur ein spannendes und spaßiges Videospiel suchen.

Die Suche hat ein Ende

Zuletzt möchte ich noch einmal als Fan sprechen: Ich habe lange auf ein Spiel gewartet, das es schafft, dieses gigantische Universum für Einzelspieler spielbar zu machen. Den Stoff dieser Filme zu übersetzen in ein eigenständiges Spiel. "Star Wars Jedi: Fallen Order" schafft genau das.

Und das ist für mich die große Überraschung. Ohne Mikrotransaktionen, ohne Lootboxen, ohne all diese geldmachenden Mechanismen ist es ein ehrliches Spiel, das eine Geschichte erzählen und mit seiner eigenen Qualität überzeugen möchte - nicht mit der Option, Geld zu zahlen, damit man schneller weiterkommt.

Kurzum, "Star Wars Jedi: Fallen Order" ist das beste "Star Wars"-Spiel seit Jahrzehnten. Und eines der besten Spiele des Jahres. Wer hätte das gedacht?

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