»Muss mich der Debatte stellen« Lauterbach bleibt auf Twitter – vorerst

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich zur aktuellen Situation bei Twitter geäußert. Zur Alternative Mastodon wolle er zunächst nicht wechseln, auch wenn die Gründer ihn schon kontaktiert hätten.
Minister Lauterbach am Donnerstag im Bundestag: »Schnellstmöglich den Wert von Twitter vernichten«

Minister Lauterbach am Donnerstag im Bundestag: »Schnellstmöglich den Wert von Twitter vernichten«

Foto: Britta Pedersen / dpa

Trotz der Turbulenzen bei Twitter will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorerst auf der Plattform aktiv bleiben. Er habe allerdings schon den Eindruck, dass der neue Eigentümer Elon Musk »schnellstmöglich den Wert von Twitter vernichten wolle«, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag auf dem SZ-Wirtschaftsgipfel in Berlin. »Zum jetzigen Zeitpunkt bleibe ich noch aktiv, weil dort ist die Debatte derzeit, und der muss ich mich auch stellen«, fügte er hinzu.

Die Gründer von Mastodon hätten sich bereits bei ihm gemeldet und angeregt, dass er auf die alternative Kurznachrichten-Plattform wechseln könne. »Ich hatte bisher noch keine Zeit, mich damit zu beschäftigen. Ich habe anderes zu tun«, sagte Lauterbach. Er sei auch beim »Twitter-Produzieren« etwas zurückgefallen. Früher habe er oft über Studien Kurznachrichten geschrieben. Nun habe er aber als Minister nicht mehr so viel Zeit, solche Abhandlungen zu lesen.

Karl Lauterbach hatte in der Vergangenheit mehrfach berichtet, dass er auf Twitter Ziel von Beleidigungen und Hetzkampagnen werde. »Der Hass, der derzeit auf mich einprasselt, stellt alles in den Schatten, was ich bisher erlebt habe«, sagte er im Februar 2021 in einem Gespräch mit dem SPIEGEL. Der Hass habe eine neue Dimension der verbalen Brutalität, eine neue Sprache, die ihn wirklich verstöre, so Lauterbach. Der Minister zählt zu den aktivsten politischen Twitter-Nutzern in Deutschland. Er hat über eine Million Follower auf dem Netzwerk.

Unmittelbar nach der Twitter-Übernahme Anfang November hatte Tesla-Chef Musk zunächst etwa 3700 Mitarbeiter gefeuert, etwa die Hälfte der damaligen Belegschaft, um anschließend einige von ihnen um eine Rückkehr zu bitten. In den USA haben zahlreiche Führungskräfte das Unternehmen verlassen. Zudem reaktivierte Musk das Twitter-Konto des umstrittenen Ex-Präsidenten Donald Trump.

hpp/reuters
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