Schädlingsbekämpfung Mausefalle schickt Erfolgs-SMS

High-Tech-Mausefallen der Firma Rentokil arbeiten vollautomatisch: Sensoren registrieren die Nager und ersticken sie mit Kohlendioxid. Anschließend melden die High-Tech-Fallen den Vorgang an ein digitales Kammerjägernetz.

In Technik- und Gadget-Blogs macht derzeit ein Gerät Furore, das sich zunächst wie ein schlechter Scherz anhört: Die ultramoderne Mausefalle "RADAR" lockt den Nager an, schließt ihn luftdicht ein und vergast das Tier - alles vollautomatisch.d Aber es geht in der gleichen High-Tech-Manier weiter: RADAR benachrichtigt auch den Aufsteller der Falle per SMS oder E-Mail.

RADAR ist allerdings nicht das Produkt eines obskuren chinesischen Herstellers, sondern der letzte Stand in der professionellen Schädlingsbekämpfung für Firmenkunden. Und der Anbieter Rentokil ein global agierender Dienstleister, der bereits 1920 in Großbritannien gegründet wurde, und seit 1970 weltweit expandiert. Zu den Geschäftsfeldern gehören dabei inzwischen auch alle möglichen Dienste jenseits der Schädlingsbekämpfung, von der Büroreinigung über die Vermietung tropischer Pflanzen bis hin zum Service von Büromaschinen. Und nach einem global operierenden Konzern und nicht nach Gadget-Nerds oder einem Kammerjäger klingt dann auch die offizielle "RADAR"-Produktbeschreibung: "Dringt eine Maus in die Box ein, wird dies von druckempfindlichen Sensorpads registriert und die Falle schnappt zu. Eine exakt bemessene Dosis Kohlendioxid wird freigesetzt und tötet den Nager schnell und schmerzlos."

Der Nachsatz macht deutlich, dass die "Rodent Activated Detention and Riddance Unit" für Industriekunden konzipiert ist: Die Maus wird beseitigt, "ohne die Umwelt und insbesondere Ihre sensiblen Gebäudebereiche durch Toxine oder durch den Kadaver zu belasten, denn der wird vollständig eingeschlossen."

Die deutsche Rentokil-Website ist allerdings noch nicht auf dem neuesten Stand, wenn es um die digitalen Kommunikationsfähigkeiten des Geräts geht, hier ist nur von einer "möglichen elektronischen Überwachung" die Rede. Auf der britischen Internetseite des Unternehmens wird die Beschreibung schon deutlicher: "Das schlaue kleine Gerät kann Fabrikarbeiter sogar per E-Mail informieren."

Aber mit einer E-Mail hören die Rentokil-Services noch längst nicht auf, denn die vollautomatische Mausefalle ist letztendlich nur ein Sensorpunkt im Online-System namens PestNetOnline. Dieses ermöglicht es "den aktuellen Status kundenspezifischer Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen auf Knopfdruck abzurufen". Und zwar einerseits über eine Website oder "Handcomputer mit integriertem Barcode-Scanner", der per Mobilfunk mit dem PestNetOnline-Server vernetzt ist. Und natürlich ist es für das personalisierte Kammerjäger-Netz eine leichte Übung beliebige Parameter automatisch als E-Mail oder per SMS zu verschicken.

Die Autoren des Gadget-Blogs "Engadget Mobile" vermissen da nur noch die vollautomatischen Kadaverbeseitigung: In der nächsten "RADAR"-Version könnte Rentokill doch ein Säurebad einbauen, lautet ihr zynischer Lösungsvorschlag.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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