Abhör-Wünsche Indien droht Skype und Google

Die indische Regierung will nicht nur die die Datenkommunikation von Blackberry-Telefonen belauschen - auch Skype und Google droht Ärger, weil die indischen Ermittler einige Dienste der Unternehmen nicht so einfach belauschen können wie sie gern würden.

Skype: Indiens Behörden würden Nutzer des Internet-Telefoniedienst gern belauschen
DPA

Skype: Indiens Behörden würden Nutzer des Internet-Telefoniedienst gern belauschen


Erst drohte Indien dem kanadischen Hersteller Research In Motion (RIM): Sollten die Firma den Behörden nicht bis zum 31. August den Zugriff auf den Blackberry-Datenverkehr erlauben, werde man die Blackberry-Dienste verbieten. Nun berichtet die britische Wirtschaftszeitung "Financial Times", dass Indien auch Google und Skype wegen verschlüsselter Kommunikation angehen will.

Laut "FT" wurde die Frage bereits bei einem Treffen der Regierung mit Verbänden Mitte Juli diskutiert. Damals sei entschieden worden, sich erst um eine Lösung bei Blackberrys und dann um die anderen Dienste zu kümmern. Die Regierung will die Telekom- und Internet-Dienstleister zwingen, staatlichen Behörden Zugriff unter anderem auf verschlüsselte Nachrichten zu ermöglichen. Wie andere Länder fürchtet Indien, die Dienste könnten von Terroristen genutzt werden.

Die "FT" konnte Sprecher der indischen Regierung nicht für eine Stellungnahme erreichen, Vertreter von zwei an den Gesprächen beteiligten Branchenverbänden bestätigten den Bericht aber.

lis/apn/dpa/rtr



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