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Hacker-Treffen: Von Staatstrojanern und Spionage-Hardware

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28C3-Konferenz Hacker warnen vor Spionage-Software

Autoritäre Regime überwachen die Kommunikation ihrer Bürger mit Software aus dem Westen: Auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs in Berlin kritisierte Evgeny Morozov den Umgang mit Spionage-Tools. Auch der deutsche Staatstrojaner ist Thema auf dem Hacker-Treffen.

Berlin - Mit dem Verkauf von Spionage-Software unterstützen westliche Staaten nach Ansicht des Autors Evgeny Morozov die Repressionen autoritärer Regime. Die Hersteller von Überwachungssystemen scheuten nicht den Verkauf an Länder wie Syrien oder Iran, sagte er am Dienstag beim Jahreskongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Berlin, dem 28C3. Der größte Hackerverein in Europa diskutiert bis Freitag über Netzpolitik, Datenschutz und Überwachungstechnologie und stellt technische Systeme wie den GSM-Funkstandard auf den Prüfstand.

Diktatoren und westliche Technologieunternehmen hätten eine "heimliche Liebesaffäre", sagte Morozov in der Eröffnungsrede des Kongresses. Morozov verglich die Programme mit Waffen: Ein Exportverbot funktioniere nur, wenn es global gelte, sagte der Weißrusse, der an der amerikanischen Stanford-Universität forscht. Er plädierte für eine Außenpolitik, die den Einsatz von Überwachungssoftware berücksichtigt.

Die Hacker-Gruppe Telecomix hatte im Oktober Logdateien der syrischen Internetüberwachung veröffentlicht, US-Technik war über Umwege an das Regime geliefert worden. Auch in Ägypten, Libyen und weiteren autoritären Staaten kommen Geräte und Programme von Firmen aus demokratischen Ländern zum Einsatz, um die Kommunikation der eigenen Bevölkerung zu überwachen.

Der CCC sieht sich selbst in einer wichtigen gesellschaftlichen Rolle. CCC-Sprecher Frank Rieger betonte die exponentiell wachsende Bedeutung von Technologie in der heutigen Zeit. Die Aktivitäten der Hacker-Community seien daher nicht nur eine Spielerei - "wir sind im Zentrum der gesellschaftlichen Entwicklung".

Staatliche Spionage-Software wird auf dem Kongress auch weiter eine Rolle spielen. Der CCC hatte in den vergangenen Monaten mehrere Versionen des in Deutschland eingesetzten Staatstrojaners analysiert und war zum Schluss gekommen, dass diese gesetzeswidrige Funktionen enthielten. Der Club werde einen Forderungskatalog für den Umgang mit staatlicher Schnüffel-Software aufstellen, sagte CCC-Sprecherin Constanze Kurz.

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Das Motto des CCC-Kongresses lautet "Behind enemy lines"  (Hinter feindlichen Linien). Es beziehe sich auf die zunehmende Diskussion über "Cyberwar", erklärt CCC-Sprecherin Kurz - also die Fortsetzung kriegerischer Auseinandersetzungen im Internet. Zudem spiele es darauf an, dass viele Hacker sich in einem rechtlichen Graubereich bewegten.

Die Tickets für den Kongress waren bereits im Vorfeld ausverkauft, es gibt nur noch kleine Kontingente für Tagesbesucher. Ein großer Teil der 100 Vorträge soll aber per Livestream im Internet  zu sehen sein. Zudem organisieren Hackergruppen in 26 deutschen Städten Live-Übertragungen. Bei Twitter tauschen sich die Kongressbesucher unter dem Schlagwort #28C3  aus.

ore/dpa