Neues Mobilfunknetz Bundesnetzagentur bestätigt vier Anträge für 5G-Auktion

Die Auktion von Frequenzen für die neuen 5G-Netze wird spannender als gedacht. Neben den etablierten Netzbetreibern will auch ein Newcomer mitbieten.

5G-Schriftzug
AP

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Am Freitagnachmittag lief bei der Bundesnetzagentur die Anmeldefrist ab. Damit ist nun klar: An der Versteigerung von Frequenzen für die neuen schnellen 5G-Mobilfunknetze wird sich neben den drei etablierten Netzbetreibern auch ein Neueinsteiger beteiligen. Es seien vier Anträge auf Teilnahme an der Versteigerung eingegangen, bestätigte die Bundesnetzagentur.

Bei den Antragstellern handelt es sich um die drei bisherigen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica sowie um den Mobilfunk-Discounter 1&1-Drillisch, der noch kein eigenes Netz hat.

Im Laufe des Februars will die Bundesnetzagentur entscheiden, welche der antragstellenden Firmen für die Auktion in Mainz zugelassen werden - dies gilt als Formalie. Die 5G-Auktion ist dann für die zweite Märzhälfte geplant.

Wichtig vor allem für die Industrie

Das Kürzel 5G steht für die 5. Mobilfunkgeneration. Die Übertragung ist etwa 100 Mal schneller als der aktuell weit verbreitete Standard 4G, auch LTE genannt. Für Privatkunden dürfte 5G vorerst nicht allzu wichtig sein, da für die meisten mobilen Anwendungen auf dem Smartphone oder Tablet 4G reicht. Für die Industrie hat 5G hingegen beispielsweise bei der Logistik sowie für die Vernetzung und Steuerung von Robotern zentrale Bedeutung.

Lesetipp

Achim Berg, Präsident des Branchenverbands Bitkom, kommentierte die Anträge der Mobilfunkfirmen mit dem Hinweis, dass die Versteigerung "mit sehr vielen unbekannten Variablen behaftet" sei. An ihr teilzunehmen, erfordere "besonderen unternehmerischen Mut". Eine Frequenzversteigerung sei noch nie "mit einer solchen Fülle an Unsicherheiten" behaftet gewesen, meint Berg. Unklar sei etwa, "ob die Vergaberegeln und Versorgungsauflagen überhaupt Bestand haben werden".

Über die Vergaberegeln, in denen unter anderem definiert wird, bis wann die künftigen 5G-Netzbetreiber wie viel Prozent der deutschen Haushalte mit schnellem Internet versorgen müssen und wie eng sie zusammenarbeiten sollen, wird immer noch gestritten. Vor allem beim sogenannten lokalen Roaming gehen die Meinungen weit auseinander.

Beim lokalen Roaming geht es darum, dass in Gegenden mit vielen Funklöchern die vor Ort vertretenen Mobilfunkprovider ihre Netze auch für Kunden der Wettbewerber öffnen, die in dieser Region eigentlich keinen Empfang haben. Dieses Verfahren soll in dünn besiedelten Gebieten die Netzabdeckung für alle Nutzer sichern.

Von einer solchen Verpflichtung könnte beispielsweise 1&1-Drilisch profitieren, weil das Unternehmen noch kein eigenes Netz betreibt und sein 5G-Netz nur nach und nach aufbauen können wird. Die anderen Netzbetreiber werten strikte staatliche Vorgaben zum lokalen Roaming als betriebswirtschaftlichen Bremsklotz: Teure Investitionen in Funkmasten würden damit entwertet, argumentieren sie.

mak/dpa



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