5G-Mobilfunknetze EU-Kommission will europaweite Sicherheitsstandards

Über den Einsatz von Huawei-Technik beim Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen wird seit Monaten kontrovers diskutiert. Die EU-Kommission empfiehlt ein gemeinsames Vorgehen der EU-Länder.

Huawei Logo vor 5G-Illustration (Symbolbild)
Dado Ruvic/ REUTERS

Huawei Logo vor 5G-Illustration (Symbolbild)


Maßnahmen wie europaweite Risikoanalysen und eine bessere Koordination der Länder sollen dabei helfen, 5G-Netze vor möglichen Gefahren zu schützen. Am Dienstag hat die EU-Kommission Empfehlungen vorgelegt, die ein europaweit abgestimmtes Vorgehen beim Aufbau der Mobilfunknetze der Zukunft fordern. Durch die Vorschläge sollen Sicherheitsbedenken gezielter angegangen werden, etwa mit Blick auf die Verwendung chinesischer Technologie.

Darüber, ob und in welchem Umfang europäische Staaten Unternehmen wie Huawei in den Netzaufbau einbinden sollten, wird seit Monaten diskutiert. Kritiker von Huawei warnen vor möglicher Spionage und Sabotage.

Der EU-Kommission zufolge sollen EU-Staaten bis Ende Juni jeweils nationale Risikoanalysen zur 5G-Infrastruktur erstellen und anschließend ihre Sicherheitsanforderungen an die Netzwerk-Anbieter überarbeiten, vor allem für öffentliche Netzwerke.

Firmenausschlüsse sind denkbar

Nach einem Austausch der Länder untereinander soll dann bis Oktober mit Unterstützung der EU-Kommission eine europaweite Risikoanalyse entwickelt werden, die wiederum Grundlage für einheitliche Sicherheitsstandards und -tests wäre.

EU-Länder sollten die "Risiken, die mit dem Verhalten von Zulieferern oder Betreibern, darunter diejenigen aus Drittländern" verbunden sind, bewerten. Außerdem müssen sie aus Sicht der Kommission das Recht haben, "Firmen aus Gründen nationaler Sicherheit aus dem Markt auszuschließen". Die Kommission hat Huawei in diesem Kontext nicht namentlich erwähnt.

Lesetipp

In Deutschland läuft derzeit die Versteigerung der Funkfrequenzen für 5G. Mit dem neuen Mobilfunkstandard können Nutzer zukünftig nicht nur schneller surfen. Vor allem Unternehmen erhoffen sich Verbesserungen bei Technologien wie Robotik oder dem autonomen Fahren. (Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu 5G.)

Neben Huawei hoffen unter anderem der finnische Nokia-Konzern sowie Ericsson aus Schweden darauf, am Aufbau der neuen Netzinfrastruktur beteiligt zu werden. Die USA hatten vor einer Zusammenarbeit mit chinesischen Firmen gewarnt und Deutschland mit einer Einstellung der Geheimdienst-Zusammenarbeit gedroht, sollte Huawei am Aufbau der deutschen 5G-Netze beteiligt werden.

Die EU-Kommission fordert nun gleiche Sicherheitsstandards für alle Netzwerkausrüster und Technologieprovider - unabhängig vom Herkunftsland.

