5G-Mobilfunknetze Milliardenmarke bei Frequenzauktion geknackt

Die Versteigerung der 5G-Funkfrequenzen läuft seit mehr als einer Woche. Jetzt wurde bei den Geboten ein erster Meilenstein erreicht. Doch die Telekomkonzerne wollen wohl noch mehr investieren.

5G-Schriftzug (Symbolbild)
Andrea Warnecke/ DPA

5G-Schriftzug (Symbolbild)


Bei der Versteigerung der Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G haben die Gebote am Mittwochabend die Milliardengrenze überschritten. Demnach boten die vier teilnehmenden Firmen Telekom, Vodafone, Telefónica Deutschland und der Neueinsteiger 1&1 Drillisch zusammen 1,03 Milliarden Euro für die 41 Frequenzpakete.

Die Gebote dürften allerdings in den nächsten Wochen noch höher werden. Keiner der 41 Frequenzblöcke wurde bereits vergeben. Jede Firma kann auf jedem Block überboten werden.

Die Versteigerung der 5G-Frequenzen läuft seit Dienstag vergangener Woche bei der Bundesnetzagentur in Mainz. Mit dem neuen Mobilfunkstandard können Nutzer zukünftig nicht nur schneller surfen. Vor allem Unternehmen erhoffen sich Verbesserungen bei Technologien wie Robotik oder dem autonomen Fahren. (Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zu 5G.)

Unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen

Die Auktion läuft unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ab. Konzernvertreter geben in getrennten Räumen in einem abgeschirmten Netzwerk gleichzeitig ihre Gebote für die Blöcke ab. Eine Runde dauert dabei maximal eine Stunde.

Die Gesamtauktion läuft so lange, bis es für keinen Block mehr ein höheres Gebot gibt. Aus diesem Grund könnte sie Hunderte Runden und mehrere Wochen dauern. "Die Dauer der Versteigerung lässt sich nicht prognostizieren", erklärte die Bundesnetzagentur.

Experten schätzen die Gesamterlöse für den Staat auf drei bis fünf Milliarden Euro, das Geld soll in die Digitalisierung fließen. "Erlösmaximierung" sei nicht das Ziel, heißt es von der Bundesnetzagentur.

Bei der Versteigerung von UMTS-Frequenzen im August 2000 hatte der Bund umgerechnet 50 Milliarden Euro kassiert. Bei der 4G-Frequenzauktion vor vier Jahren, die 16 Tage dauerte, erzielte der Staat einen Gesamterlös von rund fünf Milliarden Euro.

sop/dpa/AFP



insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
Raisti 28.03.2019
1.
Ja und wir Verbraucher dürfen das dann wieder bezahlen. Jeder der sich fragt warum wir soviel bezahlen dürfen für unseren Datenverkehr und warum wir keine Flatrates haben, hier ist die Antwort darauf. Die Lizenzen sollten lieber kostenfrei vergeben werden, mit vernünftigen Auflagen zur Netzabdeckung.
vitalik 28.03.2019
2.
Jetzt wird der Staat Milliarden erlösen und sofort darauf werden Milliarden an Subventionen an die gleichen Unternehmen ausgeschüttet, damit der Ausbau auch wirklich voran geht. Wo ist die Logik bei diesem Vorgehen?
Onkel Drops 28.03.2019
3. Netzabdeckung?
vom miserablen 4g Empfang springt man hier mit Glück ins 3g Chaos sofern einem nicht das Effline blinkt. gesalzene Preise und schlechte Flatrates oben druff( maximal geht garnichts), daheim auf Kupferleitungen auch Netz Bürger ( sorry wir sind ja bots)allerletzter Klasse. Applaus für den Analogamigo Scheuer, danke für garnix... die 2 davor waren ebenso noch Röhren Technologie beim bearbeiten ihrer Aufgaben - 3 mal allerfeinste CSU Wertarbeit! gesendet via Rauchzeichen aus NRW (breitbandabdeckung 72% in OWL)
bdroege 28.03.2019
4. 1&1 verwirrt
Verwirrend ist das 1&1 die Gebote für mehrere Blöcke zurückgezogen hat und seit mehr als 10 Runden niemand auf die freien Blöcke geboten hat. Aktuell hat 1&1 eine Zahlungverpflichtung in Höhe von fast 78 Mio. für die zurückgezogenen Gebote.
Mertrager 28.03.2019
5. Zusatzsteuer der besonderen Art
Wir haben ja nun die Rundfunksteuer und die Mobilfunksteuer. Die DDR hat zB über den total teuren Trabi die Finanzen der Bürger geschröpft. Ist alles unschön, aber besser als Krieg und Hungersnot.
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