Verkaufsstart iPhone kommt am 29. Juni

Apple-Fans haben lange gerätselt: Wann kommt das iPhone in den Handel? Nun hat der Konzern - auf ungewöhnliche Weise - den Termin bekannt gegeben.

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New York - Nun steht es fest: Am 29. Juni soll Apples Mobiltelefon auf den Markt kommen, vorerst jedoch nur in den USA. Bereits bei der Vorstellung des Geräts im Januar hatte Apple-Chef Steve Jobs den Juni als Starttermin genannt. Vergangene Woche sagte Jobs im Rahmen der Konferenz "D: All Things Digital", das Mobiltelefon werde erst spät im Juni in den Handel kommen. Der iPod-Hersteller bringt seine Produkte stets auf den letzten Drücker auf den Markt.

Das genaue Datum für den Verkaufsstart wurde nicht durch eine Pressemitteilung, sondern durch einen TV-Spot im US-Fernsehen bekannt gegeben. Zunächst wurde gerätselt: Wurde die TV-Werbung versehentlich ausgestrahlt? Doch Apple-Sprecher Tom Neumayr bestätigte den Termin. In den USA wird das iPhone exklusiv von der Mobiltelefonsparte des Telekommunikationskonzern AT&T vertrieben. Der Preis soll, je nach Modell, bei 499 beziehungsweise 599 US-Dollar liegen.

Anders als die meisten herkömmlichen Mobiltelefone wird das iPhone gänzlich ohne Tastatur auskommen. Stattdessen ist das Gerät mit einem berührungsempfindlichen Bildschirm ausgestattet, auf dem man Eingaben per Fingerzeig vornehmen kann. Zudem soll das Gerät in der Lage sein, bestimmte Gesten des Anwenders zu erkennen und als Befehle zu interpretieren. Wie bei moderneren Multimedia-Handys üblich, verfügt das iPhone über ein E-Mail-Programm und einen Webbrowser. Auch eine 2-Megapixel-Digicam ist eingebaut. Zudem verfügt das Gerät über einen integrierten MP3-Player, der, wie ein iPod, Musik aus Apple iTunes Store abspielen kann. Je nach Modell sind die Apple-Mobiltelefone mit vier oder acht Gigabyte Speicher ausgestattet, der mangels Steckkartensteckplatz nicht erweiterbar ist.

Vier Millionen bis Jahresende

Laut einem Bericht des Marktforschungsunternehmens Merrill Lynch wird Apple in diesem Jahr vier Millionen Exemplare des iPhones ausliefern. Anfänglich sollen 200.000 bis 300.000 Geräte pro Monat die Fabrik verlassen. Bis zum Jahresende soll die Produktionskapazität auf eine Million Stück pro Monat gesteigert werden. Laut Jobs plant Apple, im ersten Jahr zehn Millionen iPhones auszuliefern.

Ein Datum für den Verkaufsstart des iPhone in Europa steht noch aus. Bei der Vorstellung des Geräts wurde nur schwammig "das vierte Quartal" genannt. Sicher ist: Der Konzern bemüht sich, das noble Gerät noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft in die Läden zu bekommen. Derzeit laufen die Verhandlungen mit verschiedenen Mobilfunkprovidern, da Apple offenbar plant, das Gerät auch in Europa jeweils nur mit einem exklusiven Partner pro Land vermarkten zu wollen. Im Gespräch sind Vodafone, Orange und T-Mobile.

Zudem, so kolportieren es verschiedene Gerüchte-Webseiten, soll Apple noch Probleme mit der Anpassung des iPhone an europäische Standards haben. Demnach soll das Euro-iPhone UMTS-fähig werden, während das US-Modell den EDGE-Standard unterstützt. Der dazu notwendige UMTS-Chip verbrauche jedoch noch zu viel Strom, heißt es beispielsweise bei www.hardmac.com. Eine Bestätigung gibt es allerdings nicht.

Apples Konkurrenz im Mobilfunkmarkt erwartet durch die Einführung des teuren Edel-Handys keine Einbußen. Mit Blick auf das Multimedia-Handy n91 sagte Nokia-Sprecher Kari Tuuti bereits im Januar gegenüber SPIEGEL ONLINE, Nokia habe "ein Jahr Vorsprung" vor dem iPhone. Dennoch erwartet die Branche vom Apple-Handy einen Schub, der sich auf alle Hersteller auswirken könnte. Das Argument: Der hohe Preis des Apple-Handys könnte dazu beitragen, dass die Konsumenten auch bei anderen Herstellern bereit wären, für Edel-Modelle tiefer in die Tasche zu greifen.



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