Apple-Handy Wie man sein Alt-iPhone los wird

Im Juni kommt das neue iPhone, das mehr können wird als sein Vorgänger - doch wie verkauft man das alte legal und sicher? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen zu Vertragswechsel, Umschreibung und dem sicheren Löschen privater Daten.

GPS, UMTS, Navigationshilfen - iPhone-Fans heizen seit Wochen in Apple-Gerüchteforen den Hype ums nächste iPhone an. Inzwischen gilt es als ausgemacht, dass Apple-Boss Steve Jobs das neue Mobiltelefon am 9. Juni in San Francisco vorstellen wird, angeblich soll es sofort danach auch in Deutschland zu kaufen sein.

Nur: Was machen die deutschen Hardcore-Fans, die sich gleich im vorigen November das erste iPhone gekauft und Mobilfunkverträge mit zwei Jahren Mindestlaufzeit bei T-Mobile abgeschlossen haben?

Wie wird man das Alt-iPhone los, oder kann man es vielleicht bei T-Mobile gegen ein neues tauschen?

Tarifwechsel, Gebrauchtverkauf, Vertragsumschreibung - SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen zum Gebrauchthandel mit Alt-iPhones.

Wird T-Mobile alte iPhone-Verträge in neue mit dem UMTS-Gerät umwandeln?

Das ist zwar wahrscheinlich, aber derzeit reine Spekulation. T-Mobile-Sprecher Alexander von Schmettow: "Es gibt derzeit kein neues iPhone, daher können wir auch nichts über etwaige Möglichkeiten zum Gerätewechsel sagen."

Dass es irgendeine Möglichkeit geben wird, gegen Bezahlung den Altvertrag in einen neuen mit UMTS-iPhone umzuwandeln, sehen Experten als ausgemachte Sache. Daniel Lüders, Redakteur beim Computerfachmagazin c't: "Ich gehe davon aus, dass T-Mobile eine solche Möglichkeit bieten wird. Sonst würden sie die als Kunden sehr wertvollen Early Adopters verprellen."

Nur: Auch wenn es diese Möglichkeit zum Wechsel geben wird, könnte das durchaus unangenehm viel Geld kosten. Abgesehen davon bleibt dann immer noch die Frage: Was macht man mit dem alten iPhone?

Kann man die Sim-Karte des Alt-iPhones in anderen Geräten benutzen?

Theoretisch lassen sich Sim-Karte des iPhone-Vertrags und das Apple-Handy getrennt nutzen und vielleicht verkaufen. Man könnte sein Gebraucht-iPhone ohne Karte verkaufen: T-Mobile-Sprecher von Schmettow: "Die Sim-Karte aus einem iPhone lässt sich auch in anderen Geräten nutzen, allerdings zahlt der Kunde dann für Dienste, die er nicht nutzen kann. Die Datenflatrate der iPhone-Verträge ist nur mit iPhones nutzbar, ebenso Visual Voicemail."

Das bestätigt c't-Redakteur Lüders: "Bei unseren Tests konnten wir mit der Sim-Karte aus einem iPhone die Datenflatrate des iPhone-Vertrags mit anderen Geräten nicht nutzen. Ohne iPhone ist der iPhone-Vertrag wenig wert." Auch wenn man das Gebraucht-iPhone bei eBay ohne Sim-Karte und Vertrag los wird - mit der Sim-Karte aus dem iPhone hat man in anderen Geräten wenig Freude - wozu weiterhin für eine Daten-Flatrate zahlen, die man nicht nutzen kann? Dann besser gleich das Alt-iPhone samt Vertrag verkaufen und den Vertrag im Telekom-Laden auf den Käufer umschreiben lassen (siehe nächster Abschnitt).

Lassen sich alte iPhone-Verträge auf andere Personen überschreiben?

Die eleganteste Art, ein Gebraucht-iPhone loszuwerden ist es, bei T-Mobile eine Übernahme des Vertrags durch den Käufer zu beantragen. T-Mobile Sprecher Schmettow: "Einen iPhone-Vertrag kann man wie jeden anderen T-Mobile-Vertrag auch auf eine andere Person umschreiben lassen."

Ein entsprechendes Formular lässt sich als PDF-Dokument  downloaden, allerdings ist es am besten, den Antrag mit dem neuen Kunden zusammen in einem Telekom-Ladengeschäft auszufüllen. Eine Einschränkung gibt es dabei: Den neuen Kunden kann T-Mobile etwa bei kritischen Schufa-Einträgen ablehnen.

Lassen sich private Daten auf einem iPhone sicher löschen?

Wer das iPhone als Taschencomputer nutzt, hat nach einiger Zeit sein komplettes Adressbuch, Zugangsdaten zu E-Mail-Konten, Passwörter, Kalendereinträge und womöglich Privatfotos auf dem Gerät gespeichert. Wer ein Gebraucht-iPhone verkauft, sollte also sicher gehen, dass diese persönlichen Daten gelöscht sind.

Nur: So einfach ist das nicht. Der US-Hacker Jonathan Zdziarski berichtet , dass sich mit spezieller Software zur Datenrettung private Dokumente selbst auf den offiziell vom US-Telekomkonzern AT&T verkauften Gebraucht-iPhones wiederherstellen lassen.

Daniel Lüders vom Computerfachmagazin c't sieht da keinen Grund zur Panik - man müsse da so vorsichtig sein, wie bei anderen Gebrauchtgeräten auch: "Die privaten Daten kann man auf dem iPhone so zuverlässig löschen wie auf anderen Telefonen auch, die nicht auf Business-Anwendungen ausgelegt sind: Das iPhone verschlüsselt Daten nicht."

