Hologramm für zu Hause Ganz fern und doch ganz da

Videokommunikation gehört spätestens seit den Corona-Kontaktbeschränkungen für viele zum Alltag. Folgen als nächstes lebensgroße Hologramme? Ein Unternehmen aus Los Angeles will das ermöglichen.
DER SPIEGEL

 Keine Lust mehr auf Zoom- oder Skype-Videokonferenzen? Vielleicht ist das die Alternative: Sich Freunde oder Arbeitskollegen in Lebensgröße ins Wohnzimmer holen. Das Unternehmen "Portl" aus Los Angeles stellt Geräte her, die lebensechte Hologramme abbilden, mit denen man in Echtzeit kommunizieren kann. Wie das geht, erklärt David Nussbaum, der Gründer des Unternehmens. 

David Nussbaum, CEO von Portl 

"Links und rechts neben meinem Kopf befinden sich Stereolautsprecher, so dass der Ton, wenn ich spreche, so klingt, als käme er direkt aus meinem Gesicht. Über meinem Kopf befindet sich eine Kamera, die das Publikum sieht, vor das ich gebeamt werde. In Echtzeit kann ich mich überall hinbeamen. Das ermöglicht mir, das Publikum, vor das ich gebeamt werde, zu hören, zu sehen und mit ihm zu interagieren." 

Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz sollen selbst Interaktionen mit aufgezeichneten Hologrammen von historischen Figuren oder verstorbenen Verwandten möglich gemacht werden. 

In erster Linie sollen die Geräte für Events, Museen oder Einkaufszentren eingesetzt werden. Langfristig werden aber auch private Nutzer anvisiert. 

David Nussbaum, CEO von Portl 

"Wir wollen den Leuten die Möglichkeit geben, von ihren eigenen Smartphones aus zu beamen. Deshalb wird gerade eine App entwickelt, die wie ein Studio funktioniert. Filter mit Schatten, Reflexionen, Hintergrundumgebungen, verschiedenen Farben, Größenänderungen werden dort eingebaut. Dann können Sie einfach Ihren eigenen mobilen Dienst nutzen, um sich in jedes Hologramm-Portal zu beamen." 

Die Preise für die Telefonzellen-große Maschine beginnen derzeit bei 60.000 Dollar. Wohl vorerst nur etwas Topverdiener.