sop mit Material von dpa/Reuters



insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
ddcoe 26.03.2019
1. Finde ich richtig
Beim Aufbau des 5G Netzes macht es Sinn, wenn die EU einheitliche Standards vorgibt. So muss das Thema nur einmal behandelt werden - nicht 27 Mal.
Onkel Drops 26.03.2019
2. wo ist der Nachweis das huawei es macht?
Intel schiebt eine CPU Reihe auf den Markt ( wissend das es problematische Sicherheitslücken hat). und wartet ab bis der Nachweis offenkundig wird. vorher stößt der CEO seine Aktien noch ab ( da ist alles OK?). und dann macht man sich dran das per update nach zu bügeln. da bedarf es keines Huawei Routers wenn in jedem Amtsbüro nen nicht sicherer Intel CPU steht. ich vergaß die sind ja die guten.... und wie tief die NSA ihre Nase überall drin hat, passt scho... ähm nicht wirklich,also mal Klartext ihr Huawei Schlechtmacher: was wird wo und wie auf welchem Modell spioniert? da könnte man viel behaupten zB : Donald T. könnte nen Außerirdischer sein von Wega 2 (Paradebeispiel mit ungefiltertem Sarkasmus! )
2cv 26.03.2019
3. Huawei ist schon da!
Also, ganz vereinfacht gesprochen, ist 5G eigentlich nur ein Funktionspaket, was bereits mit der neuesten Hardware-Generation funktioniert, und "nur" noch per Software aktiviert wird. Ok, neue Frequenzen brauchen andere Regel-Boards im Radio-Teil des Netzes, aber das Prinzip bleibt gleich. Dann ist neben dem Radioteil noch das Kernnetz. Hier ist Huawei schon in 2G-4G bei allen Netzbetreibern drin, entweder in Teilen oder vollständig. "Ohne Huawei" zu funktionieren, wird teuer: die Verträge müssten entweder vorzeitig gekündigt werden (Penalen), oder man zahlt für eine nicht genutzte Technik. Die Frage bleibt: wer zahlt? Die Profit-Gier von Vodafone und Co. nach "billig aus China" hat Ericsson und Co. rausfliegen lassen. Ist eine Entscheidung gegrn Huawei allerdings politisch motiviert, könnte Vodafone den Staat verklagen, und somzahlt die Zeche der Steuerzahler und finanziert den Profit der SIMkartengeier........
zensurgegner2016 27.03.2019
4.
Zitat von Onkel DropsIntel schiebt eine CPU Reihe auf den Markt ( wissend das es problematische Sicherheitslücken hat). und wartet ab bis der Nachweis offenkundig wird. vorher stößt der CEO seine Aktien noch ab ( da ist alles OK?). und dann macht man sich dran das per update nach zu bügeln. da bedarf es keines Huawei Routers wenn in jedem Amtsbüro nen nicht sicherer Intel CPU steht. ich vergaß die sind ja die guten.... und wie tief die NSA ihre Nase überall drin hat, passt scho... ähm nicht wirklich,also mal Klartext ihr Huawei Schlechtmacher: was wird wo und wie auf welchem Modell spioniert? da könnte man viel behaupten zB : Donald T. könnte nen Außerirdischer sein von Wega 2 (Paradebeispiel mit ungefiltertem Sarkasmus! )
Das ist viel zu simpel und viel zu schmalspurig betrachtet Huawei ist ein chinesischer Konzern, auf dessen Wissen und Daten die Partei einen Rechtsanspruch hat Ob das eingefordert wird ist eine politische und keine unternehmerische Entscheidung Huawei kann also alles mögliche bis hin zu 3 Fantastilliarden Entschädigung versprechen, wenn die KP das Gesetz anwendet muss Huawei liefern Das bedeutet, dass wir unter Umständen bestenfalls einen 24/7/365 Mitleser haben oder aber plötzlich nichts mehr funktioniert, nicht mal mehr ein Kühlschrank Das bedeutet, im Extremfall redet man von Hunderttausenden von Opfern Und genau deswegen ist die Frage ob Huawei oder nicht eben nicht so schmalspurig zu beantworten
stelzerdd 27.03.2019
5. Wovon hängt Sicherheit ab?
Die wesentlichen Netzkomponenten sind Computer, die durch Software ihre Funktionalität erhalten. Es mag sein, daß nagelneue Netzkomponenten genau den Vorschriften und Zertifizierungen entsprechen. Und sicher sind. Schon nach dem nächsten "kleinen" Update kann das ganz anders sein. Die Hersteller, auf die bei einer existenziell wichtigen Infrastruktur gesetzt wird, müssen absolut vertrauenswürdig und kontrollierbar sein, solange deren Komponenten eingesetzt werden. Meine Meinung ist, daß man dieses Vertrauen in einen chinesischen Hersteller, nicht haben kann. Das Land wird absolut autoritär regiert, alle Erfahrungen der letzten Jahrzehnte sagen, daß gilt: "China first" und: "Gesetze fremder Staaten sind irrelevant."
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