Gesund telefonieren Mobile Heilsbringer

Gerne redet man davon, dass Handys krank machen. Sei es wegen der Strahlung, oder der eigenwilligen Handbewegungen beim "Simsen". Kein Wunder also, dass sich die Entwickler nach Kräften bemühen, diesen miesen Ruf in sein Gegenteil zu verkehren: mit mobilen Gesundmachern.

Als neuestes Beispiel gibt es ein Patent auf ein Telefon gegen Winterdepression.

Diese Krankheit hat im Englischen den schönen Titel "Seasonal Affective Disorder", kurz SAD, bekommen. Sie tritt besonders häufig in nordischen Ländern auf und führt in den Wintermonaten zu einem akuten Serotoninmangel, dem man üblicherweise mit Antidepressiva, aber eben auch mit Lichttherapie beikommen kann.

Dem - wohl noch etwas von der Realisierung entfernten - Telefon werden Lichtpanele hinzugefügt, die mit einer großen Intensität auf das Gesicht des Bedrückten scheinen und ihm so suggerieren sollen, dass die Sonne nur für ihn scheint.

Doch nicht nur das Handy als Therapie ist im Kommen. Bei dem so genannten Glucophone wird das Telefon zum Diagnosegerät: Mit dem von HealthPia entwickelten Telefon lassen sich der Blutzuckerspiegel messen, Diätpläne aufstellen und diverse Tipps für das eigene gesundheitsfördernde Verhalten geben. Diese werden dann zusätzlich an den Server der Firma und den behandelnden Arzt weitergereicht, so dass die Rundumüberwachung des Patienten eine lückenlose Anamnese ermöglicht.

Nach wie vor gelten jedoch SMS-Nachrichten als beliebtestes Argument, um dem Mobiltelefon die Aura eines Heilsbringers zu geben. Diese werden nämlich mittlerweile an den verschiedensten Stellen zur schnelleren Kommunikation zwischen Arzt und Patient eingesetzt, beispielsweise zum Verschicken von Testergebnissen oder der generellen Vermittlung von Gesundheitsinformationen.

Eine Studie von Vodafone berief sich auf 150 verschiedene Fälle der Verbreitung von gesundheitsrelevanter Information über SMS und befand, im Einklang mit diversen universitären Studien und öffentlichen Trägern in England, dass SMS nicht nur zu einer besseren Gesundheitserziehung führt, sondern auch die Kosten des Gesundheitssystems deutlich verringern kann.

Andere Technologien können diese Ersparnis allerdings schnell wieder reduzieren. Ferndiagnosen via Video-Telefonie, wie beispielsweise gelegentlich am Londoner Tropeninstitut durchgeführt, erwiesen sich als sündhaft teuer.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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