Warnung La-Ola-Viren bedrohen Handys

Vor Handyviren wird oft und gern gewarnt, meist aber entpuppen sie sich als zahnlos. Zur WM jedoch könnte es zu echten Virenwellen kommen: Als per Bluetooth übertragende La-Ola-Wellen in Stadien und bei Public Viewings.


Bisher gab es in Bezug auf Handys mehr Warnungen als echte Viren-Fälle. Potenziell verbreiten sich Handy-Viren vor allem von Smartphone zu Smartphone, der leichteste Verbreitungsweg ist dabei die Funktechnik Bluetooth. Die aber funktioniert nur auf kürzeste Distanz, was das Verbreitungsrisiko normalerweise minimiert.

Derzeit aber ist nichts normal: In den nächsten Wochen werden sich Hundertausende von Leuten mit aktivierten Handys auf engstem Raum tummeln. Diesen Mobiltelefonbesitzern mit Bluetooth-Funk droht jetzt nach einem Bericht des Computertechnik-Magazins "c't" in Stadien und an Public-Viewing-Plätzen die Infektion mit Handyviren. Werde der zusätzliche Bluetooth-Funk nicht ausgeschaltet, könnten sich Handy-Viren "wie eine große La-Ola-Welle" im Stadion ausbreiten, erklärte das Computermagazin am Freitag in Hannover.

Bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Helsinki im vergangenen Jahr beispielsweise habe sich ein Virus durch die Ansammlung der vielen Mobiltelefone rasend schnell vermehren können. Experten des Magazins raten neben der Deaktivierung von Bluetooth, unerwartete Meldungen, Anfragen und MMS abzulehnen sowie enthaltene Programme nicht auszuführen und keine Software oder Spiele aus Tauschbörsen auf das Handy zu laden.

Die Bluetooth-Schnittstelle erlaubt einen raschen Datenaustausch zwiwschen benachbarten Handys, so dass sich auch Viren in großen Menschenansammlungen schnell verbreiten können. Die Zahl von Handyviren hat sich im vergangenen Jahr nach "c't"-Angaben auf 200 drastisch erhöht. Bekannte Viren tauschen in einigen Fällen auf dem Display nur Symbole aus. Sie könnnen jedoch auch hohe Rechnungen verursachen, indem sie automatisch SMS oder MMS verschicken.

Einige Viren wie Skulls oder Doombot machen teure Handys unbrauchbar, indem sie wichtige Systemdateien überschreiben. Vor allem Besitzer von besonders leistungsfähigen Handys wie Smartphones mit vielen Schnittstellen und Computerfunktionen sollten auf ihre Sicherheit achten. Die meisten bekannten Viren gibt es für Mobiltelefone mit dem weit verbreiteten Handy-Betriebssystem Symbian. Spezielle Antivirensoftware für Handys schützt die Telefone nach einem "c't"-Test meist nur unvollständig.

pat/AFP



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