Soziale Netzwerke Mobile Kontaktbörsen

Wenn man das MySpace-Prinzip aufs Handy überträgt, vervielfachen sich die Möglichkeiten der sozialen Interaktion. Menschen in unmittelbarer Umgebung mit ähnlichen Interessen oder gemeinsamen Freunden werden auf dem Display angezeigt und können direkt angesprochen werden.


Die Idee, Social-Networking-Services mit den Möglichkeiten der Handy-Ortung zu kombinieren, hat schon einige Jahre auf dem Buckel. Während des Booms der New Economy wurde das Konzept schon einmal propagiert, funktionierende Dienste sollten in kürzester Zeit zur Verfügung stehen, hieß es bereits zur Jahrtausendwende.

Mobiles soziales Netzwerk aka-aki: Das Prinzip "MySpace" aufs Mobiltelefon übertragen

Mobiles soziales Netzwerk aka-aki: Das Prinzip "MySpace" aufs Mobiltelefon übertragen

Zwischenzeitlich ein wenig in Vergessenheit geraten, dürfte jetzt wirklich die Zeit für eine Realisierung gekommen zu sein. Jedenfalls sind inzwischen die Voraussetzungen für ein Gelingen gegeben. Zum einen weil sich die Leistungsfähigkeit der Handys deutlich verbessert hat, aber auch weil die Nutzer das Prinzip der sozialen Netzwerkwerk-Services in den letzten Jahren verinnerlicht haben.

Mobile Potentiale

Das MySpace-Prinzip aufs Handy zu portieren verlangt unterdessen mehr, als bloß den Umstieg auf eine andere Hardware. Services wie das Flirt-Netzwerk FunkySexyCool oder Vodafones Ankündigung, Telefone mit vorinstalliertem MySpace-Account auszuliefern ignorieren allerdings bislang das Potential mobiler Geräte.

Diese ergeben sich vor allem dadurch, dass man Kontakte aus den Social-Networking-Sites auch geografisch zuordnen könnte. So wäre es via Handy-Ortung beispielsweise jederzeit möglich, nachzuvollziehen wo sich der Freundes- und Bekanntenkreis gerade aufhält. Natürlich kann man auch umgekehrt vorgehen und in Erfahrung bringen, ob sich bislang Unbekannte mit ähnlichen Interessen in der Nähe aufhalten. Statt eine Mail zu schicken, kann man dann einfach persönlich "Hallo" sagen.

Genau dieses Szenario will jetzt das Berliner Start-up aka-aki wahr machen. Derzeit sucht das Unternehmen Beta-Tester. Im Sommer soll der Handy-Dienst der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Aka-aki scheint dabei auf eine Kombination aus Handy-Ortung über das Mobilfunknetz und Bluetooth zu setzen. Jedenfalls sollen die Profile der aka-aki-Nutzer, die sich in einem Umkreis von 20 Metern aufhalten, wechselseitig auf dem Display angezeigt werden.

Leute anklicken

Als Beispiel nennt aka-aki Situationen wie U-Bahn-Fahrten oder Kneipenbesuche, während derer man auf andere aka-aki-Nutzer in der Nähe aufmerksam gemacht wird. Gefällt einem das jeweilige Profil, oder hat man vielleicht sogar gemeinsame Bekannte, spricht man die entsprechende Person einfach an. Im Internet würde man in einem solchen Fall eine Mail schreiben oder einen Eintrag im Gästebuch hinterlassen.

Als "Leute anklicken mit dem Handy" beschreibt aka-aki dieses Prinzip, das auch bei konkreten Anliegen, etwa in einer fremden Stadt funktioniert. Über das eigene Profil würde man dann etwa signalisieren, dass man auf der Suche nach einem netten Café ist. Einheimische aka-aki-Nutzer in unmittelbarer Nähe könnten den Hilfesuchenden dann ansprechen und mit kenntnisreichen Tipps versorgen.

Sascha Koesch/Fee Magdanz/Robert Stadler



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