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Neuheit für Wii U: Einblicke in Nintendos Levelbaukasten

Foto: Nintendo

"Super Mario Maker" im Test Level zu schwierig? Bau ich ihn halt um!

Nintendo erfüllt Millionen Spielefans einen Kindheitstraum: In "Super Mario Maker" kann man eigene Level bauen, durch die der weltberühmte Klempner hüpft. Dabei zeigt sich schnell, ob man zum Spieldesigner taugt.

Es passt nicht.

Wenn ich die eine schwebende Insel verlängere, ist es zu leicht, an der beißenden Pflanze vorbeizukommen. Wenn ich sie kürze, ist es nicht möglich. Das Gleiche gilt für die kleine Falle, die ich mir ausgedacht habe. Entweder ist alles zu einfach oder zu schwer. Ich bin nicht gut darin, Level zu bauen. Ich merke das schnell - und sehe "Super Mario Maker" als kleine Lehrstunde in Sachen Spielgestaltung.

"Super Mario Maker" ist, wie der Name andeutet, ein Baukasten, mit dem man neue Level im "Super Mario"-Look bauen kann, ganz einfach, auf dem Touchscreen des Wii-U-Gamepads. Diese kann man dann entweder selbst spielen oder auf Nintendo-Server hochladen, von wo aus sie dann jeder "Super Mario Maker"-Besitzer herunterladen und testen kann.

Andere Spieler haben natürlich dieselben Optionen, daher kann man sich ständig neue Level anschauen und diese ausprobieren. Und mit etwas Mühe und Talent kann man tatsächlich Abschnitte erschaffen, die die Community wertschätzt. Einige Eindrücke vom Spiel bietet unsere Fotostrecke.

"Super Mario Maker" wird zum 30-jährigen Jubiläum von "Super Mario Bros." veröffentlicht - jenem Spiel, mit dem Nintendo spätestens zu einem der beliebtesten und erfolgreichsten Videospielehersteller aufgestiegen ist. Das Spiel, dem nicht wenige Menschen nachsagen, dass es die Spieleindustrie vor der Pleite bewahrt hat, nach dem großen Crash von 1983. Das Spiel, dessen erster Level Spieleentwickler immer noch begeistert.

In dem Abschnitt, in dem man früher das Spielen lernte, wird einem heute das Bauen beigebracht. Er ist nämlich das Übungslevel, in dem erklärt wird, wie man den Baukasten benutzt: wie man Steine setzt, Fallen einbaut, Gegner platziert. Was nicht erklärt wird: wie man einen Level plant, warum man Gegenstände so setzt, wie alles zusammenhängt.

Testen und noch mehr testen

Das lässt sich nur durch langes Herumprobieren erforschen - und durch Testläufe. Zuerst im Trockenen daheim, wenn man einigermaßen sicher ist, auch durchs Hochladen und das folgende Feedback von anderen Spielern. Das ist manchmal harsch, aber oft genug konstruktiv.

Lädt man sich fremde Level herunter, erlebt man immer wieder Überraschungen. Da wird aus Mario ein "Metroid"-Klon oder eine "Pac-Man"-Variante oder auch ein wildes, durchgedrehtes Etwas, und das mit verblüffend einfachen Mitteln.

Im Grunde ist "Super Mario Maker" eine kleine Geschichtsstunde und ein hervorragender Nachhilfekurs in Sachen Spieldesign. Man kann selbst die Arbeit der Spieleentwickler nachvollziehen, irgendwann verstehen, warum manche Level großartig, andere hingegen einfach langweilig sind.

Und ganz nebenbei ist dieser simple, aber umso einfacher zu bedienende Baukasten eine Erinnerung daran, dass Nintendo nicht nur eine Firma mit ein paar Maskottchen ist. Vielmehr ist es eine Firma, in der viele Entwickler arbeiten, die das hier vorgestellte Werkzeug mit erstaunlicher Meisterschaft beherrschen und auch nach 30 Jahren noch wunderbare neue Ideen haben.


"Super Mario Maker" von Nintendo, für Wii U, ca. 45 Euro; USK: Ohne Altersbeschränkung