Entscheidung des höchsten US-Gerichts Kunden können wegen App-Preisen gegen Apple klagen

Der Supreme Court hält eine Klage gegen den Apple-Konzern wegen dessen App-Verkaufsmodell für zulässig. Vier Kunden werfen dem Unternehmen zu hohe Preise vor. Welche Chancen haben Verbraucher?
Foto: Regis Duvignau/REUTERS

Mit fünf zu vier Stimmen haben die Richter des obersten Gerichtshofs der USA den Weg für eine Sammelklage gegen Apple freigemacht. Am Montag bestätigte der Supreme Court sie die Entscheidung einer niedrigeren Instanz, die Klage zuzulassen.

Vier Kunden von Apple werfen dem Unternehmen im Fall "Apple Inc. vs. Pepper" vor, als Quasi-Monopolist die Verantwortung für zu hohe Preise für iOS-Apps zu tragen. Apple-Kunden müssten Apps direkt bei Apple kaufen und dem Unternehmen so eine 30-Prozent-Gebühr zahlen, auch wenn sie ihre Apps lieber anderswo beziehen oder gern weniger dafür bezahlen würden. Man habe nur die Wahl, ob man eine App zum Apple-Preis kauft oder gar nicht.

Die Kunden kritisieren auch, dass es keine Alternativen zu Apples App Store gibt. Besitzer von Apple-Geräten könnten auf legalem Weg ausschließlich darüber an neue Software kommen.

Gestritten wird schon seit 2011

Apple verlangt für App-Verkäufe über seinen Store eine Provision von bis zu 30 Prozent. Die Kunden argumentieren, diese Provision würde wohl niedriger ausfallen, wenn Apple dabei mit anderen App-Plattformen konkurrieren müsste.

Die Auseinandersetzung um die App-Verkäufe tobt bereits seit 2011. Gestritten wurde vor allem über die Frage, ob es überhaupt Apple ist, das Apps an die Endkunden verkauft, oder ob es vielmehr die Entwickler sind, die dies tun - und ob die Kunden dann überhaupt ein Recht haben, Apple zu verklagen.

Apple hatte sich unter anderem mit dem Argument, man sei nur eine Art Vermittler, bemüht, die Klage zu verhindern. In der Entscheidung des Supreme Court, die hier nachzulesen ist , schreibt Richter Brett Kavanaugh dazu, dass Apples Haltung wenig Sinn ergebe - davon abgesehen, dass Apple so um diese und ähnliche Klagen herumkomme. Kavanaugh, selbst ein Kandidat Donald Trumps, sowie alle vier von Präsidenten aus der Demokratischen Partei ernannten Supreme-Court-Mitglieder haben gemeinsam für die jetzige Entscheidung gestimmt.

Seinen App Store betreibt Apple seit dem Jahr 2008, das Angebot kann mit iOS-Geräten wie iPhones oder iPads genutzt werden. Mittlerweile sind im App Store rund zwei Millionen Apps verfügbar. Der Fall "Apple Inc. vs. Pepper" ist nach einem der Kläger benannt, Robert Pepper aus Chicago.

mbö/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.