Ermittlungen in London 14-Jährige soll sich unter Einfluss von sozialen Medien tödlich verletzt haben

Eine Jugendliche schaute sich vor ihrem Tod auf Instagram und Pinterest Inhalte zu Suizid, Selbstverletzung und Depression an. Ein Gerichtsmediziner kommt zu dem Schluss, dass sie dadurch beeinflusst wurde.
Social-Media-Apps auf einem Smartphone (Symbolbild)

Social-Media-Apps auf einem Smartphone (Symbolbild)

Foto: MiS / IMAGO

Eine 14 Jahre alte Britin soll sich unter dem Einfluss von Depressionen und »negativen Auswirkungen von Onlineinhalten« selbst tödlich verletzt haben. Zu dem Ergebnis kam ein leitender Gerichtsmediziner zum Abschluss der Untersuchung des Falls vor einem Gericht in London. Das berichten die BBC  und der »Guardian« .

Die Ermittlungen hatten ergeben, dass die Jugendliche Molly Russell sich vor ihrem Tod im November 2017 etliche Inhalte in den sozialen Medien angesehen hatte, die mit Suizid und Selbstverletzung zu tun hatten.

Gerichtsmediziner Andrew Walker sagte den Berichten zufolge, es sei »nicht sicher«, dass man den Tod der 14-Jährigen als Suizid bezeichnen könne. »Es ist wahrscheinlich, dass das oben genannte Material, das Molly, die bereits an einer depressiven Erkrankung litt und aufgrund ihres Alters gefährdet war, sich angesehen hat, sie negativ beeinflusst und mehr als nur minimal zu ihrem Tod beigetragen hat«, so Walker.

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Der Mediziner schlussfolgerte, dass das Mädchen »an einer Selbstverletzung starb, während sie an Depressionen und den negativen Auswirkungen von Onlineinhalten litt«.

Molly hatte sich den Berichten zufolge in den letzten sechs Monaten vor ihrem Tod mehr als 16.000 Inhalte auf Instagram angesehen, von denen 2.100 mit Suizid, Selbstverletzung und Depression zu tun gehabt hatten. Bei der Untersuchung wurde auch festgestellt, dass sie auf Pinterest eine digitale Pinnwand mit 469 Bildern zu ähnlichen Themen angelegt hatte.

Instagram und Pinterest äußern sich

Meta, Eigentümer von Instagram und Facebook, sowie Pinterest haben um Entschuldigung gebeten. Elizabeth Lagone, Leiterin der Abteilung für Gesundheit und Wohlbefinden bei Meta, erklärte, dass Molly Beiträge angesehen hatte, die gegen die Richtlinien des Unternehmens verstießen. Ein leitender Angestellter von Pinterest entschuldigte sich ebenfalls dafür, dass die Plattform unangemessene Inhalte gezeigt hatte, die Plattform sei damals nicht sicher gewesen.

Die Familie der 14-Jährigen setzt sich seit ihrem Tod für mehr Sicherheit im Internet ein. Ihr Vater Ian Russell sagte vor Gericht, es gebe zu viele andere, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hätten wie seine Tochter. »An dieser Stelle möchte ich nur sagen, dass es immer Hoffnung gibt, so dunkel es auch scheint. Und wenn Sie Probleme haben, sprechen Sie bitte mit jemandem, dem Sie vertrauen, oder mit einer der vielen wunderbaren Hilfsorganisationen, anstatt sich mit Onlineinhalten zu beschäftigen, die möglicherweise schädlich sind«, sagte er: »Bitte tun Sie, was Sie können, um lange zu leben und stark zu bleiben.«

ptz
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