IWar iPhone-Enthusiasten bekommen 100 Dollar von Apple

Der Protest hat gewirkt: Wer sich vor Apples drastischer Preissenkung vom Mittwoch ein iPhone gekauft hat, bekommt von dem Konzern eine 100-Dollar-Gutschrift, versprach Apple-Chef Steve Jobs.


In einer am Donnerstag auf der Website des Unternehmens veröffentlichten Erklärung räumte Steve Jobs ein, dass Apple seine Kunden enttäuscht habe. "Unsere ersten Kunden haben uns vertraut, und wir müssen diesem Vertrauen gerecht werden durch Taten in Momenten wie diesen", schreibt Jobs in der Erklärung.

Steve Jobs: "Wir entschuldigen uns dafür, Sie enttäuscht zu haben"
AFP

Steve Jobs: "Wir entschuldigen uns dafür, Sie enttäuscht zu haben"

Der Konzern hatte den Preis seines Mobiltelefons nur zwei Monate nach dessen Markteinführung Ende Juni drastisch gesenkt - das Topmodell kostet nun 399 Dollar. Erstkunden mussten noch 599 Dollar zahlen. Jobs hatte zunächst erklärt, es werde immer Leute geben, die viel Geld für die neuesten elektronischen Geräte ausgeben und sich später darüber ärgerten, dass die Preise fallen.

In der Erklärung heißt es nun, Steve Jobs habe nach Bekanntgabe des neuen Preises hunderte E-Mails von erbosten iPhone-Besitzern erhalten. Auch dürfte dem Apple-Chef nicht entgangen sein, dass etliche Apple-Fans in Internet-Foren ihrem Ärger Luft gemacht hatten. Viele der ersten Käufer hatten beim Verkaufsstart des Apple-Handys stundenlang Schlange gestanden, um das mit Spannung erwartete Mobiltelefon sofort nach der Markteinführung zu ergattern.

Manche können noch mehr rausholen

Diese Kunden sollen nun mit einem 100-Dollar-Einkaufsgutschein entschädigt werden. Dieser könne wahlweise in einem Apple Store oder in Apples Online-Shop beim Kauf eines anderen Apple-Produkts eingelöst werden. An den Details werde noch gearbeitet.

Klar ist jedoch, dass die versprochene Gutschrift nur jenen gewährt wird, die nicht durch einen anderen Rabatt oder eine Gegenleistung entschädigt werden. Dazu zählen beispielsweise alle iPhone-Käufer, die sich während der 14 Tage vor Ankündigung der Preissenkung Apples Mobiltelefon besorgt haben. Diese Kunden können ihr Gerät komplett zurückgeben, müssen dafür allerdings eine Gebühr in Höhe von 49,90 Dollar zahlen, wenn sie es schon benutzt haben. Kaufen sie danach sofort wieder ein iPhone zum nun geltenden Preis von 399 Dollar, können sie sich unterm Strich also 150 Dollar zurückholen. Unklar ist, ob die in den Apple-Vertragsbedingungen gewährte Preisgarantie greift, wenn das Telefon schon benutzt wurde: "Sollte Apple den Preis eines Apple-Produktes innerhalb der ersten 14 Kalendertage nach dem Kaufdatum senken, können Sie eine Erstattung der Differenz zwischen bezahltem und aktuellem Verkaufspreis beantragen."

Die Börse reagiert verstimmt

Die nun angekündigte Gutschein-Aktion könnte Apple zweistellige Millionenbeträge kosten. Ein Betrag der sich im Vergleich zu den 818 Millionen Dollar Nettogewinn, die das US-Unternehmen im vergangenen Quartal eingefahren hat, jedoch bescheiden ausnehmen dürfte.

Dennoch fiel Apples Aktienkurs am Donnerstag an der New Yorker Börse den zweiten Tag in Folge. Zu dieser Entwicklung trugen außer der Gutschein-Ankündigung auch Sorgen über die schmelzenden Gewinnmargen beim iPhone und wegen der Preissenkungen selbst bei. Das Papier schloss 1,28 Prozent tiefer bei 135,01 Dollar.

Deutsche iPhone-Preise noch unklar

Apple hatte am Mittwoch erklärt, den Preis für das iPhone mit acht Gigabyte Speicher um 200 Dollar auf 399 Dollar zu senken und das kleinere Modell mit vier Gigabyte ganz vom Markt zu nehmen. "Wir wollen das iPhone erschwinglicher machen", begründete Jobs den Schritt. Einige Experten vermuten hinter der Preissenkung aber auch enttäuschende Verkaufszahlen seit der Markteinführung in den USA Ende Juni.

