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25. Oktober 2007, 16:16 Uhr

Apple-Handy

Freigeschaltetes iPhone in Web-Shop aufgetaucht

Das iPhone ist bereits im Handel - freigeschaltet von der Vertragsbindung an einen der Exklusivanbieter. Apples-Vertragspartner kündigen rechtliche Schritte an.

Bonn/Paris - Noch sind es gut zwei Wochen, bis der Verkauf des Apple-Handys in Europa offiziell anläuft - in Deutschland ausschließlich über die Telekom-Tochter T-Mobile. Die hat mit Apple einen Exklusivvertrag geschlossen. Nicht einmal die deutsche Apple-Niederlassung wird das hauseigene Handy verkaufen dürfen.

Das geknackte iPhone im Web-Shop: Keine Updates einspielen
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Das geknackte iPhone im Web-Shop: Keine Updates einspielen

Und doch ist das Handy schon jetzt zu haben: Der Web-Shop Phone&Phone bietet das viel bestaunte Gerät mit einer freigeschalteten Version an, also ohne Vertragsbindung an T-Mobile. Es laufe "mit Verträgen von allen Anbietern" und sei "sofort lieferbar", verkündet der Anbieter auf seiner Website.

Allerdings müssen Kunden für das offenbar per Software manipulierte Apple-Handy einen Aufpreis zahlen. Auf der deutschen Internetseite des Unternehmens Phone&Phone wurde das Gerät am Donnerstag ohne Vertrag für 749 Euro angeboten. Bei T-Mobile soll es 399 Euro kosten - in Verbindung mit einem 24-Monats-Vertrag, der über seine Laufzeit knapp 1200 Euro kostet.

"Einige hundert" iPhones auf Lager

In Frankreich verkauft Phone&Phone das Gerät mit einem 12-Monats-Vertrag. So etwa im Paket mit einer Bindung an Bouygues Télécom für 379 Euro und Virgine mobile für 419 Euro. Eigentlich hat in Frankreich die France-Télécom-Tochter Orange einen Exklusivvertrag mit Apple. Dort kommt das Gerät aber erst am 29. November in die Läden. "Solche Praktiken widersprechen der von Apple eingeräumten Exklusivität", erklärte Orange heute. Das Unternehmen behalte sich "das Recht vor, alle juristischen Schritte einzuleiten, um seine Exklusivität zu wahren".

Phone&Phone-Chef Warren Barthes sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe die Geräte bei seinen üblichen Zwischenhändlern gekauft. Derzeit habe er "einige hundert" Telefone vorrätig, er erwarte aber bald deutlich höhere Stückzahlen.

Bitte keine Updates einspielen

Auf der Website des Unternehmens werden Käufer der manipulierten iPhones gebeten, die Software des Apple-Handys nicht zu aktualisieren. Würde man das trotzdem tun, werde das Gerät blockiert und laufe nur noch mit SIM-Karten der Exklusivanbieter. Damit ist klar, dass diese Mobiltelefone auch von künftigen Software-Updates ausgeschlossen bleiben. Es sei denn, man traut sich zu, die nach jedem Update zwangsläufig auftauchenden Hacks und Patches auf das Gerät aufzuspielen, um es selbst wieder freizuschalten.

Käufer eines modifizierten iPhone müssen sich damit abfinden, den Anrufbeantworter des Handys nicht verwenden zu können. Diese Funktion ist ausschließlich über die Exklusivanbieter in den jeweiligen Ländern verfügbar.

Apple versucht in den USA über Updates der Software die Freischaltung der Geräte zu unterbinden. Die Aktualisierungen verbessern angeblich die Nutzung, verhindern aber auch, dass die Geräte von Software-Piraten freigeschaltet werden. In den USA sind laut Apple rund 250.000 Geräte im Umlauf, mit denen nicht über den Exklusivanbieter telefoniert werden muss.

mak/afp

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