Apple-Handy Software-Update macht geknackte iPhones unbrauchbar

Apple hält Wort. Das jüngste Software-Update sorgt bei modifizierten iPhones für Probleme. Die Geräte zeigen nur noch eine Fehlermeldung, sind durch nichts zum Systemstart zu bewegen. Das wird iPhone-Hacker ärgern, denn die Software bringt viele Verbesserungen.

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Überraschend kam der Schritt nicht. Der iPhone-Hersteller hatte bereits vor einigen Tagen per Pressemitteilung gewarnt, modifizierte iPhones könnten möglicherweise nach dem nächsten Software-Update nicht mehr funktionieren. Die Meldung war eine deutliche Warnung an alle, die ihr Apple-Handy per Lötkolben oder Software-Hack von der Zwangsbindung an den US-Mobilfunkanbieter AT&T befreit haben. Noch in dieser Woche, so kündigte Apple an, werde ein großes Update veröffentlicht.

iPhone Software-Update 1.1.1: Bloß nicht auf geknackten Apple-Handys installieren
REUTERS

iPhone Software-Update 1.1.1: Bloß nicht auf geknackten Apple-Handys installieren

In der Nacht zum Donnerstag war es dann soweit, Apple entließ die iPhone-Software-Version 1.1.1 in die Öffentlichkeit. Zu sehen war diese aktualisierte Fassung der Betriebssoftware bereits auf den Testgeräten, welche Apples Manager zu T-Mobile-Pressekonferenz nach Berlin mitgebracht hatten.

Ersten Berichten aus den USA zufolge scheint das Update gehackte iPhones tatsächlich unbrauchbar zu machen. So berichtet das Handy-Blog Wirelessinfo.com, die mehr als 200 Megabyte große Update-Datei habe nur über Umwege auf ein per Software-Hack modifiziertes Handy überspielt werden können. Selbst nachdem die Software erfolgreich aktualisiert wurde, blieb Apples Mobiltelefon stumm. Lediglich eine Fehlermeldung erscheint, die darauf hinweist, es würde wohl keine unterstützte AT&T-Sim-Karte im Telefon stecken. Diese Fehlermeldung wird von etlichen anderen Besitzern geknackter iPhones bestätigt. Offenbar verschwindet sie selbst dann nicht, wenn eine korrekte AT&T-Karte in das Handy eingelegt wird.

Das iPhone wird zum iBrick

Da das Mobiltelefon durch keinerlei Maßnahmen aus dieser Starre zu befreien ist, haben die per Software-Update unbrauchbaren iPhones in den USA bereits den Beinamen "iBrick", zu deutsch etwa "iZiegelstein", bekommen. Apple hatte in seiner Pressemitteilung bereits angekündigt, man werde für iPhones die aufgrund von Modifikationen fehlerhaft arbeiten, keine technischen Hilfeleistungen anbieten. Unbestätigte Berichte sprechen allerdings davon, dass zumindest in einigen Apple Stores total ausgefallenen iPhones wieder betriebsfähig gemacht oder gegen Neugeräte ausgetauscht wurden. Noch ist allerdings unklar, ob es sich dabei tatsächlich um gehackte iPhones handelte.

Vorläufig sollten Anwender modifizierter Apple-Handys vom Aufspielen des Updates auf jeden Fall absehen. Zumindest solange, bis das "iPhone Dev Team", eine Gruppe von Programmierern, die für einen der iPhone-Hacks verantwortlich ist, eine "Relock"-Software fertig gestellt hat. Diese Software soll sämtliche Modifikationen zurücknehmen und das iPhone wieder in seinen Auslieferungszustand zurück versetzen. Die Entwickler hatten versprochen, das Tool noch in dieser Woche zu veröffentlichen.

Keine Probleme bei Normal-Anwendern

Darauf werden Anwender besagter Software sicher sehnlich warten. Schließlich verspricht Apples iPhone-Update nicht nur eine Reihe von Fehlerbereinigungen, sondern liefert zudem auch noch etliche neue Funktionen. Dazu gehört beispielsweise Software die man benötigt, um vom iPhone auf den iTunes Wifi Store, Apples-Mobilvariante des hauseigenen Download-Musikshops, zugreifen zu können. Zudem sollen nach dem Update höhere Lautstärken beispielsweise der Freisprecheinrichtung möglich sein. Vor allem aber bietet die neue Software die Option, Bild und Ton des iPhone auf einem TV-Gerät zu betrachten. Das dazu notwendige Adapterkabel ist bereits vor einigen Tagen im Apple Store aufgetaucht.

Wer sein iPhone nicht verändert hat und brav mit einer AT&T-Karte telefoniert, kann das Update übrigens bedenkenlos einspielen. Von Seiten "normaler" iPhone-Anwendern sind bislang keine Berichte über Probleme mit dem Update bekannt.



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