Der für den Verkauf in Deutschland geplante iPhone-Preis ist bislang noch ebenso unbekannt wie der von Apple-favorisierte Netzpartner. In unbestätigten Meldungen war mehrfach die Rede davon, das Apple-Handy werde hierzulande exklusiv von T-Mobile vermarktet. In der Regel verkauft Apple seine Produkte in Europa zu Preisen, die jenen in den USA dem Zahlenwert nach entsprechen. So kostet etwa die 8-Gigabyte-Ausführung des neuen iPod touch in den USA 299 Dollar und in Deutschland 299 Euro. Dabei ist allerdings zu beachten, dass in den USA stets Nettopreise angegeben werden, während hierzulande bereits die Mehrwertsteuer eingerechnet ist.

Der Marktstart des iPhone ist weiter für das vierte Quartal - also pünktlich zum Weihnachtsgeschäft - vorgesehen. Vielfach wird der November als Monat für den deutschen iPhone-Verkaufsstart genannt.

mak/AP/Reuters



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Seite 1
grinta, 06.09.2007
1. nein ...
... spon kennt offenbar den IT und telecom markt nicht wirklich, sonst würde nicht ein derart reisserischer artikel veröffentlicht werden. für die käufer des iphones, die sich jetzt beschweren, habe ich keinerlei verständnis: offenbar waren sie irgendwann mal bereit den preis für das iphone zu bezahlen. wenn es ihnen damals so viel geld wert war, wieso jetzt plötzlich nicht mehr? wird das iphone durch die preissenkung etwa schlechter? und spon rührt natürlich fleissig mit - nichts anderes war zu erwarten.
Knütterer, 06.09.2007
2. Preisrutsch
Zitat von sysopIst Steve Jobs mit dem der iPhone-Preissenkung zu weit gegangen? Oder sind die "early adopter" selbst Schuld?
Ein altes Sprichwort sagt ja: "Geilheit macht dumm"! Und ich denke, daß in der Anfangshype viele User einfach dumm und blind waren... Wer wie ich, seit 1981 als Kunde den Preis-Kurs von Apple mitgemacht hat, den kann der Zick-Zackkurs in Cupertino schon lange nicht mehr so richtig aufregen. Meine beiden letzten schlechten Erfahrungen mit Yankee-Politik: - iMAC 24" gekauft und 14 Tage später ein neues Produkt mit anderem Gesicht - einen 60GB iPOD gekauft und eine Woche später dann der neue iPOD Ich mache den ganzen Scheiß jetzt nicht mehr mit und meine MAC´s laufen jetzt erst mal, bis sie auseinander fallen. Vom "Jobschen-Marketing" lancierte Spielereien sind wirklich nur was für Blöde!
geschaenk 06.09.2007
3.
Im Land der Freien und Heim der Tapferen hat die konsumgeile Gesellschaft offenbar verdrängt, wie der Kapitalismus funktioniert. Dann wird es jetzt wohl endlich die lange herbeigesehnte Revolution geben. Danke Steve Jobs. (Ich trage mich schonmal auf die Trabb^wIphone-Warteliste ein.)
terra 06.09.2007
4. Ganz richtig ist das nicht..
Hallo, Ganz richtig ist das nicht, was dort im Artikel steht. Wie man in den Apple Store Retail Policies oder in den erfahrungsberichten z.B. bei http://www.hackint0sh.org/forum/showthread.php?t=4843 nachlesen kann, zahlt Apple die Differenz zum neuen Preis, wenn man innerhalb der letzten 14 Tage gekauft hat. Die Ursache duerfte wohl entsprechende Verbraucherschutzregeln in den USA sein. Trotzdem halte ich auch es fuer viel zu frueh, dass schon nach 9 Wochen der Preis so stark gesenkt wird. Wenn man sich in der Preispolitik verschaetzt hat, dann sollte man das so sagen und wirklich ueber eine Kompensation nachdenken. Handies haben zwar ein Preisverfall, aber nicht in solchen Zeitraeumen. Gruesse Terra
Pinarello, 06.09.2007
5.
Zitat von sysopIst Steve Jobs mit dem der iPhone-Preissenkung zu weit gegangen? Oder sind die "early adopter" selbst Schuld?
Warum zu weit gegangen? He Leute, so funktioniert Marktwirtschaft und der Kapitalismus, ganz einfache Angelegenheit, sprich Angebot und Nachfrage, im Falle des iPhone genau umgekehrt, also erst Nachfrage erzeugen dann Angebot möglichst teuer auf den MArkt bringen, schon gibt es Hunderttausende von Konsumtrotteln die ihren letzten Dollar ausgeben, um ein völlig überflüssiges Produkt zu kaufen. Übrigens, die Leute die den ganzen Applemist kaufen, sind ja schon eher eine Sekte geworden, da muß man auch deutlich tiefer in die Tasche greifen. Aber immer wieder erstaunlich, wie selbst angeblich seriöse Medien wie der SPON auf dieses tumbe Marketingspiel hereinfallen. Oder wird der SPON dafür bezahlt? Dann sollten Beiträge dieser Art auch für jeden erstichtlich als Werbung gekennzeichnet werden.
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