Apple-Handy bei T-Mobile Deutsches iPhone wird 399 Euro kosten

Ganz schön happig: 399 Euro muss man in Deutschland für das iPhone zahlen. Bei einer geheimnisvoll angekündigten Pressekonferenz gab Apple-Chef Jobs den Vermarktungspartner bekannt. Wieviel die Tarife kosten, will T-Mobile aber erst kurz vor Verkaufsstart im November bekannt geben.

Turnschuhe, Jeans und Rollkragenpulli: In seiner Lässigkeits-Uniform stellt Apple-Boss Steve Jobs in der Berliner Telekom-Niederlassung das deutsche iPhone vor. Partner ist T-Mobile. Jobs' Überzeugung: "Sie haben das beste Netz in Deutschland."

Apple und T-Mobile werden in Deutschland ein iPhone-Modell mit acht Gigabyte Speicher vermarkten. Das Gerät soll 399 Euro kosten. Der Verkauf wird am 9. November beginnen, und zwar ausschließlich in Läden der Deutschen Telekom oder von T-Mobile, nicht aber in Apples eigenem Online-Shop.

Um ein so gekauftes Apple-Handy auch nutzen zu können, ist, wie in den USA, eine Aktivierung über Apples iTunes-Software nötig. Im Rahmen dieser Aktivierung muss man einen iPhone-Vertrag bei T-Mobile abschließen. Details zu den Tarifen sollen erst kurz vor dem Verkaufsstart im November veröffentlicht werden.

Wie nicht anders zu erwarten, wird das iPhone auch in Deutschland ohne Unterstützung der schnellen Datendienste UMTS oder gar HSDPA ausgeliefert. Man wird also unterwegs mit GPRS oder Edge vorlieb nehmen müssen (siehe Kasten). Laut T-Mobile ist das aber kein großes Manko, da das gesamte T-Mobile-Netz bereits auf Edge aufgerüstet ist.

Zudem hat Edge den Vorteil, auch in Gebäuden meist problemlos zu funktionieren, während UMTS hinter Mauern schwächeln kann. Steht ein W-Lan-Hotspot zur Verfügung, kann man auch den nehmen, um im Web zu surfen und Mails zu versenden. Telefonate via Internet (Voice over IP) sind jedoch nicht vorgesehen.

Der Konzern verspricht, dass damit Datenraten von bis zu 384 Kilobit pro Sekunde (kBit/s) möglich sind, was immerhin einer langsamen DSL-Leitung entspräche. Außerdem können iPhone-Kunden kostenlos die W-Lan-Hotspots von T-Mobile nutzen, wie der T-Mobile Vorstandsvorsitzende Hamid Akhavan auf Rückfrage versicherte. An 8600 Standorten in Deutschland (z.B. Cafés, Bahnhöfe, Flughäfen) betreibt T-Mobile solche schnellen, drahtlosen Funkzellen.

Ohnehin, so Jobs, sei W-Lan die viel bessere Lösung. Die Chips für 3G-Netzwerke wie UMTS, so Jobs, verbrauchten so viel Strom, dass sie die Sprechzeit des iPhone drastisch reduzieren würden. Zudem seien W-Lans viel schneller als selbst die besten 3G-Netze. Deshalb habe man sich ganz bewusst gegen 3G entschieden. Trotzdem versprach Jobs, ein künftiges iPhone werde auch 3G-fähig sein. Damit rechne er aber erst im Laufe des kommenden Jahres.

Auf den vorgeführten iPhones war bereits die Softwareversion 1.1.1 installiert, die sich in einigen Details von der aktuellen Version 1.0.1 unterscheidet. Wichtigstes Merkmal: Ein zusätzliches Symbol für den iTunes Wifi Store, den Jobs vor wenigen Wochen zusammen mit dem iPod touch vorgestellt hatte. Über diesen Online-Shop soll man mit iPhone und iPod touch via W-Lan Musik kaufen können. Jobs kündigte an, der mobile Musikverkauf werde in Deutschland noch in diesem Monat beginnen.

Ein Branding, wie man es sonst bei Exklusivvereinbarungen gewöhnt ist, wird es nicht geben. Kein einziger magentafarbener Farbklecks wird das glänzend schwarze Outfit verunstalten. Noch nicht einmal ein T-Mobile-Symbol wird auf der Benutzeroberfläche erscheinen. Einziger Hinweis auf den Provider wird ein kleiner Texthinweis im linken oberen Eck des Displays sein.

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