SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

16. Juni 2008, 11:52 Uhr

iPhone-Verträge

Briten und Österreicher unterbieten deutsche Teuer-Tarife

Von und

Von wegen Sonderangebot: 890,95 Euro kostet der billigste deutsche Tarif fürs neue iPhone. In Österreich und Großbritannien gibt es in ähnlichen Tarifen deutlich bessere Inklusiv-Leistungen: mehr Freiminuten, mehr Datenvolumen mehr Inklusiv-SMS.

Was bekommt ein iPhone-Käufer im günstigsten Tarif? Briten dürfen im Billig-iPhone-Tarif des Anbieters O2 jeden Monat 75 Minuten lang kostenlos telefonieren und 125 SMS verschicken. Österreichern schenkt One im iPhone-Tarif monatlich 1000 Telefonminuten und 100 Kurzmitteilungen.

Im Vergleich dazu wirkt das Angebot von T-Mobile an deutsche Kunden arg mager: Keine Inklusiv-SMS, gerade mal 50 Freiminuten und deutlich weniger Inklusiv-Datentransfer als in Großbritannien und Österreich.

Der Tarifvergleich zeigt, welch saftigen Aufschlag der Exklsuiv-Anbieter T-Mobile fürs iPhone-Monopol in Deutschland verlangt.

So viel Inklusivminuten wie in Österreich gibt es nach den derzeit bekannten Tarifmodellen in keinem Tarif fürs UMTS-iPhone: Beim Anbieter One kostet das günstigste Komplettpaket mit Apple-Handy (8 Gigabyte) und Zwei-Jahres-Vertrag über die Vertragslaufzeit gerechnet insgesamt 995 Euro - dafür bekommen die Kunden Inklusiv-Pakete, von denen deutsche iPhone-Besitzer nur träumen können: monatlich

Das zusammen kostet mit dem Preis fürs neue Apple-Handy umgerechnet 40 Euro im Monat - verteilt auf zwei Jahre Vertragslaufzeit. Deutich günstigster ist das Angebot des britischen Anbieters O2 - es kostet über den Vertragszeitraum von 18 Monaten umgerechnet 790 Euro.

Inklusiv-SMS und Datentarif sind ähnlich wie in Österreich. Allerdings speist O2 britische Kunden mit 75 Inklusiv-Minuten im Monat ab - Österreicher bekommen bei One für insgesamt knapp 200 Euro mehr (etwa 25 Prozent Aufschlag also) das Zehnfache an Gesprächszeit.

Wie T-Mobile in Österreich gegen das iPhone-Sonderangebot von One antritt, hat der Konzern bislang nicht mitgeteilt. Fest steht nur: T-Mobiles iPhone-Tarife für Österreich müssen deutlich unter den deutschen Angeboten liegen, um konkurrenzfähig zu sein. In Deutschland ist T-Mobile iPhone-Monopolist, in Österreich gibt es Wettbewerb - und deshalb auch echte Sonderangebote.

Gute Nachricht für Notebook-Nutzer und Alt-iPhone-Besitzer

Eine lästige Einschränkung der bisherigen iPhone-Tarife hebt T-Mobile mit der Einführung des iPhone 3G auf: Die bisher an das Apple-Handy gebundene Datenflatrate kann jetzt auch mit anderen Geräten genutzt werden. Wer sich eine zweite Sim-Karte, eine sogenannte Multisim, zuschicken lässt, kann diese beispielsweise in einen UMTS-USB-Stick einsetzen und damit unterwegs mit dem Notebook online gehen.

Erstmals hat T-Mobile nun auch offiziell bestätigt, dass es ein Wechselangebot für iPhone-Altkunden geben wird. Ob der Wechseltarif ähnlich großzügig wie in Großbritannien ausfallen wird, lässt T-Mobile offen. Der Konzern formuliert vage in bestem Einwohnermeldeamts-Deutsch, dass es einen " Upgrade-Prozess" geben wird, der "den Bezug eines iPhone 3G vor Ablauf der Vertragslaufzeit ermöglicht. Die Einzelheiten und Konditionen für den Upgrade-Prozess wird T-Mobile rechtzeitig vor dem Verkaufsstart kommunizieren."

Korrektur: Leider ist uns bei der Berechnung iPhone-Tarife des Providers One in der ersten Version dieses Artikels ein Fehler unterlaufen. Die reduzierte Grundgebühr von 10 Euro gilt nur bei Bestellungen bis zum 31.8.2008 und nur bis zum 31.12.2008. danach erhöht sich die Grundgebühr auf 25 Euro. Bei Vertragsabschluss im Juli werden also während der Vertragslaufzeit insgesamt 995 Euro für das 8-GB-iPhone und 1075 Euro für das 16-GB-iPhone fällig. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen und danken den Lesern, die uns darauf hingewiesen haben.

URL:

Verwandte Artikel:


© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung