Fotostrecke

Actionspiel: Das ist "Wolfenstein: Youngblood"

Foto: Bethesda Softworks

Shooter-Spiel "Wolfenstein: Youngblood" Nazis, die Sushi essen

Zu zweit gegen Nazis, in einem fiktiven Paris der Achtziger: Das ist die Prämisse von "Wolfenstein: Youngblood". Das Shooter-Spiel erscheint auch in einer Variante mit Hakenkreuzen - und die regt zum Nachdenken an.

Ein ausladendes Sushi-Büfett. Das Wasser könnte dem Spieler im Mund zusammenlaufen - wären da an den Wänden nicht diese Fahnen. Hakenkreuze rahmen die Speisen, Soldaten stürmen in den Raum. Kurz danach: Einschusslöcher überall, tote Nazis auf dem Boden. Dieses Büfett wurde entnazifiziert.

Der neue Shooter "Youngblood" aus der Reihe "Wolfenstein" versetzt den Spieler als Widerstandskämpfer in ein fiktives Neu-Paris der Achtzigerjahre unter Nazi-Kontrolle. In Deutschland ist erstmals offiziell auch eine internationale Version des Spiels erschienen - mit Hakenkreuzen und anderen verfassungswidrigen Symbolen, die USK hat sie ab 18 Jahren freigegeben.

Im Unterschied zu den vorherigen Teilen ist der Protagonist nicht B.J. Blazkowicz. Es geht um seine Töchter Jessica und Sophia, die sich auf die Suche nach ihm machen. Und anders als zuvor ist "Wolfenstein: Youngblood" komplett auf das Spielen im Koop-Modus ausgelegt, zu zweit. Diese Änderung hat einige Auswirkungen auf das Gameplay.

Die größte liegt auf der Hand: Das neue "Wolfenstein" spielt sich dann am besten, wenn der Spieler jemanden findet, mit dem er gemeinsam spielen kann. Leider sind Multiplayer-Partien nicht lokal möglich, also auf der Couch vor einem geteilten Bildschirm. Stattdessen muss sich der Spieler online mit anderen vernetzen, wahlweise mit Freunden oder auch mit Fremden. Einem anderen Spiel beizutreten, ist genauso möglich, wie selbst ein Spiel zu hosten und andere einzuladen.

Fotostrecke

Actionspiel: Das ist "Wolfenstein: Youngblood"

Foto: Bethesda Softworks

Der neue Koop-Fokus spiegelt sich im Leveldesign wieder. Die Areale sind sehr viel überschaubarer geworden. Immer wieder werden beide Spieler verlangt, etwa, wenn zwei Hebel gleichzeitig betätigt oder Türen zusammen aufgestemmt werden müssen.

Für Menschen, die nicht gern online spielen, lässt sich das alles auch in einem Solo-Modus machen. Dann übernimmt der Computer die zweite Spielfigur und steuert diese autark durch die Level. Das funktioniert zwar ganz gut, macht aber weniger Spaß als mit einem menschlichen Mitspieler.

Denn zu zweit lassen sich Konfrontationen taktisch angehen, die Level wirklich gründlich untersuchen. Und zu sammeln gibt es viel: Disketten mit wichtigen Informationen, silberne Münzen, die zum Verbessern der Waffen genutzt werden, Zeitungen, die Kontext geben zu dieser naziverseuchten Welt. Und natürlich jede Menge Munition für die brachialen Waffen.

Bitte zahlen Sie Geld

Je mehr Videospiele Online-Modi nutzen, desto mehr schleichen sich in sie auch Mechanismen ein, die vom Spieler vor allem eines wollen: Geld. "Wolfenstein: Youngblood" ist da keine Ausnahme. In Onlineshops wie dem Playstation Store oder dem Microsoft Store lassen sich virtuelle Goldbarren kaufen. Die günstigste Variante kostet fünf Euro . Mit diesen Barren kann der Spieler seine Waffen und Ausrüstung kosmetisch verändern und sich Booster kaufen, die im Spiel helfen - etwa, indem die Rüstung kurze Zeit verbessert wird.

So etwas kennt man aus Spielen, die darauf ausgelegt sind, dass sich Spieler mit anderen messen. Aus Games, die das Vergleichen provozieren und die den Spieler unter Umständen feststellen lassen: Alle sind besser als ich - hilft es mir vielleicht, ein wenig Geld auszugeben?

Im neuen "Wolfenstein" wirken die optionalen Angebote fehl am Platz - und nur wie ein Versuch, aus den Käufern des Spiels noch mehr Geld zu pressen.

Anzeige

Wolfenstein: Youngblood - Deluxe Edition International Version

Ab 34,95 €

Preisabfragezeitpunkt

31.01.2023 12.41 Uhr

Keine Gewähr

Produktbesprechungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Über die sogenannten Affiliate-Links oben erhalten wir beim Kauf in der Regel eine Provision vom Händler. Mehr Informationen dazu hier

Erfrischend ist derweil, dass mit "Youngblood" erstmals ein Spiel der Reihe ungeschnitten in Deutschland erscheint. Wurden beim Vorgänger "Wolfenstein 2: The New Colossus" noch die Hakenkreuze und Adolf Hitler aus dem Spiel genommen - und in diesem Zuge gleich jedes Anzeichen jüdischen Lebens und Widerstands -, kann im neuen Teil nun auf digitale Nazis geschossen werden.

Hakenkreuze als Zielscheibe

Der Widerstand gegen den Nationalsozialismus war immer Thema in "Wolfenstein". Mit den lautesten Waffen wurde das Gebrüll der Nazis übertönt. Ihre Hakenkreuze waren nur eins: Zielscheiben. Nur in Deutschland nicht. Da war es das "Regime", gegen das gekämpft wurde. Und Adolf Hitler hieß Herr Heiler, als hätte dieses Spiel kein klares Thema, keine klare Haltung.

Und ja, es macht einen großen Unterschied, welche Version man spielt: ob die internationale Fassung oder doch die - auch diesmal erhältliche, hakenkreuzfreie - deutsche Variante. Denn in "Wolfenstein: Youngblood" wird immer wieder betont, dass der Vater der Töchter, die die Spieler steuern, Hitler getötet hat.

Und Flaggen mit Hakenkreuzen hängen im Spiel an jeder Ecke - und jeder Schuss auf solche Flaggen ist auch eine Auseinandersetzung mit ihnen, nicht mit den Abzeichen eines fiktiven Regimes.


"Wolfenstein: Youngblood" von Bethesda: für PC, Nintendo Switch, PlayStation 4, Xbox One, ca. 30 bis 70 Euro; USK: Ab 18 Jahren

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.