Nach Solidarisierung mit russischer Armee Spielefirma hinter »World of Tanks« entlässt Creative Director

Das Panzerspiel »World of Tanks« zählt zu den langlebigsten Onlinegames. Jetzt hat sich die belarussische Firma dahinter von einem hochrangigen Mitarbeiter getrennt – offenbar im Zuge eines Facebook-Posts.
Wargaming-Stand auf der Kölner Messe Gamescom: »World of Tanks« ist auch hierzulande ein bekanntes Onlinespiel

Wargaming-Stand auf der Kölner Messe Gamescom: »World of Tanks« ist auch hierzulande ein bekanntes Onlinespiel

Foto: Jochen Tack / IMAGO

Die belarussische Spielefirma Wargaming, bekannt vor allem für das Panzerkampfspiel »World of Tanks« , hat sich von ihrem Creative Director Sergey »SerB« Burkatovskiy getrennt. Wie das Magazin »PCGamer«  berichtet und Wargaming dem deutschen Portal »MeinMMO« bestätigt hat , ist Burkatovsky vor Kurzem entlassen worden.

Auf Facebook hatte der hochrangige Mitarbeiter nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine seine Solidarität mit den russischen Streitkräften sowie den selbsternannten Volksrepubliken Donezk (LPR) und Luhansk (LPR) bekundet . Später wurde das Posting gelöscht.

Darauf, dass Burkatovskiy nicht mehr bei Wargaming arbeitet, deutet aber sein jüngster Beitrag hin, der unter anderem aus dem Bild einer hochgeklappten Brücke besteht. Auch seine Berufsangaben auf Facebook hat Burkatovskiy so umgestellt, dass es nun heißt, er »habe« bei Wargaming gearbeitet, im Sinne von: Jetzt tut er dies offenbar nicht mehr.

Unterstützung für 550 Mitarbeiter in Kiew

Wargaming hat nach eigenen Angaben weltweit 19 Büros , eins davon befindet sich in Kiew. Gegenüber einer russischen Website hatte sich die Firma bereits am Freitag von Burkatovskys Äußerung distanziert. Burkatovsky habe online seine persönliche Meinung kundgetan, die keinesfalls die Position des Unternehmens widerspiegele, hieß es von Wargaming auch in einem Statement an »PCGamer«.

»MeinMMO« und anderen Medien teilte das Unternehmen mit, es setze »alle verfügbaren Unternehmensressourcen« ein, um die mehr als 550 in Kiew arbeitenden Kollegen zu unterstützen. Die Rede ist dabei unter anderem vom Bereitstellen alternativer Unterkünfte, von Reisehilfen auch für die Familien der Mitarbeiter sowie einer vorzeitigen Zahlung von Gehältern. Der Wargaming-Ableger in Kiew habe zudem eine Million Dollar an das Ukrainische Rote Kreuz gespendet, so die Firma.

Wargaming wurde 1998 in Minsk gegründet, seinen Hauptsitz hat das Unternehmen mittlerweile auf Zypern. Deutschen Spielefans ist es auch von seinen traditionell großen und oft sehr lauten Ständen auf der Gamescom bekannt. Auf der Spielemesse in Köln machte die Firma regelmäßig Werbung für neue Features für »World of Tanks«.

Angesichts des Ukrainekrieges hatten die Macher des Onlinespiels kürzlich eine Anpassung ihres Promomaterials angekündigt . Laut »PCGamer« verzichtet Wargaming derzeit zudem darauf, »World of Tanks« in der Ukraine zu bewerben.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes war die Höhe der Spende ans Ukrainische Rote Kreuz falsch angegeben. Wir haben die Stelle korrigiert.

mbö

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