Japan-Technik Oma lenkt den Einkaufsroboter per Handy

Schräges Konzept aus dem Roboterland: Japanische Ingenieure wollen Blechkameraden als Stellvertreter gebrechlicher Menschen zum Einkaufen mit der Verwandtschaft schicken. Die Besitzer steuern die Shopping-Roboter per Handy, orientieren sich an Livebildern aus der Robo-Kamera.


Empfangs-, Pflege- und Gesellschaftsroboter gibt es in Japan schon. Nun bereichern zwei Firmen in der Stadt Kitakyushu den Maschinenzoo um den Einkaufsroboter. Bei der Vorführung steuerte einen ältere Dame den Roboter des Herstellers Tmsuk per Handy des Mobilfunkers NTT DoCoMo durch die Geschäfte. Im vorgeführten Szenario war der Roboter gemeinsam mit "der Enkelin" der alten Dame unterwegs.

Einkaufsroboter: Das Mini-Monster lässt sich per Mobiltelefon steuern und zahlt per Chip

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Durch die Steuerung des Roboters per Video-Handy konnte die Rentnerin zwar nur virtuell zum Einkaufsbummel aufbrechen. Trotzdem konnte sie eine aktive Rolle spielen, schließlich wurde sie vor Ort von der Maschine repräsentiert. Damit betritt das Experiment von Tmsuk und NTT DoCoMo Neuland. Denn die Roboter, die Alte unterhalten, auf Kinder aufpassen oder Gäste begrüßen, sollen Menschen ersetzen.

Der Shopping-Roboter vertritt dagegen einen Menschen, der gerade nicht persönlich anwesend sein kann. Dabei ist der abwesende Nutzer per Mobilfunk trotzdem mitten im Geschehen, da er Videobilder von der Roboterkamera erhält und per Telefonverbindung auch mitreden kann. Und nicht zuletzt soll man die Einkäufe natürlich auch per Handy bezahlen können.

Während die Mobilfunktechnik des Einkaufs-Bots auf dem neuesten Stand der japanischen Praxis ist, war der eingesetzte Roboter fast genauso betagt, wie die Großmutter am anderen Ende der Leitung: Zum Einsatz kam das Modell "TMSUK 04", das bereits 2001 als Pflegeroboter vorgestellt wurde. Mit seinem eigenwilligen Wespentaillendesign ähnelt die Maschine einer Mamsell im Reifrock, die allerdings auf Rollen durch die Welt gleitet.

Die Robo-Schmiede Tmsuk hat natürlich auch zahlreiche neuere Modelle im Angebot, die den Shopping-Einsatz durchaus noch bereichern könnten. So läuft der "Shipno" auf zwei Beinen, was die Mobilität deutlich verbessern würde. Auf die Spitze und dabei ad absurdum geführt würde die Idee vom Shopping-Roboter unterdessen vom "Pre-Hospital Care Bot" - das Gerät bewegt sich zwar wiederum auf Rollen, aber dafür kann ein Mensch auf dem medizinischen Stuhl des Geräts Platz nehmen.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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