Wellness-Handys Körperfett und Feng-Shui

Handys entwickeln sich zu Fitness-Beratern: SonyEricsson bietet Telefone mit Trainingsfunktion, von BenQ kommt die Idee zum Diät-Handy und Motorola will den Mobilfunken sogar die Feng-Shui-Analyse beibringen.


Handy-Produzenten können ihre zweistelligen Wachstumsraten inzwischen nur noch dank der anhaltenden Nachfrage in den Entwicklungs- und Schwellenländern aufrecht erhalten: In Europa, Japan oder den USA liegt die Handy-Penetration bereits um die 100 Prozent, und auch Funktionen wie MP3-Player und Digicam gelten inzwischen als Standard. Damit die Nachfrage in dieser Situation nicht zu stark einbricht, müssen die Hersteller immer neue Funktionen in ihre Telefone integrieren.

Feng Shui: Mit dem Handy die Wohnumgebung optimieren - auch das Badezimmer
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Feng Shui: Mit dem Handy die Wohnumgebung optimieren - auch das Badezimmer

Die neuesten Ideen in dieser Rüstungsspirale rund ums Handy finden sich im Wellness-Bereich. Bereits im April hat Sony Ericsson ein Walkman-Handy mit Trainingsfunktion vorgestellt. Das Gerät zählt Schritte, misst zurückgelegte Kilometer und errechnet die verbrauchten Kalorien. Passend dazu hat der taiwanesische Telefon-Produzent BenQ ein Patent für ein Handy angemeldet, mit dem der moderne Gadget-Athlet seinen Körperfettanteil immer im Blick behalten kann.

Vernetzte Diät

BenQs Patent basiert auf der eigentlich recht einfachen Idee, das bewährte Verfahren der bioelektrischen Impedanzanalyse ins Handy zu integrieren. Wenn der Nutzer zwei Elektroden an seinem Telefon berührt, werden schwache, elektrische Wechselstromimpulse durch seinen Körper geschickt. Aus dem unterschiedlichen Widerstand, den Muskeln oder eben Fett dabei bieten, kann anschließend auf den Körperfettanteil geschlossen werden. In einschlägigen Blogs wird bereits munter über die naheliegenden Anwendungen für das Fettmess-Handy spekuliert: So könnten sich Diät-Gruppen per Handy vernetzen und täglich ihre Werte per SMS austauschen.

Die Echtzeit-Diätkontrolle dürfte je nach Perspektive amüsant oder beängstigend wirken. Technisch ist sie nicht besonders beeindruckend. Im Gegensatz zu einem weiteren Patent zur Telefonaufrüstung, das eine Ahnung davon vermittelt, wie weit der Entwicklungshorizont noch sein könnte: Das Feng-Shui-Handy von Motorola soll nach einem Bericht der Site Unwired View fast im Alleingang entscheiden, ob Räume oder Gebäude mit den Regeln der chinesischen Philisophie harmonieren.

Hausplanung mit dem Handy

Nach dem Motorola-Patent muss das entsprechende Feng-Shui-Handy regelrecht mit Sensoren, Rechenkapazität und Netzwerktechnik vollgestopft werden, auch wenn alle einzelnen Elemente bekannt und erprobt sind. Zunächst wird mittels mehrerer Mikrophone ein dreidimensionales akustisches Abbild der Räumlichkeiten erstellt. Zudem wird der Lärmpegel festgestellt. Anschließend kommt die Digicam des Handys zum Einsatz, mit deren Fotos die Farbharmonie überprüft wird.

Mittels eines Radioempfängers stellt das Feng-Shui-Telefon außerdem Richtung und Stärke von Rundfunk- bzw. Mobilfunk-Sendern in der Nähe fest. Danach wird mittels des GPS-Moduls die Position des Gebäudes ermittelt und mit einer Online-Datenbank abgeglichen, wobei das Augenmerk vor allem auf der Entfernung zu "ungünstigen" Einflüssen wie Fabriken, Flughäfen oder Mülldeponien liegt. Zuletzt kalkuliert das Feng-Shui-Gadget die gemessenen Werte anhand von gespeicherten "Chi-Tabellen" und spuckt dann das Ergebnis der Analyse aus, Tipps zur Farboptimierung inklusive.

Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler



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