"Uncharted Collection" angespielt Schießerei mit Aussicht

Klettern und ballern - auf den ersten Blick bietet "Uncharted: The Nathan Drake Collection" für die Playstation 4 nichts Bahnbrechendes. Dafür gibt es einen charmanten Helden und bestes Popcorn-Gaming.

Sony

Ich klettere an Eisenbahnwagen herum, die über einer Schlucht baumeln, erkunde Paläste im Dschungel, suche meinen Weg durch die Unterwelt Londons. Ich erkunde Tempel, vergessene Städte und Bergdörfer im Himalaya und schieße mich dabei durch Horden von Feinden. Kurz gesagt: Ich spiele "Uncharted: The Nathan Drake Collection", eine optisch überarbeitete Sammlung dreier "Uncharted"-Spiele.

"Uncharted" ist eine Spielereihe, deren drei Hauptteile exklusiv für Sonys Playstation 3 erschienen sind und deren einzelne Titel sich mehr als 20 Millionen mal verkauft haben. Entwickelt wurde sie von Naughty Dog, deren Entwickler früher einmal Spiele wie "Jak & Daxter" oder "Crash Bandicoot" gemacht haben und zuletzt mit "The Last of Us" ein düsteres Meisterwerk geschaffen haben.

Wirklich bahnbrechend ist bei "Uncharted" auf den ersten Blick nichts: Es geht beim Spielen darum, wechselweise zu schießen und zu klettern, immer wieder fast abzustürzen und mit den letzten Kugeln den letzten Gegner zu erledigen. Atemlose Ballereien werden mit atemberaubenden Ausblicken kombiniert.

Nepal, London, Borneo: Hauptsache, es sieht gut aus

Protagonist Nathan Drake ist ein charmanter Harrison-Ford-artiger Charakter, ein sonniger Draufgänger, dem es darum geht, flapsige Sprüche zu machen und mystische Schätze zu finden. Das amerikanische Pendant zu Lara Croft vielleicht, nur weniger steif als die englische Grabräuberin.

Von deren "Tomb Raider"-Spielen hat sich "Uncharted" einiges abgeschaut, zum Beispiel den Wechsel zwischen Kletterpassagen und Schießereien. Oder die Geschichten, die nicht unbedingt einen großen inneren Zusammenhalt haben und die wild zwischen T.E. Lawrence, Sir Francis Drake oder Marco Polo springen können. Hauptsache, man kann sich auf die Suche nach sagenumwobenen Schätzen und mystischen Artefakten machen und dabei die Welt erkunden.

"Uncharted" bietet bestes Popcorn-Gaming

Deshalb kann man bei dieser Spielesammlung ein Experiment wagen und zwischen den einzelnen Titeln hin- und herschalten. Die Brüche merkt man kaum, allein Detailreichtum und Flüssigkeit der Steuerung weisen auf das Alter des jeweiligen Spiels hin. Eigentlich aber ist es egal, was gerade passiert und wo es passiert. Nepal, London, Borneo: Hauptsache, es sieht gut aus und man kann kleine Filmsequenzen zwischen die Level stellen, in denen sich Nathan Drake mit seinen Mitstreitern amüsante kleine Wortgefechte liefern und charmant grinsen kann.

Alle drei "Uncharted"-Teile sind bestes Popcorn-Gaming, bei denen sich im Laufe der Jahre vor allem Grafik und Gameplay verbessert hat. Auch wenn manche Schießereien mit immer gleichen Gegnern etwas eintönig werden und der Schwierigkeitsgrad manchmal heftig schwankt: Gerade in dieser neuen Ausgabe zählen die "Uncharted"-Teile immer noch zum Besten, was das Genre der Action-Adventures hervorgebracht hat.


"Uncharted: The Nathan Drake Collection" von Sony für Playstation 4, ca. 65 Euro; ab 16 Jahren



insgesamt 4 Beiträge
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bronck 08.10.2015
1. Langeweile
Ich kenne wenige Spiele die langweiliger sind als Uncharted. Stundenlanges Moorhuhnschießen auf brunzdumme Gegner, die oft genug irgendwo respawnen wird von praktisch selbstablaufenden Kletterpassagen unterbrochen. Einzig die sehr seltenen Rätselteile lassen so etwas wie Spaß aufkommen. Das Spiel ist im Grunde wie die drölfzigfachste Bondfilm-Wiederholung. Nicht spannend, aber optisch nett anzusehen.
Khaanara 08.10.2015
2. Dann lieber das adelige Original
... da war im neuesten Teil mehr Spannung drin und ich freue mich schon auf den kommenden Aufstieg der Garbräuberin im November! ;-) Bei Uncharted war schon bei Teil 2 die Luft irgendwie raus und Teil 3 habe ich höchstens nur vier Stunden gespielt. Wie schon Bronck schrieb, wurde es alles irgendwie repetitiv je länger man es spielte.
kein_gut_mensch 08.10.2015
3. Naja
Zitat von Khaanara... da war im neuesten Teil mehr Spannung drin und ich freue mich schon auf den kommenden Aufstieg der Garbräuberin im November! ;-) Bei Uncharted war schon bei Teil 2 die Luft irgendwie raus und Teil 3 habe ich höchstens nur vier Stunden gespielt. Wie schon Bronck schrieb, wurde es alles irgendwie repetitiv je länger man es spielte.
Das sehe ich anders. Der letzte Tomb Raider war grauenvoll. Die Story verzettelte sich in Wiederholungen, die Charakterzeichnung von Lara war schizophren und die Nebencharakter quasi nur Pappmaschee. Das Gameplay war eine Mischung aus allem und Nichts und die Tombs waren gar nicht erst vorhanden. Das einzige was mir von dem Spiel im Kopf geblieben ist waren auch hier die nicht endenden Ballerreien wo Lara sich nach jedem Headshot entschuldigt hat. Und wenn man die Videos des neuen TRs schon gesehen hat wirds nicht besser. Ich finde das UC das Genre damals neu belebt hat und das Naughty Dog ein unglaublich gutes Gefühl für Charakterzeichnung und das wechseln der Spielsituationen hat. Manchmal wird mir auch ein wenig zuviel gekämpft aber im großen und ganzen passt der Wechsel der Elemente. UC hat damals viel von TR kopiert aber sie haben es an den entscheidenden Stellen verbessert und in Teil 2 dann perfektioniert. Das letzte TR hat dann wiederum unheimlich viel von UC kopiert aber sie haben es an den entscheidenden Stellen vermasselt.
nick_neuer 08.10.2015
4. Uncharted
Ich fand die Uncharted-Reihe ganz unterhaltsam, viel mehr nicht. Das mit Abstand beste daran war, dass es Naughty Dog in die Lage versetzt hat, The last of us zu produzieren. Trotzdem freue ich mich auf A thiefs end.
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