»Das passiert nur in Kanada« Biber knabbern Städtchen das Internet weg

Die Techniker suchten vergebens nach dem Fehler –, bis sie in den Biberbauten nachschauten. In einem Ort in Kanada haben die Nager für massive Kommunikationsprobleme gesorgt.
Biber (Symbolbild)

Biber (Symbolbild)

Foto: VASILY FEDOSENKO/ REUTERS

Die Kanadier pflegen ein etwas ambivalentes Verhältnis zu ihrem Nationaltier. Der Biber ziert die Fünf-Cent-Münze, viele Menschen im Land lieben die possierlichen Nager und talentierten Dammbauer. Viele Bauern allerdings verweisen auf Schäden an Ernte und Bäumen, immer wieder werden die Bauten der Tiere in Flussläufen auch mit Überschwemmungen in Verbindung gebracht. Das Örtchen Tumbler Ridge allerdings hatte nun mit einem ganz anderen Biber-bedingten Problem zu kämpfen: Die Tiere haben dem Ort das Internet weggeknabbert.

»Das ist ein sehr ungewöhnlicher Vorgang und passiert nur in Kanada«, sagte eine Sprecherin des Internetproviders Telus nach Angaben der britischen  BBC. Zuvor hatten Techniker die massive Störung der Internet- und TV-Versorgung in dem Ort untersucht. Ab 4 Uhr morgens an diesem Samstag ging in den meisten Haushalten nichts mehr.

Auf der Suche nach der Fehlerquelle stießen die Telus-Techniker auf diverse Biber-Höhlen, in denen sie Teile des beschädigten Kabels entdeckten. Die wichtige Leitung war in einer Tiefe von rund einem Meter verlegt.

Ein rund 12 Zentimeter dickes Leerrohr sollte das Kabel vor äußeren Einflüssen schützen – für die Nagezähne der Biber war dieser Schutz offensichtlich kein Problem. »An mehreren Stellen war das Kabel angenagt, die Schäden waren erheblich«, heißt es von Telus weiter. Erst am Sonntagnachmittag war die Internetversorgung für die rund 2000 Einwohner – von denen nicht alle betroffen gewesen waren – wiederhergestellt.

Heute die Biber – gestern die Haie

Immer wieder passiert es auch, dass sich neugierige Tier an Seekabeln zu schaffen machen. Schlagzeilen machte unter anderem der Technologie-Konzern Google. 2014 erklärte die Firma, dass sie Tiefseekabel mit einem Kevlar-ähnlichen Schutzmantel versehe, um sie vor Haibissen zu schützen.

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Wie oft es tatsächlich zu solchen Vorfällen kommt, ist unklar. Experten gehen jedoch davon aus, dass elektromagnetische Felder rund um die Kabel die empfindlichen Sinnesorgane der Raubfische in die Irre leiten könnten.

jok
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