Karrierenetzwerk LinkedIn Daten von Millionen Nutzern im Netz zum Verkauf angeboten

Einem Bericht zufolge kursieren in einem Hackerforum Daten von mehr als 500 Millionen LinkedIn-Nutzern. Die Plattform beschwichtigt: Es handle sich nicht um ein Datenleck im engeren Sinne.
LinkedIn-Logo (Archivbild): Nur öffentlich zugängliche Informationen abgegriffen?

LinkedIn-Logo (Archivbild): Nur öffentlich zugängliche Informationen abgegriffen?

Foto: Jens Büttner/ dpa

Wenige Tage nachdem im Netz Informationen von rund 533 Millionen Facebook-Mitgliedern entdeckt wurden, wird in einem Hackerforum erneut ein Datensatz mit angeblich einer halben Milliarde Nutzerdaten angeboten. Der Verkäufer behauptet, die Informationen stammten vom Karrierenetzwerk LinkedIn, wie das Fachportal »Cybernews« berichtete.

LinkedIn betonte nach einer Untersuchung in der Nacht zum Freitag , dass es sich nicht um ein Datenleck handle. Soweit man dies bisher untersuchen konnte, seien keinerlei privaten Daten von Konten entwendet worden. Vielmehr seien nur öffentlich zugängliche Informationen abgegriffen und in dem zum Verkauf stehenden Datensatz zusammengestellt worden, teilte das Unternehmen mit, das seit 2016 zum Microsoft-Konzern gehört.

Laut »Cybernews« stellt der Verkäufer der angeblichen LinkedIn-Daten zunächst nur zwei Millionen Datensätze online und versteigert das volle Paket. LinkedIn bestätigte in Medienberichten lediglich, dass Daten von seiner Plattform zum Verkauf angeboten wurden. Das Unternehmen machte hingegen keine Angabe dazu, dass laut »Cybernews« insgesamt eine halbe Milliarde Konten betroffen sein sollen.

Datendiebstahl durch automatisierte Abfragen

Grundangaben wie der vollständige Name sowie etwa E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum oder die Stadt, in der man wohnt, dienen bei Onlinenetzwerken oft dazu, Bekannte und Freunde eindeutig zu identifizieren. Sie sind meist nicht für andere Nutzer sichtbar, können aber über Computer-Schnittstellen abgeglichen werden. Kriminelle fanden immer wieder Wege, solche Informationen über automatisierte Anfragen mit dem sogenannten Scraping in großem Stil abzugreifen. Die Plattformen gehen dagegen vor – wenn die Daten aber erst einmal im Umlauf sind, ist ihre Verbreitung kaum zu stoppen.

Die am Wochenende entdeckten Telefonnummern und E-Mail-Adressen von 533 Millionen Facebook-Nutzern wurden dem Onlinenetzwerk zufolge durch einen Missbrauch der Funktion zur Freundessuche erbeutet, bevor die Plattform im Sommer 2019 ein entsprechendes Schlupfloch schloss.

hpp/dpa
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