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Spieleplattform von Valve: Was ist eigentlich Steam?

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Gaming-Plattform Steam Jetzt sieht nicht mehr jeder, was Sie spielen

Wer hat welche Computerspiele gekauft? Wie lange spielt er sie? Diese Infos waren auf Valves Spieleplattform Steam üblicherweise für Dritte einsehbar. Jetzt ist das anders - zum Leidwesen eines beliebten Dienstes.

Valve hat die Privatsphäre-Einstellungen für Nutzer seiner Spieleplattform Steam überarbeitet. Standardmäßig sehen künftig nur noch Online-Freunde eines Steam-Nutzers, welche Spiele er besitzt, wie lange er sie spielt und welche Spiele er seiner Kaufwunschliste hinzugefügt hat. Wer dies anders haben will, muss es händisch im nun angepassten Menü zur Privatsphäre umstellen:

Aktualisierte Privatsphäre-Einstellungen bei Steam

Aktualisierte Privatsphäre-Einstellungen bei Steam

Foto: Steam/ Valve Corporation

Bislang waren die Daten vieler Steam-Nutzer öffentlich abrufbar, nur wenige Steam-Mitglieder hatten ihr Profil auf privat gestellt.

Man reagiere damit direkt auf Feedback von Nutzern, erklärt Valve in einem Blogbeitrag . Steam-Kunden hätten nun mehr Kontrolle über die Privatsphäre ihres Steam-Accounts. Demnächst wolle man auch noch einen neuen "Unsichtbar"-Modus einführen, heißt es weiter, sodass Nutzer auf Wunsch den Eindruck erwecken können, offline zu sein, während sie Steam nutzen.

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Spieleplattform von Valve: Was ist eigentlich Steam?

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Eine weitere Neuerung ist, dass Nutzer ihre Gesamtspielzeit nun privat halten können, selbst wenn sie in Steam unter Game Details die Einstellung öffentlich wählen (siehe Screenshot). So müsse man "nicht mehr nervös darüber lachen, wenn Ihre Freunde bemerken, dass Sie 4000 Stunden in Ricochet (ein Actionspiel aus dem Jahr 2000 - d. Red) investiert haben", schreibt Valve dazu.

Die Freundesliste bleibt öffentlich

Während Details über die Spielgewohnheiten der meisten Steam-Nutzer nun wohl aus dem Netz verschwinden, bleiben andere Informationen weiter standardmäßig öffentlich: Das gilt etwa für Freundeslisten, Kommentare und Gruppenmitgliedschaften. Hier lassen sich aber manuell auch die Einstellungen Nur Freunde und Privat anwählen.

In den Kommentaren unter der Valve-Ankündigung ist das Feedback durchwachsen: Manche Nutzer der Plattform freuen sich über die Anpassungen, andere reagieren mit Sätzen wie "Warum ist es die Standardeinstellung, dass deine Spiele versteckt sind? Das fühlt sich nicht richtig an."

SteamSpy verliert wichtige Informationen

Ernsthafte Konsequenzen scheint Valves Reformeifer für einen beliebten Onlinedienst zu haben: Das Angebot SteamSpy  hat sich in der Branche über die Jahre einen Namen gemacht, weil es auf Basis von Steam-Daten Zahlen dazu veröffentlicht, wie verbreitet einzelne Digitalspiele sind.

Die Daten von SteamSpy sind zwar nicht exakt. Sie gelten in der Spielebranche aber als gute Hilfe, um abzuschätzen, ob zum Beispiel ein Konkurrenzspiel erfolgreich ist oder nicht: Valve selbst veröffentlicht keine Verkaufszahlen einzelner Titel.

SteamSpy-Betreiber Sergey Galyonkin schrieb Dienstagabend auf Twitter, dass sein Dienst nun nicht mehr wie bisher funktioniere, weil die Spielebibliothek von Steam-Nutzern jetzt standardmäßig versteckt sei.

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Auf den Gedanken eines Spieleentwicklers, ob wohl große Spieleanbieter bei Valve für diesen Schritt lobbyiert hätten, antwortet Galyonkin auf Twitter, er glaube nicht, dass sich Valve von solchen Wünschen beeinflussen lasse. "Oder, wenn dies der Fall wäre, hätten sie lange gebraucht, um auf dieses Feedback zu reagieren."

mbö
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