Russische Gruppierung »Killnet« Hacker greifen norwegische Behörden-Websites an
Mitglieder der »Killnet«-Gruppe sollen bereits das BKA attackiert haben: »Wir haben zuletzt ähnliche Angriffe in anderen Ländern gesehen«, sagt NSM-Direktorin Sofie Nyström
Foto: Sebastian Gollnow / dpaIn Norwegen sind zahlreiche private und staatliche Einrichtungen Ziel eines Hackerangriffs geworden. Laut der norwegischen Sicherheitsbehörde NSM sollen mehrere für die Bevölkerung wichtige Webseiten und Onlinedienste in den vergangenen 24 Stunden nicht erreichbar gewesen seien. »Eine kriminelle prorussische Gruppe scheint hinter den Attacken zu stecken«, teilte NSM am Mittwoch mit.
»Wir haben zuletzt ähnliche Angriffe in anderen Ländern gesehen«, sagte NSM-Direktorin Sofie Nyström. Am Montag war es zu einem Cyberangriff auf staatliche und private Unternehmen in Litauen gekommen. Die russische Hackergruppe »Killnet« bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters den Angriff. Die Aktion sei eine Vergeltungsmaßnahme für den Streit mit Litauen über das Transitverbot für bestimmte Waren in die russische Exklave Kaliningrad gewesen.
Der norwegische Rundfunksender NRK berichtete nun, »Killnet« habe im jüngsten Fall mit den Worten »Guten Morgen, Norwegen! Alle Abteilungen zum Kampf!« über die Messenger-App Telegram zu dem Angriff gerufen. »Killnet« hatte zuletzt immer wieder Behörden-Websites westlicher Länder lahmgelegt.
Nach NRK-Angaben verwies die Gruppe in einer Erklärung auf einen Medienbericht, laut dem Russland Norwegen vorwirft, eine Frachtladung mit Lebensmitteln für russische Bergleute nicht zur Insel Spitzbergen transportieren zu dürfen. Die Gruppierung sprach den Angaben zufolge auch Drohungen gegen den norwegischen Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg aus und bezeichnete ihn als »unser Feind Nummer eins«.
Auch die Websites deutscher Behörden waren bereits im Visier der Putin-Fans, die ihre Angriffe oft mit prorussischer Propaganda verbinden. Vor einigen Wochen beispielsweise wurden die Websites des BKA und der Bundespolizei von der Gruppierung attackiert. Anfang Mai waren die Hacktivisten auch Thema im sogenannten Nationalen Cyberabwehrzentrum. Die Gruppe fiel in Deutschland bisher vor allem mit sogenannten DDoS-Attacken auf – also mit technisch relativ simplen Überlastungsangriffen.