Videospielmesse E3 Neue Wii, neues Glück

Riesige Budgets, gigantische Werbeausgaben: Auf der Videospielmesse E3 werden Sony und Nintendo ihre neuen Konsolen zeigen. Touchscreens, 3D und schnelle Prozessoren - eine Vorschau auf die Woche der Games.

Aus  Los Angeles berichtet


Es ist die Messe der Gigantomanie: Ein Spielstudio hat die Außenwand eines Hotels für Werbung gemietet, gerade noch in Sichtweite des Haupteingangs zur Videospielmesse Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles. Ein gutes Dutzend Etagen hoch ist das Plakat - ein gepanzerter Kämpfer, den Mund zum Schrei geöffnet, die rechte Hand am Schwert schaut auf das Grammy Museum und die Messe dahinter hinab. Der Mann in Rüstung wirbt für das Rollenspiel "Elder Scrolls V". Es soll im November erscheinen, als Blockbuster angelegt wie sehr viele große Titel auf dieser Messe: riesiges Budget, hohe Werbeausgaben.

Spiele wie "Elder Scrolls V" müssen sich schätzungsweise eine Million Mal verkaufen, bis die Ausgaben für Entwicklung und Marketing wieder eingespielt sind. Deshalb sind Spielkonsolen für die auf der E3 vertretene Branche so wichtig: Für Konsolenspiele geben Menschen weltweit immer noch mehr Geld aus als für alle anderen Plattformen. Die britische Investmentfirma Digi Capital schätzt, dass es 2010 weltweit ungefähr 30 Milliarden Dollar gewesen sind. Das ist etwa so viel, wie im selben Jahr PC-, Smartphone-, Online- und Browserspiele zusammen eingebracht haben.

Weil der Markt so lukrativ ist, beginnt auf dieser E3 wieder einmal ein Konsolenwettkampf. Der derzeitige Marktführer Nintendo hat schon vorab angekündigt, in Los Angeles eine spielbare Version des Wii-Nachfolgers vorzuführen. Irgendwann 2012 soll die nächste Konsole dann in den Handel kommen, die bislang nur unter dem Arbeitstitel Project Café bekannt ist.

Es geht bei der E3 in diesem Jahr also nicht nur darum, den lukrativen Konsolenmarkt neu zu verteilen. Es geht auch um die Bedeutung der Blockbuster-Branche überhaupt: Kostenlose Onlinespiele werden immer schicker, ein iPhone genügt vielen als Spielgerät für unterwegs. Analysten erwarten bis 2014 Stagnation bei Konsolenumsätzen - die Einnahmen mit Online- und Mobilspielen sollen sich hingegen weltweit auf 44 Milliarden fast verdoppeln.

Neue Konsolen von Nintendo und Sony, Lichtschwerter bei Microsoft - eine Vorschau auf die Videospielmesse E3.

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
Cassandra105 06.06.2011
1. *********************************
Die sollen das Gelb lieber in die Qualität ihrer Spiele stecken, als in Großveranstaltungen und überdimensionale Werbung. Aber inzwischen sind Marketingfritzen, die keinerlei Ahnung vom Spiel selbst haben, ja vermeintlich wichtiger, als die Game Designer, Programmierer und Co. Folge: Toll beworbene, völlig überhypte Spiele, die nicht halten, was sie versprechen.
kaitou1412 06.06.2011
2. vuuczj
Wann kann ich mal wieder ein Spiel wie Terranigma oder Secret of Mana oder Chrono Trigger oder den Gameboy-Zelda spielen??? Ich vermisse das echt. =(
UnitedEurope 06.06.2011
3. Titellos
Zitat von Cassandra105Die sollen das Gelb lieber in die Qualität ihrer Spiele stecken, als in Großveranstaltungen und überdimensionale Werbung. Aber inzwischen sind Marketingfritzen, die keinerlei Ahnung vom Spiel selbst haben, ja vermeintlich wichtiger, als die Game Designer, Programmierer und Co. Folge: Toll beworbene, völlig überhypte Spiele, die nicht halten, was sie versprechen.
Zum Beispiel ?
SunSailor 06.06.2011
4. Kein Titel
Keine Werbung, kein Verkauf, ist leider so.
sozialminister 06.06.2011
5. Hyper Hyper
Zitat von UnitedEuropeZum Beispiel ?
Wenn ihr schon ein Bild von Catherine als Aufreißer nehmt, dann schreibt doch auch etwas zu dem Spiel, Spon. Nicht immer nur über die niveaulosen Blockbuster. Auch wenn Konsolen den Mainstream definieren, wäre es ihnen gegenüber ungerecht sie nur auf die Mainstream-Spiele zu reduzieren. Da kann man fast alles zu aufzählen, was ein dementsprechendes Werbebudget hat. Das alljährliche Call of Duty ist da nur der Anfang. Da kann man auch noch sämtliche Rockstar und Biowarespiele in der jüngeren Vergangenheit dazu zählen, und was nicht noch alles. Fast sämtliche Spiele, die in den Charts auftauchen sind überhaupt. Warum sollte es bei Videospielen auch anders laufen als bei Büchern, Musik und Filmen?
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