Angespielt Eine Stunde mit "Resistance: Burning Skies"

Aliens fallen in New York ein. Mit dieser mäßigen Idee soll "Burning Skies" das Erbe der "Resistance"-Reihe antreten. Gleich in mehreren Punkten kann der Titel für die Playstation Vita nicht überzeugen.

Sony

Ich habe ein Herz für die "Resistance"-Reihe. Unter all den militärisch angehauchten Ego-Shootern der letzten Jahre hat sie es geschafft, sich ein eigenes Profil zu bilden. Hat eine Mischung aus B-Movie-Flair, fünfziger Jahre Paranoia, kaltem Krieg und Alien-Invasion geschaffen, die Spaß macht, immer großartig aussieht und manchmal sogar anrührend ist, frei von übertriebenem Pathos und Hurra-Patriotismus.

Passend dazu war das fast konservative Ego-Shooter-Gameplay. Wo die meisten Spiele heute ihre Protagonisten mit selbstregenerierender Energie ausstatten, setzte "Resistance" weiterhin auf Medizin, die aufgesammelt und in gefährlichen Momenten eingesetzt werden kann, was zu deutlich nervenaufreibenderen Kämpfen führt. Einfach nur in Deckung gehen und warten, bis man wieder gesund ist, ist keine Option.

Im ersten Teil hat mich "Resistance" im Nachkriegs-England gegen die Invasion Außerirdischer kämpfen lassen. Es hat mit blassen Farben die Tristesse der fünfziger Jahre beschworen und mit bizarren Waffen verknüpft. Gewehre, mit denen man um die Ecke oder gar durch Mauern hindurch schießen konnte. Gut, dass die Aliens diese mitgebracht hatten, sonst hätte das Spiel langweilig werden können. So wurde es richtig gut.

Der zweite Teil siedelte in die USA über. Überzeugend war das weniger. Der dritte und bislang beste Teil konterte das zum Glück gekonnt und wurde so zu einem der unterschätztesten Ego-Shooter der letzten Jahre. In bester "Half Life 2"-Manier erzählt er eine einfache Geschichte von Unterdrückung und Freiheitskampf, konzentrierte sich dabei aber auf die Protagonisten und nicht auf das Schicksal der Nation.

Die lange Vorrede ist nötig, um "Resistance: Burning Skies" in den richtigen Kontext zu setzen. "Burning Skies" ist ein neuer Teil der Serie für Sonys neue Vita-Konsole. Das ließ einiges erwarten - eigentlich. Die Vita kann hervorragende Grafik darstellen, "Uncharted: Golden Abyss" ist der beste Beweis dafür. Gleichzeitig ist ihre Technik mit zwei Analogsticks darauf ausgelegt, gerade einen Ego-Shooter wie "Resistance" hervorragend steuern zu können.

Das Problem: Keine der hohen Erwartungen wird vom Spiel erfüllt. Die Geschichte um einen Feuerwehrmann, der im Einsatz seine Berufung als Alienjäger bekommt, und die Feueraxt auf einmal in Selbstverteidigung einsetzen muss, bleibt blass. Die Grafik ist veraltet, die Steuerung unpräzise und die Gegner sind strunzdumm.

In vielen Momenten wirkt das Spiel unfertig oder schlichtweg wie eine irritierende Sammlung von Ideen, die nicht zu Ende gedacht wurden. Wie der fast zwanghafte Versuch, den Touchscreen der Vita als Gameplay-Element einzubauen. Warum muss der Bolzen einer Armbrust mit dem Finger gespannt werden, warum jede Tür mit einem Fingerdruck geöffnet werden? Sinnvoll ist nichts davon, unterbricht sogar den Spielfluss. Schade, sowohl Serie als auch Konsole hätten ein Spiel verdient, das wirklich Spaß macht.


"Resistance: Burning Skies" von Sony, für Playstation Vita, ca. 45 Euro; USK: Ab 18 Jahren



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