Schwarze bei Neueinstellungen diskriminiert? Ehemalige Mitarbeiterin wirft Google Rassismus vor

Rassismusvorwürfe gegen Google: Laut einer schwarzen, ehemaligen Mitarbeiterin würden Afroamerikaner vom Konzern benachteiligt. Außerdem sei ihr Akzent von Vorgesetzten als »Behinderung« diskriminiert worden.
Google-Logo (Archivbild): Mehr Schwarze und unterrepräsentierte Gruppen einstellen

Google-Logo (Archivbild): Mehr Schwarze und unterrepräsentierte Gruppen einstellen

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP

Die ehemalige Google-Mitarbeiterin April Christina Curley hat auf Twitter Vorwürfe gegen den Suchmaschinenkonzern erhoben. Wie Curley schrieb, seien Schwarze bei Neueinstellungen benachteiligt worden.

Aufgrund ihres Engagements dafür, mehr Schwarze einzustellen, sei auch sie selbst wiederholt von Vorgesetzten angegangen und belästigt worden. Curleys Aufgabe bei Google war es, neue Angestellte zu rekrutieren und dabei die Diversität im Unternehmen zu erhöhen.

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Die schwarze ehemalige Google-Mitarbeiterin berichtete auch von einem Vorfall, bei dem eine weiße Vorgesetzte ihre Art zu sprechen als »Behinderung« bezeichnet habe. Diese solle sie bei internen Meetings offenlegen. Curley sagte über sich selbst, dass sie häufig mit einem Akzent aus der US-Stadt Baltimore spreche. In der Stadt gibt es historisch eine große afroamerikanische Community.

Google erklärte gegenüber dem US-Magazin »Business Insider« , dass man den Schilderungen von Curley zu ihrer Kündigung nicht zustimme. Man wolle sich aber nicht öffentlich zu den speziellen Vorwürfen äußern. Grundsätzlich sagte ein Unternehmenssprecher, dass man ein großes Team an Recruitern habe, das daran arbeite, mehr Schwarze und Mitglieder unterrepräsentierte Gruppen einzustellen.

Benachteiligung von schwarzen Absolventen?

Curley warf Google auch vor, dass, bevor sie im Jahr 2014 in das Unternehmen kam, niemals Absolventen von sogenannten HBCUs eingestellt worden seien. Die Abkürzung steht auf Deutsch für Historisch afroamerikanische Colleges und Hochschulen. Dabei handelt es sich um Hochschulen, die vor einer gesetzlichen Gleichstellung von Schwarzen im Jahr 1964 gegründet wurden und ursprünglich der Ausbildung von Afroamerikanern dienten.

Laut Curley habe man bei Google nicht daran geglaubt, dass Absolventen dieser Universitäten talentiert genug seien. Trotz einer ausreichenden Qualifikation seien Absolventen der Universitäten im Rekrutierungsprozess aussortiert worden, schrieb Curley. Sie habe immer wieder bei weißen Vorgesetzten dafür geworben, afroamerikanischen Bewerbern eine Chance zu geben.

Google seit Längerem in der Kritik wegen Diskriminierung von Schwarzen

Erst Anfang Dezember stand Google wegen Diskriminierungsvorwürfen in der Kritik, nachdem bekannt wurde, dass das Unternehmen sich von einer prominenten schwarzen Computerexpertin getrennt hatte. Timnit Gebru, eine renommierte Forscherin zu künstlicher Intelligenz, hatte das Unternehmen im Streit verlassen. Zuvor hatte sie in einer Mail ihre Frustration in Sachen Geschlechtervielfalt bei Google zum Ausdruck gebracht.

Mehrere Tausend Google-Mitarbeiter sowie externe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hatten anschließend öffentlich ihre Unterstützung für Gebru erklärt. Google hatte zuvor auch einem wissenschaftlichen Papier von Gebru die Freigabe verweigert.

hpp

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