Lüders rät Verkäufern eines Gebraucht-iPhone vorm Verkauf über iTunes die Firmware komplett neu aufzuspielen: "Das ist schon ein besserer Schutz, als wenn man die Daten nur auf dem Gerät über 'Zurücksetzten, Inhalte und Einstellungen löschen' entfernt." Aber, so Lüders: "Völlig hackersicher sind beide Methoden nicht, das iPhone ist kein Business-Handy."

Der IT-Sicherheitsberater Rich Mogul empfiehlt  dieses Vorgehen, um den iPhone-Speicher mehrmals zu überschreiben und so das Risiko zu minimieren, das Fragmente vertraulicher Daten wiederhergestellt werden können:

  • Das iPhone über iTunes zurücksetzen
  • Jede Synchronisierung von Kalender-, E-Mail, Adressebuch- und Fotodaten am Computer deaktivieren.
  • In iTunes drei Abspiellisten mit Musik anlegen, die jeweils so große Datenmengen umfassen, dass der Speicherplatz des iPhones völlig ausgereizt wird
  • Nach einander alle drei Listen mit dem iPhone synchronisieren

Eine weitere Möglichkeit wäre es, den Speicher des iPhones mehrfach mit großen Videodateien zu überschreiben.

Gilt die iPhone-Garantie auch nach Gebrauchtverkauf?

Apples Garantie für das iPhone ist produktgebunden. Sprich: Sie gilt auch nach einem Besitzerwechsel, ein Jahr vom Datum des ersten Kaufs an ( PDF-Dokument mit Apples Garantiebedingungen ). Allerdings schließt der Mac-Konzern gehackte iPhones in den Garantiebedingungen aus. Dort heißt es: Die Garantie gilt nicht für (...) "Produkte und Teile, die ohne schriftliche Erlaubnis von Apple geändert wurden".

Wer das Gebraucht-iPhone also per Hack freischaltet, damit es sich auch mit den Sim-Karten anderer Provider betreiben lässt, verliert den Garantieanspruch.

So schalten Sie ein Gebraucht-iPhone für ihren Provider frei

Wer ein gebrauchtes iPhone ohne den damit verbundenen Vertrag gekauft hat, besitzt zunächst nicht viel mehr als einen hübschen Briefbeschwerer. Denn offiziell läuft ohne einen von T-Mobiles iPhone-Verträgen gar nichts. Doch seit das Apple-Handy im Handel ist, mühen sich Hacker damit ab, das Gerät auch ohne Vertrag zum Laufen zu bringen.

Anfangs war das noch mit Lötarbeiten verbunden, später machten programmierbare SIM-Kartenadapter die Freischaltung leichter, mittlerweile aber braucht man nur noch eine Software, um das Apple-Handy vollständig zu entsperren. Mehrere Programmierer und Programmierergruppen kämpfen dabei um die Gunst der iPhone-Besitzer und bieten ausgesprochen unterschiedliche Lösungen an.

Vollkommen unnötig ist es aber auf jeden Fall, sich einem der kommerziellen Anbieter anzuvertrauen, die Freischaltsoftware im Netz anpreisen. Alles was man benötigt, um sein iPhone zu entsperren, gibt es kostenlos.

Viereinhalb Minuten bis zur Freiheit

So zum Beispiel das Pwnage Tool vom iPhone Dev Team . Diese Software soll sogar schon in der Lage sein, die künftige iPhone-Software-Version 2.0 freizuschalten. Allerdings ist sie etwas umständlich zu bedienen. Deutlich einfacher ist iPlus zu handhaben. Allerdings ist dessen Web-Seite nur schwer erreichbar.

Als zuverlässig und äußerst simpel hat sich dagegen ZiPhone  erweisen. Das Programm ermöglicht es, ein iPhone mit nur einem Mausklick freizuschalten. Der eigentliche Entsperrvorgang läuft vollkommen automatisch ab und ist nach etwa viereinhalb Minuten abgeschlossen. Überdies ist die Software auch iPhone-Besitzern zu empfehlen, die ihr Handy mit einem T-Mobile-Vertrag betreiben.

Bald kommt die Software-Version 2.0

Denn das Programm kann, wie auch die meisten anderen Entsperr-Tools, das iPhone nicht nur komplett freischalten, sondern auf Wunsch auch nur einen sogenannten Jailbreak durchführen. Der ermöglicht es, kostenlose Zusatzsoftware auf dem Gerät zu installieren. Ein entsprechendes Installationsprogramm wird dabei auf das Gerät aufgespielt. Alle übrigen Sicherungen, die Apple eingebaut hat, bleiben bei dieser Methode erhalten.

Alle Methoden, das iPhone zu entsperren, haben aber einen Haken: Sobald man die iPhone-Betriebssoftware aktualisiert, werden sie überschrieben, das Apple-Handy wieder gesperrt. Das dürfte auch der Fall sein, wenn Apple, vermutlich am 9. Juni, das lang ersehnte Software-Update auf Version 2.0 freigibt. Allerdings behaupten etliche Hacker, auch diese Version bald freischalten zu können.

Wer also tatsächlich ein per Software-Hack freigeschaltetes iPhone benutzen will, sollte auch den sportlichen Ehrgeiz mitbringen, sich regelmäßig über Updates für "seine" Entsperr-Software zu informieren.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.