Finnen-iPhone Nokia entwickelt Touchscreen-Handy

Lange wurde darüber gerätselt, nun kommt es wirklich: Handy-Marktführer Nokia arbeitet an einem Gegenstück zum iPhone. Ein Nokia-Manager gab nun erste Details bekannt - und ätzte nebenbei ein bisschen gegen den neuen Konkurrenten Apple.

Noch ist das iPhone allein auf weiter Flur. Mit seinem großen Bildschirm, der Bedienung per Fingerzeig und der konsequenten Ausrichtung auf Multimedia-Anwendungen hat es sich seine eigene Nische im hart umkämpften Handy-Markt geschaffen - mit Erfolg, wie Apple und seine Mobilfunkpartner meinen. Versuche verschiedener Hersteller, auf den Zug aufzuspringen, ernteten zwar Achtungserfolge, konnten sich aber in Sachen Hype nicht mit dem Apple-Handy messen. Doch jetzt droht ernste Konkurrenz aus Finnland: Nokia hat ein eigenes Touchscreen-Modell angekündigt - Codename "Tube", also Röhre.

Von langer Hand scheint diese Vorstellung aber nicht geplant gewesen zu sein. Tom Libretto, Vice President von Forum Nokia, zeigte ein Bild des Nokia-iPhones während einer Präsentation auf der Evans Data Developer Relations Conference  in Redwood City im US-Staat Kalifornien. Darauf zu sehen: Ein Gerät, das verdächtig nach iPhone aussieht - wäre da nicht der Nokia-Schriftzug. Dasselbe Bild war erstmals auf einer Nokia-Konferenz Ende August 2007 kurz gezeigt worden.

Hinsichtlich genauer technischer Daten hielt sich Libretto allerdings bedeckt, erwähnte lediglich, dass auf Nokias erstem Touchscreen-Handy Java vorinstalliert sein soll. Dem iPhone hingegen fehlt jegliche Unterstützung für Java und Flash, so dass etliche Webprogramme, Webfilme und Animationen nicht dargestellt werden können.

Einen Termin, zu dem das Gerät auf den Markt kommen soll, mochte Libretto nicht nennen, berichtet Infoworld. Immerhin aber habe er ein paar grafische Demos gezeigt, unter anderem den Trailer des Kinofilms "Shrek der Dritte". Zum Ende seiner Präsentation ließ es sich der Nokia-Manager allerdings nicht nehmen, noch ein paar Seitenhiebe gegen Apple auszuteilen, indem er die Verkaufszahlen des iPhone mit denen von Nokia-Handys verglich. Laut Libretto hat Apple seit dem Beginn des iPhone-Verkaufs im vergangenen Juni etwa fünf bis sechs Millionen Geräte absetzen können. Süffisant merkte er dazu an: "So viele Geräte haben wir seit dem Abendessen letzten Freitag verkauft."

mak