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Switch-Neuheit: Das ist "Super Mario Party"

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Spieleabende mit "Super Mario Party" "Das ist doch eine Verschwörung"

"Super Mario Party" lockt mit zahlreichen verrückten Mini-Games. Macht die Neuheit für Nintendos Switch auch Gelegenheitsspielern Spaß? Das Ergebnis eines Tests ist eindeutig.

Der Arm schnellt in die Höhe, immer wieder. Weit ausholen, damit die Spielfigur, der die Bewegung des Arms als Antrieb dient, möglichst schnell den Pfahl hochklettert. "Ich kann nicht mehr", brüllt der erste Spieler alsbald. Wenn er gewinnen will, muss er aber weitermachen. Was für ein Stress - und was für ein herrlicher Spaß.

Für den Test des neuen "Super Mario Party", das diesen Donnerstag für Nintendos Konsole Switch erscheint, habe ich zwei Spieleabende veranstaltet. Einmal traf ich mich mit Nadine, 35, die zwar früher ein Super Nintendo hatte, sonst aber kaum Games spielt. Beim zweiten Abend waren Markus, 29, und Chris, 32, dabei: Der eine ist Fan von Einzelspieler-Games wie "God of War", der andere hat kaum Kontakt zu "Telespielen", wie er sie nennt.

Was werden nichtsahnende Spieler über das neue "Mario Party" sagen?

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Switch-Neuheit: Das ist "Super Mario Party"

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Das Spiel beginnt mit einer kleinen Vorgeschichte, die freilich niemanden interessiert und nicht schnell genug weggeklickt werden kann. Dann geht es zur Auswahl der Charaktere. Nadine nimmt "Monty Maulwurf", bekannt aus "Mario Kart", wo er aus Löchern geschossen kommt und die Karts verlangsamt. Wieso Monty? "Der ist dick und hat einen tollen Namen." Markus wirft Chris einen verächtlichen Blick zu, als dieser "Super Mario" wählt - "wie langweilig" -, er entscheidet sich für den Geist "Buu Huu".

Als Nächstes gilt es, die vom Computer gesteuerten Gegner auszuwählen. Freilich entscheiden sich alle für die einfachste der drei Schwierigkeitsstufen, schließlich möchte man sich nicht blamieren.

Minispiele, Maxi-Spaß

"Super Mario Party" bietet sieben verschiedene Modi. Neben dem klassischen "Mario Party"-Modus, in dem die Spieler auf einem Spielbrett gegeneinander antreten, sich in Minispielen messen und Sterne ergattern, steht etwa noch das "Raft-Abenteuer" zur Verfügung.

In diesem Modus sitzen die Spieler zusammen in einem virtuellen Boot und müssen mit den Joy-Cons, den kleinen Controllern der Switch, paddeln. Dabei müssen sie sich absprechen, denn paddelt eine Seite stärker als die andere, bewegt sich das Boot in die entsprechend andere Richtung. Es gilt, Ballons zu treffen, die Minispiele auslösen, außerdem müssen sich die Spieler zwischen verschiedenen Wegen entscheiden, sobald sich eine Gabelung im Flussverlauf auftut.

Über einen Minispiel-Modus können einzelne der Minispiele auch wieder direkt angewählt werden, für spontane Duelle. Ein Onlinemodus ermöglicht es, diese Spiele auch online gegen andere zu bestreiten.

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Die Regeln werden erklärt

Richtig Spaß macht "Super Mario Party" dann, wenn die Kontrahenten direkt neben einem auf der Couch sitzen. Wir haben uns an beiden Abenden für den "Mario Party"-Modus entschieden. Nadine sprach besonders das Spielbrett "Riesenobst-Paradies" an, während sich Markus und Chris auf die "Wummp-Domino-Ruine" einigten - schon die Namen verbreiteten Heiterkeit.

Nintendo-typisch werden die Regeln brav erklärt, gerade, wenn man das erste Mal einen neuen Modus anfängt. Auch jedes einzelne Minispiel wird vor dem Start erklärt und kann vor Beginn sogar noch ausprobiert werden.

Das Schöne an diesen Spielen aus "Mario Party" ist, dass sie sehr leicht von der Hand gehen. Im Minispiel "Vibrationswahl" etwa muss man Bewegungen von Figuren anhand der Vibrationen des Joy-Cons erkennen. In "Ballonhatz" gilt es, den Ballon, der am Hinterteil der Gegner hängt, mit einem Hammer zum Platzen zu bringen. Und bei "Nicht den Faden verlieren" - einem Favoriten an beiden Abenden - müssen die Spieler mit einem Faden ein vorgegebenes Muster nachstellen.

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Spaß ohne Schwelle

In den vielen Minispielen werden die Vorteile der Nintendo Switch wunderbar genutzt, von den feinen Vibrationsmotoren der Joy-Cons bis zur Bewegungssteuerung. Beim Spielen hält man meist nur in einer Hand einen Controller, wodurch man die andere Hand nutzen kann, um seine Mitspieler abzulenken. Allerdings kann das Spiel auch nur mit den Joy-Cons gespielt werden. Der Pro-Controller der Switch ist hier nutzlos.

An beiden Abenden wurde bei uns viel gelacht und geflucht, obwohl oder gerade weil meine Mitspieler anfangs skeptisch waren oder allgemein nicht viel mit Videospielen zu tun haben.

Gelacht wurde wegen der unterhaltsamen Minispiele, aber auch wegen der lustigen Animationen der Spielfiguren, wenn sie gewinnen, verlieren, oder mit einem Hammer verdroschen wurden. Geflucht wurde, wenn Markus, des Sieges sicher, kurz vor der letzten Runde doch noch einen Stern verlor und damit statt auf dem ersten auf dem dritten Platz landete: "Das ist doch eine Verschwörung gegen mich!"

Nintendo hat beim neuen "Super Mario Party" also viel richtig gemacht und sich aufs Wesentliche konzentriert: auf eingängige Minispiele und auf schlichte, aber dafür umso effektivere Spielmodi. Das Spiel bietet so Spielspaß ohne eine große Schwelle, Nadine, Markus und Chris jedenfalls wollen bald noch mal spielen. Aber erst, wenn sie es verkraftet haben, vom Gastgeber auf die hinteren Plätze verwiesen worden zu sein.

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