Weltweites Roaming Für 69 Cent in alle Netze

Die Naturkundestiftung und US-Zeitschrift "National Geographic" hat ein echtes Weltenbummler-Handy mit vertretbaren Gesprächsgebühren angekündigt. Bei gewohntem Komfort und gleich bleibender Nummer soll der Service mehr als 100 Länder abdecken.


In den letzten Jahren sind die Gesprächspreise am Handy soweit gefallen, dass böse Überraschungen in der Mobilfunkrechnung in der Regel auf Datenservices zurückzuführen sind - oder auf Auslandsaufenthalte. Die so genannten Roaming-Gebühren, die für Handy-Gespräche im Ausland fällig werden, sind in Europa daher seit Jahren heftig umstritten.

Roaming-Schnäppchen: das geplante internationale Handy von "National Geographic"

Roaming-Schnäppchen: das geplante internationale Handy von "National Geographic"

Nach Angaben der EU-Kommission müssen Handy-Nutzer im europäischen Ausland aktuell durchschnittlich 1,15 Euro pro Gesprächsminute berappen - Was in keinem Verhältnis zu den tatsächlichen Mehrkosten steht, die den Mobilfunkfirmen durch Auslandsgespräche entstehen. Anfang Februar hat die zuständige EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, Viviane Reding, angekündigt, dass im Sommer eine Obergrenze für Mobilfunk-Telefonate aus dem Ausland festgelegt wird: Jahrelange Appelle an die Branche, die Preise freiwillig auf ein angebrachtes Niveau zu senken, hätten nichts gebracht, daher sei die EU jetzt zu diesem drastischen Schritt gezwungen, so die Kommissarin.

Einheitspreis in 100 Ländern

Natürlich gibt es längst Tricks und Services, mit denen die drastischen Gesprächsgebühren unterwegs vermieden werden können. Diese setzen allerdings voraus, dass sich der Nutzer zusätzlich zu seinem Mobilfunkvertrag bei weiteren Diensten anmeldet, bzw. sich mit zusätzlichen Regeln vertraut macht. Für den Durchschnittsnutzer ist das aber meisten zu aufwendig und zu kompliziert, vor allem wenn dabei zusätzliche Telefonnummern ins Spiel kommen.

Ein schönes Beispiel, wie der gewohnte Komfort bewahrt werden kann, und Weltenbummler ihre Handy-Kosten trotzdem im Griff behalten, stellt dagegen das "Talk Abroad Travel Phone" dar. Das Handy für den Einsatz rund um die Welt ist eine Kooperation des US-Magazins "National Geographic" und der Firma CellularAbroad. US-Vielreisende können mit dem Handy ab März in über 100 Ländern zum Einheitspreis von 90 US-Cent telefonieren, statt Monatsgebühren werden einmalig 199 Dollar Einrichtungsgebühr fällig.

EU-Telekoms bleiben stur

Natürlich können die umgerechnet 69 Euro-Cent, die Gespräche mit dem "Talk Abroad Travel Phone" kosten werden, immer noch empfindliche Löcher ins Reisebudget reißen, aber zum einen sind die anfallenden Gebühren wirklich transparent, zum anderen bekommt man dafür den Komfort der eigenen, gleich bleibenden Telefonnummer auch auf ausgedehnten Reisen.

Und im Vergleich zu den 1,15 Euro, die europäische Urlauber derzeit noch im nahen Ausland bezahlen müssen, sind die "National Geographic"-Tarife auch ziemlich fair. Vor allem, wenn man davon ausgeht, dass Europas Handy-Netzbetreiber ihre Roaming-Preise nur unter Zwang wirklich senken werden: Laut dem Dachverband der EU-Verbraucherorganisationen, BEUC, hat nämlich nicht einmal die Ankündigung von der Preisregulierung Viviane Redings Bewegung in den Markt gebracht.

Sascha Koesch/Fee Magdanz/Robert Stadler

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