Versteigerung der 5G-Frequenzen Damit es schneller geht - Bundesnetzagentur erhöht Mindestgebote

Seit rund elf Wochen läuft die Versteigerung der Funkfrequenzen für 5G - und mehr Bieterrunden gab es noch nie. Jetzt will die Bundesnetzagentur die Auktion mit einer neuen Vorgabe beschleunigen.
Ein Mann steht im Gebäude der Bundesnetzagentur vor einer Leinwand mit der Aufschrift "5G"

Ein Mann steht im Gebäude der Bundesnetzagentur vor einer Leinwand mit der Aufschrift "5G"

Foto: Boris Roessler / DPA

In der festgefahrenen Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzen ist allmählich ein Ende absehbar. Die Bundesnetzagentur entschied am Mittwoch, das Mindestzusatzgebot deutlich zu erhöhen. Künftig müssen die Teilnehmer also mehr Geld bieten, um ein Höchstgebot abzugeben und einen zusätzlichen Block zu bekommen. Der Schritt ist ein bislang einmaliger Vorgang.

Bis jetzt lag die Zusatzzahlung, Mindestinkrement genannt, bei zwei Prozent des bisherigen Höchstgebots, grob gesagt und je nach Block also bei knapp drei Millionen Euro. Künftig ist hingegen eine Zusatzzahlung von mindestens 13 Millionen Euro nötig.

Durch die Änderung dürfte der Bund nicht mehr Geld einnehmen als nach den alten Regeln, heißt es. Ein Sprecher der Netzagentur sagte, man wolle die Auktion beschleunigen. Die Logik dahinter: Durch die höheren Mindestinkremente erreichen die Teilnehmer - die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica und 1&1 Drillisch - schneller ihre Schmerzgrenze. Dann würde kein neues Höchstgebot mehr abgegeben und die Auktion endet.

Bislang wurden 6,2 Milliarden Euro geboten

Die Versteigerung läuft seit mehr als elf Wochen und damit länger als jede andere Mobilfunk-Auktion in Deutschland. Die Höchstgebote summieren sich nach 467 Runden auf knapp 6,2 Milliarden Euro - der bisherige Rundenhöchstwert lag bei 224 Runden. Als erstes hatte das "Handelsblatt"  über die Regeländerung berichtet.

Die Änderung betrifft nur die umkämpften Blöcke im 3,6-Gigahertz-Frequenzbereich - hier zeigen sich die Firmen seit Wochen unnachgiebig. Bei den 2-Gigahertz-Blöcken ist hingegen seit Langem mehr oder minder Ruhe, hier scheint die Verteilung geklärt.

Vertreter der Unternehmen geben bei Auktion in getrennten Räumen in einem abgeschirmten Netzwerk gleichzeitig ihre Gebote für 41 Frequenzpakete ab. Die Auktion läuft so lange, bis es für keinen Block mehr ein höheres Gebot gibt.

mbö/dpa/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.