Das Gerücht ist absurd, hält sich aber hartnäckig: Angeblich ist in Ägypten eine SMS in Umlauf, die tödlich wirkt, wenn man sie betrachtet. Jetzt schalten sich sogar Behörden ein und versuchen, Handy-Nutzer zu beruhigen.
Das Szenario kennt man aus Hollywood: Man nimmt einen Anruf entgegen, schaut ein verbotenes Video an oder erhält eine kryptische Botschaft, und eine Woche später ist man tot. Die Idee, die Gore Verbinski als Vorlage für seinen Horrorfilm "The Ring" diente, versetzt in Ägypten Tausende Handy-Nutzer in Angst und Schrecken.
Der Grund ist ein Bericht der Tageszeitung "Egyptian Gazette", demzufolge ein Mann in Mallawi, südlich von Kairo, einem Schlaganfall erlegen sei, kurz nachdem er eine der mysteriösen Textnachrichten erhalten habe. Angeblich bestehen die ominösen, todbringenden Botschaften aus einer Ziffernkombination, die mit einem Plus-Symbol beginnt und mit der Zahlenfolge 111 endet.
Die Gerüchte über die sogenannte Killer-SMS hielten sich so hartnäckig, dass sich nun sogar die Behörden genötigt sahen, gegen die weitere Verbreitung von Informationen über die angeblich so gefährliche SMS vorzugehen. So meldete die amtliche Nachrichtenagentur MENA am Mittwoch unter Berufung auf Sicherheitskreise, es gebe keine Handy-Botschaft, die bei den Empfängern erst schwere Kopfschmerzen und dann eine tödliche Gehirnblutung auslösen könne.
Das Gesundheitsministerium erklärte offiziell, es sei den Behörden kein derartiger Fall bekannt. "Diese Gerüchte widersprechen allen wissenschaftlichen Erkenntnissen", hieß es in der Erklärung. Das Innenministerium nahm laut MENA drei Ölarbeiter unter dem Verdacht fest, das Gerücht in Umlauf gebracht zu haben.
Eine ähnliche Nachricht hatte sich bereits 2007 einmal verbreitet. Damals machte eine SMS die Runde, in der einige Rufnummern genannt wurden, die angeblich zum Tode führen würden, sobald man von ihnen angerufen wird. Die Geschichte entpuppte sich allerdings schnell als Hoax und bedurfte damals keiner behördlichen Entwarnung.
mak/AFP
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