Eingefrorene Konten Google Russland will Konkurs anmelden

Seit Monaten liegt Google im Clinch mit der russischen Regierung. Nun soll der Kreml das Geschäftskonto des US-Konzerns eingefroren haben.
Google-Zentrale in Kalifornien

Google-Zentrale in Kalifornien

Foto: John G. Mabanglo / EPA

Nachdem russische Behörden die Firmenkonten beschlagnahmt haben, plant Googles russisches Tochterunternehmen, Konkurs anzumelden. Das teilte ein Google-Sprecher mit. Es sei unmöglich geworden, Beschäftigte zu bezahlen. Kostenlose Dienste wie YouTube und die Google-Suche sollen in Russland aber weiterhin verfügbar bleiben.

Google und sein Mutterunternehmen Alphabet stehen in Russland seit Monaten unter Druck: Das Unternehmen weigerte sich, Inhalte zu löschen, die die russische Regierung als illegal einstuft. Nach Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte YouTube außerdem den Zugang zu mehreren russischen Staatsmedien eingeschränkt. Die Kanäle von Russia Today und Sputnik sind seit Mitte März weltweit nicht mehr aufrufbar. Staatsnahe Medien bezeichneten Alphabets Schritte als »Angriff auf die Pressefreiheit«.

Der Kreml beschlagnahmt Einnahmen

Googles Dienste blieben jedoch in Russland verfügbar. Würde man die Dienste sperren, würde dies russischen Nutzern zu sehr schaden, hieß es aus dem Kreml. Laut einem Bericht eines Fernsehsenders, der dem sanktionierten russischen Geschäftsmann Konstantin Malofejew gehört, hatten Gerichtsvollzieher in Russland stattdessen etwa eine Milliarde Rubel – umgerechnet etwa 15 Millionen Euro – beschlagnahmt. Laut dem Google-Sprecher wurde inzwischen das gesamte Geschäftskonto eingefroren.

Schon in den vergangenen Monaten seit Beginn des russischen Angriffskrieges hatte der US-Konzern viele Angestellte aus dem Land gebracht. Andere Angestellte waren geblieben. Nun jedoch, so der Google Sprecher, sei es unmöglich geworden, in Russland Beschäftigte weiterzubezahlen.

Die kostenlosen Dienste wie Googles Mailprogramm Gmail, das Navigationsprogramm Maps oder das Smartphone-Betriebssystem Android und Googles App Store sollen weiter erhalten bleiben.

Insgesamt macht das Russlandgeschäft laut Alphabet rund ein Prozent des weltweiten Umsatzes aus.

jlk/Reuters
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